Euro als neue Währung

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Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu einer weiteren Ausgabe von Eurodomino. In den EU-Ländern, in denen der Euro als die neue Währung mit dem 1. Januar 2002 eingeführt wird, begann am 1. September der Transport der neuen Münzen und Scheine. Damit rückt der Euro nicht nur auf die ersten Seiten der Zeitungen, sondern auch seiner realen Existenz näher. In Prag werden Sie ab dem kommenden Januar ihre Einkäufe zwar noch nicht mit Euroscheinen bezahlen können, nichtsdestotrotz ist es hierzulande ein aktuelles Thema. Daher werden wir auch die heutige Sendung diesem Thema widmen, um Sie über den aktuellen Stand in der Tschechischen Republik zu informieren. Durch die Sendung führt Sie Dagmar Keberlova.

In den Ländern der Eurozone hat am 1. September die Versorgung mit den Eurobanknoten und Münzen begonnen. Wann die erste europäische Währung auch in Tschechien eintreffen wird, dies fragte ich Michal Tomasek, den Experten der Bank Komercni Banka, der gleichzeitig auch Kommissionsvorsitzender der Vereinigung der Bankiers für die europäische Integration ist:

"Die Versorgung mit der Währung Euro hat tatsächlich am 1. September begonnen. Bei uns und in allen Drittländern wird dies am 1. Dezember beginnen. Es ist ganz logisch, denn in Ländern der Europäischen Union müssen nicht die Banken vorversorgt werden, sondern auch Supermärkte, Postämter, Parkautomaten usw., während es bei uns, wo Euro nicht die Währung des Landes wird, reicht, wenn nur die Banken und Wechselstuben vorversorgt werden. In diesem Hinblick ist die Frist von einem Monat, die wir dafür haben, ausreichend."

Die Kandidatenländer könnten ein idealer Boden für Währungsfälscher sein, fällt vielleicht manchem von Ihnen ein, denn man wird ja die Eurowährung hierzulande nicht so gut kennen. Wie ein sicherer Umgang mit der neuen Währung in Tschechien sichergestellt wird, fragte ich Herrn Tomasek:

"Wenn ich gesagt habe, dass die ersten Euros in Tschechien im Dezember eintreffen werden, so ist das nicht so ganz wahr. Wir haben bereits jetzt Kopien der neuen Banknoten, die auch die neuen Schutzmarken tragen, anhand deren unsere Angestellten geschult werden. Diese Schulung führt die Tschechische Nationalbank in Zusammenarbeit mit der Bankenassoziation und den einzelnen Kommerzbanken durch. Also wir schulen anhand der Musterbanknoten, aber auch anhand der Schutzmarken, die zu diesem Zwecke die Europäische Zentralbank herausgegeben hat."

Und wie ist für die Bevölkerung in Tschechien gesorgt? Werden die Tschechen ausreichend informiert, damit sie dann bei dem häufigen Umtauschen aller restlichen europäischen Währungen statt den richtigen Euros nicht wertlose Kopien von Spekulanten bekommen? Michal Tomasek hierzu:

"Die Informationskampagne über die Einführung des Euro läuft seit langer Zeit. Zum Beispiel die Bank Komercni banka startete ihre Informationskampagne am 1. März dieses Jahres, also ein Jahr vor der definitiven Rückziehung der alten Währungen der Eurozone. Die Informationskampagne verläuft auf verschiedenen Ebenen. Das sind zum ersten die Medien, dann wird sie auch von den Banken ausgetragen, weiter von Bankassoziationen, von der Tschechischen Nationalbank, aber auch stattliche Organe wie das Finanzministerium und das Außenministerium beteiligen sich. Was die Informiertheit der tschechischen Bürger über die Einführung des Euro angeht, glaube ich, können wir zufrieden sein. Die Menschen in der Tschechischen Republik wissen, was am 1. Januar vor sich gehen wird, und wir erwarten daher keinerlei Schwierigkeiten und auch kein Informationschaos."

Die Worte von Herrn Tomasek bestätigte teilweise eine im Juli durchgeführte Umfrage, bei der sich herausgestellt hat, dass jeder zweite Prager Bürger von der Einführung der einheitlichen Währung Euro in den zwölf Ländern der Währungsunion gewusst hat. Die meisten Bürger, also 79 Prozent, wussten allerdings nicht, wie diese Währung tatsächlich aussehen wird. Hier muss in den kommenden Monaten noch einiges nachgeholt werden, denn für alarmierend hält die Gesellschaft DEMA die Tatsache, dass jeder zehnte Befragte es für die beste Lösung hält, die jeweiligen europäischen Währungen egal wo und so bald wie möglich durch Euros einzutauschen. Diese Menschen könnten nach einem solchen Umtausch dann mit leeren Händen da stehen. Daher werden sie aufgefordert, zunächst nur in den Banken und Wechselstuben ihre europäischen Währungen einzutauschen.

Interessant ist auch die Frage, wann wir dann mit dem Euro auch in der Tschechischen Republik tatsächlich bezahlen werden. Hier die Schätzung des Euro-Experten Michal Tomasek:

"Der Vertrag von Maastricht besagt, dass zum Mitglied der Währungsunion ein EU-Mitgliedsland werden kann, das zwei Jahre lang im europäischen Währungssystem ist. Daraus ziehe ich den Schluss, dass die Tschechische Republik also frühestens zwei Jahre nach ihrem EU-Beitritt den Euro bei sich wird einführen können. Aber dazu müssen noch einige Kriterien erfüllt werden wie beispielsweise die Inflationsrate, öffentliche Verschuldung usw. Aus der aktuellen Sicht der Wirtschaft und nach weiteren Indizien würde ich persönlich die Einführung des Euro als unserer inländischen Währung auf das Jahr 2010 schätzen. Nichtsdestotrotz müssen wir uns bewusst werden, dass wir Nachbarland von zwei Staaten sind, die sich in der Währungsunion befinden. Sowohl der österreichische Schilling als auch die deutsche Mark gehören bei uns zu sehr verbreiteten Währungen. Daraus ergibt sich also, dass der Euro in Tschechien nach dem 1. Januar 2002 zweifelsohne die zweite alternative Währung nach der tschechischen Krone sein wird, genauso wie es der Fall in der Schweiz oder in Dänemark sein wird."





Folgende Hinweise bringen Ihnen noch mehr Informationen über den Integrationsprozess Tschechiens in die Europäische Union:



www.integrace.cz - Integrace - Zeitschrift für europäische Studien und den Osterweiterungsprozess der Europäischen Union

www.euroskop.cz

www.evropska-unie.cz/eng/

www.euractiv.com - EU News, Policy Positions and EU Actors online

www.auswaertiges-amt.de - Auswärtiges Amt