Frenstat feiert Jakub Janda als zweiten Tschechen, der Vierschanzentournee gewinnt

Jakub Janda (Foto: CTK)

Die Tschechische Republik hat einen neuen Hero! Einen, der auf Skiern durch die Lüfte schwebt, wie derzeit kaum ein Zweiter in der Welt und der mit seinen sportlichen Vorstellungen inzwischen ein Millionenpublikum verzaubert: der Skispringer Jakub Janda.

Jakub Janda  (Foto: CTK)
Am vergangenen Freitag, dem Dreikönigstag, setzte er seinen Topleistungen in dieser Saison die erste Krone auf - in einem Herzschlagfinale der besonderen Art belegte er beim Abschlussspringen der 54. Vierschanzentournee in Bischofshofen hinter seinem großen Widersacher Janne Ahonen aus Finnland zwar "nur" den zweiten Platz, im Gesamtklassement aber teilt er sich mit Ahonen den Tourneesieg ex aequo. Das hatte es zuvor in der Geschichte der populären Tournee noch nie gegeben und entsprechend sprachlos waren die beiden triumphalen Sieger zunächst auch nach dem "Wahnsinnssprunglauf". Als sich die Spannung über die Frage nach dem Tourneeausgang jedoch gelöst hatte, ließ Janda die Journalisten wissen:

"Bis zum letzten Augenblick habe ich mir gesagt, das wird bestimmt ein tolles Springen für die Zuschauer, denn der Unterschied zwischen uns beiden war nur minimal. Dass wir letztlich beide gewinnen werden, habe ich wirklich nicht gedacht, aber es ist phantastisch. Auf jeden Fall habe ich an der Anzeigetafel gesehen, dass ich auf dem ersten Platz bin. Doch dann ist mir bewusst geworden, dass wir beide die gleiche Punktzahl haben."

Jakub Janda  (Foto: CTK)
Und auch Janne Ahonen, wie Janda eher ein Vertreter der schweigsamen Sorte, rang dem geteilten Doppelsieg viel Positives ab:

"Nein, bei der Vierschanzentournee und ihrem System habe ich einen solchen Ausgang nicht erwartet. Es ist erstaunlich, es ist großartig. Die Zuschauer sind nun sowohl in Finnland als auch in Tschechien zufrieden."

In der Tat. Denn während die "Suomi" den inzwischen vierten Gesamtsieg ihres Janne bejubeln konnten, womit dieser zum bisher alleinigen Tourneeleader Jens Weißflog aus Deutschland aufschließen konnte, freute man sich in Tschechien riesig über den ersten Tourneetriumph seit genau 35 Jahren. Denn im Januar 1971 gewann mit Olympiasieger Jiri Raska zum ersten und bis zu Jandas Großtat einzigen Mal ein Tscheche den "Grand Slam des Wintersports". Und wie Janda, der in Celadna geboren wurde, kommt Raska aus dem malerischen Wintersportort Frenstat pod Radhostem in den Mährisch-Schlesischen Beskiden. Dort hatte man nach Jandas Triumph die Nacht zum Tag gemacht und dem neuen Helden des Ortes am Samstag einen herzlichen, aber nicht überschwänglichen Empfang bereitet. Denn Janda ist eher ein Vertreter der ruhigeren Art, der es nicht wünscht, wenn zuviel Rummel um seine Person gemacht wird. Daher wird er sich unter Umständen auch über eine Idee freuen, die Frenstats Bürgermeister Pavel Orlik gemeinsam mit Skisprungidol Jiri Raska kreierte:

"Jiri Raska und ich sind auf die Idee gekommen, dass man den sauberen, weißen Schnee zusammentragen und die Kinder daraus eine Statue oder etwas Ähnliches aus Schnee und Eis bauen lassen sollte. Und zwar zu dem Motto "Wie springt Jakub Janda". Ich denke, dass sowohl die Kinder als auch die Einwohner von Frenstat sich dann noch nachhaltiger an Jandas großen Sieg erinnern werden. Ja, ich denke, dass das eine gute Sache wäre."

In Frenstat pod Radhostem, ja in ganz Tschechien hofft man nun, dass es auch in Zukunft noch genügend Anlässe geben wird, um Siege und Medaillen von Jakub Janda feiern zu können.

Autor: Lothar Martin
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