Fußball: Sparta Prag nach Remis gegen Neapel vor Endspiel in Bern

Foto: ČTK

Im Sommer lag der tschechische Fußball noch am Boden: Bei der WM in Brasilien war man nur Zaungast und in der Qualifikation zu den europäischen Clubwettbewerben scheiterten gleich drei von vier Vereinen. Im Herbst fanden die Kicker aus Tschechien aber wieder in die Erfolgsspur. Die Nationalelf ist in der EM-Qualifikation noch ohne Punktverlust, und Sparta Prag steht in der Europa League vor dem Einzug in die Runde der besten 32 Teams. Am Donnerstag konnte Sparta diesem Ziel im Heimspiel gegen den SSC Neapel einen großen Schritt näher kommen. Doch die Prager machten nur einen kleinen Schritt.

Vítězslav Lavička (Foto: ČTK)
In den Heimspielen zur Qualifikation für die Champions League und zur Europa League hatte Sparta Prag bis zum Donnerstag eine makellose Bilanz: fünf Spiele – fünf Siege und das imposante Torverhältnis von 21:4. Ihre Heimstärke wollten die Prager auch in der Begegnung mit dem SSC Neapel ausspielen, nach guter Leistung stand es nach dem Abpfiff jedoch nur 0:0. Trainer Vítězslav Lavička:

„Um drei Punkte zu gewinnen ist es wichtig, dass man zumindest eine der wenigen Chancen nutzt, die man in solchen Spielen bekommt. Das war jedoch gerade das, was uns gefehlt hat, um jetzt noch frohgestimmter zu sein.“

Marek Matějovský (links). Foto: ČTK
Sparta hatte die favorisierten Italiener jederzeit im Griff und zudem das Pech, dass die Schüsse von Josef Hušbauer und Marek Matějovský nur die Latte trafen. Weitere Chancen wurden jedoch kläglich vergeben. Die dickste davon hatte Torjäger David Lafata, der den Abpraller nach Hušbauers Lattenknaller nicht verwerten konnte:

„Ich musste den Ball, der aus der Luft kam, mit dem Kopf nehmen. Ich wollte ihn hart treffen, doch der Torwart war gut postiert und konnte ihn abwehren. Ich hätte den Ball mehr ins Eck platzieren müssen, doch es ging alles sehr schnell.“

David Lafata (rechts). Foto: ČTK
Während Kapitän Lafata also haderte, war Spartas Torwart Marek Štěch verwundert, wie wenig Arbeit er im Spiel hatte:

„Ich war schon überrascht, denn ich hatte erwartet, dass der Gegner auch zu Torabschlüssen kommt. Wir haben Neapels Spieler jedoch gut attackiert, dadurch hatten sie nicht genügend Raum, um gezielt aufs Tor zu schießen.“

In der Defensive hat der tschechische Meister also überzeugt, in der Offensive haben es Lafata & Co. indes versäumt, ihre beherzte Vorstellung auch zu krönen. So reichte es nur für einen Punkt statt der erhofften drei. Das Remis war aber insofern wichtig, weil der direkte Kontrahent um den zweiten Platz so weiter hinter den Pragern liegt. Es ist das Team von Young Boys Bern, und in zwei Wochen treffen beide Mannschaften in der Schweizer Hauptstadt direkt aufeinander. Zum Weiterkommen genügt Sparta dann schon ein Unentschieden. Doch darin sieht David Lafata auch ein Problem:

Sparta - Neapel (Foto: ČTK)
„Ich habe die Befürchtung, dass wir es nicht verstehen, auf Unentschieden zu spielen. Denn immer wenn wir nur ein Remis zum Weiterkommen gebraucht haben, ist das schiefgegangen. Aber wir haben es in der eigenen Hand, also werden wir in Bern um Alles oder Nichts spielen.“

Autor: Lothar Martin
schlüsselwort:
abspielen