Gambrinus-Liga will Zuwächse bei Zuschauern und Umsätzen

Foto: Kristýna Maková

Ab Freitag rollt in Tschechien wieder der Ball. Dann startet die höchste Spielklasse im Fußball, die Gambrinus-Liga, in ihre 21. Saison. Und pünktlich zum Saisonstart gibt es auch wieder einige Neuerungen, die das Interesse der Zuschauer wecken und die Liga noch attraktiver machen sollen.

Dušan Svoboda (Foto: YouTube)
Wie in den großen europäischen Fußball-Ländern will sich nun auch die Top-Liga in Tschechien selbst vermarkten. Dazu wurde hierzulande bereits eine selbständige Ligaleitung (LFA) gegründet, ein Kooperationsvertrag mit dem nationalen Verband (FAČR) allerdings steht noch aus. Dennoch ist Ligachef Dušan Svoboda überzeugt, dass sich die Zuschauerzahlen in der Gambrinus-Liga schon in der neuen Saison erhöhen werden:

„Gewiss ist es für die neue Saison ein Glücksfall, dass ein Traditionsverein wie Bohemians Prag in die Liga zurückkehrt. Bohemians hat eine ziemlich starke Fangemeinde. Aber daran machen wir unsere Bemühungen nicht fest, sondern daran, dass in der Öffentlichkeit das Interesse am Fußball weiter wächst. Deswegen erhoffe ich mir auch irgendeinen Zuwachs, egal ob bei der durchschnittlichen Besucherzahl oder bei der Wirtschaftskraft der Clubs. Eine Steigerung um fünf bis zehn Prozent sehe ich als gesundes Wachstum an, und das ist auch mein Ziel.“

Miroslav Peichl (Foto: YouTube)
Um dieses Ziel zu erreichen hat die Ligaleitung in Zusammenarbeit mit dem Generalsponsor der Liga, der Pilsener Biermarke Gambrinus, auch einige neue Projekte auf den Weg gebracht. Eines davon ist die so genannte Fanliga, ein interaktives Managerspiel, wie es Fußballfans und „Möchtegern-Manager“ in Deutschland schon länger betreiben können. Der Marketingmanager von Gambrinus, Miroslav Peichl, verhehlt dann auch nicht, dass man sich vor der Einführung des Spiels vom Ausland habe inspirieren lassen. Andererseits wurde das Managerspiel aber nicht 1:1 für den tschechischen Markt übernommen, so Peichl:

Foto: Kristýna Maková
„Wir haben das Spiel an das tschechische Umfeld angepasst. Die Programmierer und Analytiker haben das Spiel so umgearbeitet, dass die Fans es nicht nur genießen, sondern auch erfolgreich Punkte machen können. Es wurde an die hiesige Spielweise und ganz speziell an die Gambrinus Liga angepasst.“

Anpassen in der neuen Saison müssen sich aber ebenso die Hauptakteure des Fußballs – die Spieler und Schiedsrichter. Der Fußball-Weltverband (Fifa) hat nämlich die Abseitsregel in zwei bestimmten Situationen modifiziert. Zum einen ist ein zwischen dem letzten Abwehrspieler und dem Torwart des Gegners stehender Spieler nur dann im Abseits, wenn er nach dem Pass eines eigenen Spielers per Zweikampf aktiv ins Geschehen eingreift. Und zweitens steht er in der gleichen Situation nicht mehr im Abseits, wenn ein gegnerischer Spieler den Ball vorher berührt. Und diese Änderungen dürften gerade zu Saisonbeginn wieder für etlichen Gesprächsstoff sorgen, ist sich der Vorsitzende der Regelkommission beim tschechischen Fußballverband, Jiří Kureš, sicher:

Slavia Prag (Foto: ČTK)
„Jetzt, zum Saisonstart, wird es gewiss heftige Diskussionen über die neuen Regeln geben. In den unteren Spielklassen werden die Emotionen dabei sicher besonders hoch kochen, vor allem auf den Trainerbänken. Wir werden also beginnen, die Änderungen bei den Profis durchzusetzen, und dann wird man sehen, inwieweit wir sie bis in die unteren Ligen herunter brechen können.“

Genügend Zündstoff ist also schon vor dem ersten Anpfiff garantiert. Und auch die drei Saison-Auftaktpartien in der Gambrinus-Liga am Freitag versprechen bereits einiges. In Pilsen empfängt der Meister Aufsteiger Bohemians Prag 1905, Lokalrivale Dukla Prag wiederum den zweiten Aufsteiger aus Znojmo. Und im Fernseh-Abendspiel treffen die Traditionsvereine Slavia Prag und Baník Ostrava aufeinander.

Autor: Lothar Martin
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