Geigenbautradition von Schönbach in neuem Dokumentarfilm
Der Verein Post Bellum präsentiert im Rahmen seines Zeitzeugenprojektes Paměť národa (Memory of Nation) einen Dokumentarfilm über die Geigenbautradition in Luby u Chebu / Schönbach. Der Streifen wird am Samstag, 8. Februar, im dortigen Kino uraufgeführt.
Unter dem Titel „Nebe plné houslí“ (zu Deutsch etwa „Ein Himmel voller Geigen“) beschreibt der Film das Schicksal der Geigenbauerfamilien aus Schönbach, das heute Luby heißt. In der Doku sind auch die Erinnerungen deutscher Zeitzeugen zu hören.
Der Film wurde seit 2023 in Deutschland und im Kreis Karlovy Vary / Karlsbad gedreht. Familienmanufakturen, in denen einzelne Teile der Instrumente erstellt worden seien, habe es fast überall in Schönbach gegeben, erinnert sich der Geigenbauer Jan Pötzl. Die Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren und der Aufstieg von Adolf Hitler bedeuteten für die örtliche Musikindustrie aber eine Katastrophe. Einige der Hersteller fanden Arbeit in Militärkapellen. Jan Pötzls Vater eröffnete eine Werkstatt in Prag.
Während der Vertreibung nach dem Krieg mussten zahlreiche erfahrene Hersteller von Musikinstrumenten ihre Heimatstadt verlassen. Die Mehrheit von ihnen ließ sich in Deutschland nieder und führte dort ihr Handwerk weiter. Ein Teil deutscher Geigenbauer musste jedoch in der Tschechoslowakei bleiben, um eine neue Generation von Handwerkern zu unterrichten. Einer davon war auch Josef Pötzl. In Luby schulte er zahlreiche neue Geigenbauer.
Zur Filmpremiere am Samstag kommen sowohl tschechische als auch deutsche Zeitzeugen.







