„Geld oder Leben“: Ausstellung aus Österreich im Prager Stadtmuseum

Foto: Martina Schneibergová

Kann Geld alle Wünsche und Träume erfüllen? Und wie ist das Geld überhaupt entstanden? Antworten auf diese Fragen können die Besucher in einer Ausstellung finden, die am Mittwoch im Museum der Hauptstadt Prag eröffnet wurde. Zusammengestellt wurde sie vor allem für Kinder, die mit einer Geldkarte in der Hand durch die interaktive Schau spazieren und dabei Situationen erleben, die mit Geld zu tun haben. In der Wanderausstellung „Peníze nebo život“ (Geld oder Leben) lässt sich also einiges über die Geschichte des Geldes lernen. Nach Prag haben sie zwei österreichische Museen gebracht: das Kindermuseum ZOOM aus Wien und das Kindermuseum FRida & freD aus Graz. Radio Prag hat bei der Eröffnung der Ausstellung mit dem Grazer Museumsdirektor, Jörg Ehtreiber, gesprochen:

Jörg Ehtreiber
Herr Ehtreiber, was war die Grundidee für die Entstehung dieser Wanderausstellung?

„Die Themen Geld und Verantwortlichkeit werden momentan natürlich immer fester diskutiert, vor allem auch im Zuge der Wirtschaftskrise. Deshalb hat das Kindermuseum Zoom in Wien gemeinsam mit der Erste Bank beschlossen etwas zu diesem Thema zu machen. Wir sind dann sozusagen als Juniorpartner dazugestoßen, da wir gesehen haben, dass es viele Fragen zu dem Thema gibt, auch von den Lehrern für ihren Unterricht.“

Ursprünglich wurde diese Ausstellung also in Ihrem Museum gezeigt?

„Zuerst wurde die Ausstellung im Kindermuseum ZOOM in Wien gezeigt. Als wir am Anfang dieser Konzeptphase dazugestoßen sind, wollten wir sie auch gerne bei uns zeigen. Dann haben wir beschlossen, wenn wir die Ausstellung schon nach Graz bringen, können wir auch gleich eine Wanderausstellung daraus machen. Diese funktionieren allerdings immer etwas anders, sodass man sie auch anders adaptieren muss. Das haben wir dann gemacht und die Ausstellung so für die Wanderschaft vorbereitet.“

In welchen Ländern wurde die Ausstellung denn bereits gezeigt?

„Nach Wien und Graz war die Ausstellung nun schon in Bratislava und in Bukarest. Jetzt ist sie hier in Prag und als nächstes wird sie möglicherweise in Belgrad gezeigt.“

Musste die Ausstellung an die Bedingungen und die Währung in dem jeweiligen Land angepasst werden?

„Es gibt immer spezielle Anpassungen, die vorzunehmen sind und in diesem Fall musste natürlich die Währung an das jeweilige Land angepasst werden. Zusätzlich gibt es noch kleinere Adaptierungen, beispielweise bei unserem ‚Geldzoo’. Er stellt Verbindungen her zwischen Tieren und Metaphern, wie ‚auf den Hund gekommen’. Solche Metaphern müssen an die jeweilige Sprache angepasst werden.“

Raum ‚Luxus’
Wir stehen hier vor dem Raum ‚Luxus’. Man darf diesen Raum man aber nicht einfach so betreten, oder?

„Nein, den Raum ‚Luxus’ darf man nicht so betreten. Man muss erst viel Geld von seiner Bankkarte abbuchen, was die Kinder natürlich nicht gerne machen. Manchmal entscheiden sie sich dann aber doch dazu und können in diesem Raum dann ihr ‚Geld zum Fenster rauswerfen’. Wenn die Kinder diese Erfahrung machen, sind sie oft relativ verärgert, weil sie sich das Geld auch eigentlich hätten sparen können. Damit ist die Botschaft, die wir den Kindern vermitteln wollten, auch angekommen: Dass man sich genau überlegen soll, wofür man sein Geld verwendet. Manches klingt oft sehr schön, bringt aber am Ende vielleicht gar nicht das Glück, das man sich erhofft.“

In Prag wird die Ausstellung jetzt erst eröffnet. Wie sind Ihre Erfahrungen von den bisherigen Stationen der Wanderausstellung, bzw. Ihrem Museum?

„Die Erfahrungen und das Feedback waren an allen Orten sehr gut. Die Ausstellung wird gut angenommen von den Lehrerinnen und Lehrern. Auch bei uns im eigenen Haus ist die Ausstellung wunderbar angekommen. Hier in Prag wird sie in einem eher traditionellen Museum gezeigt. Deshalb müssen wir ein bisschen kommunizieren, dass die Ausstellung einen Schwerpunkt für Kinder und Familien hat. Toll ist aber, dass der Inhalt auch für die Eltern recht spannend ist. Deswegen würde ich sagen, dass die Ausstellung nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie ist.“

Die Ausstellung „Peníze nebo život“ ist im Prager Stadtmuseum bis zum 3. November 2013 zu sehen.

Fotos: Martina Schneibergová