„Geschicke unserer Völker sind eng miteinander verknüpft…“

Während wir in den letzten Ausgaben des Hörerforums Ihre Anregungen kommentiert haben und unter anderen unserem Chefredakteur oder unserem Kurzwellen-Experten das Wort übergeben haben, wollen wir heute wieder vor allem Ihre Stimmen erklingen lassen.

Hradec nad Moravicí  (Foto: CzechTourism)
Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer. Zunächst möchten wir uns für Ihre Empfangsberichte bedanken. Unser Dank geht unter anderem an Manfred Sigulla aus Halle an der Saale, Georg Pleschberger aus dem österreichischen Villach und Patrick Jeffers aus Sandbach in Großbritannien. Auch Konrad Karch aus Sankt Augustin in der Bundesrepublik Deutschland hat uns einen Empfangsbericht geschickt. Allerdings betrifft dieser nicht die deutschsprachigen Sendungen von Radio Prag, sondern das tschechische Programm von Český rozhlas 6, das er über Mittelwelle hört. Diesen Bericht werden wir aber ebenso gern mit einer QSL-Karte belohnen. Inzwischen sind auch schon die ersten bunten Ostergrüße bei uns angekommen, wie zum Beispiel aus Duisburg von Peter Möller oder aus dem nahe Tschechien gelegenen Annaberg-Buchholz, und zwar von Michael Brawanski. Auch sie haben uns Freude bereitet.

Museum des Handwerks in Letohrad  (Foto: Museumsarchiv)
Wenden wir uns nun Ihren Briefen zu. Nach vielen Worten des Bedauerns über das Ende der Kurzwellensendungen von Radio Prag haben wir mittlerweile schon einige Kommentare bekommen, die die neuen Empfangsmöglichkeiten bewerten. Mit großem Interesse haben wir die Zeilen von Fritz Andorf aus Meckenheim gelesen. Er weiß die Vorteile des Empfangs über das Internet zu schätzen:

„Während also das Einschalten umständlicher ist, ist der Empfang der Programme im Kopfhörer deutlich besser, ohne Interferenzen von Nachbarstationen und ohne jedes Fading. Hinzu kommt, dass man auf der Website die Programme mitlesen und die erläuternden Illustrationen dazu verfolgen kann, was allein schon wegen der Schreibweise der tschechischen Bezeichnungen sehr hilfreich ist. So hat man die Begriffe des Tschechischkurses vor Augen, die sich ja von der Aussprache deutlich unterscheiden. Auch waren viele Exponate aus dem heute vorgestellten Museum des Handwerks in Letohrad zu sehen, dazu kam eine Landkarte, auf der man die geographische Lage dieses Museums sehen und sogar zoomen konnte. Dabei entdeckte ich, dass Letohrad ganz nahe meiner Geburtsheimat im südlichen Glatzer Land liegt. So habe ich mir dieses interessante Museum für einen späteren Besuch vorgemerkt.“

Während wir Herrn Andorf zur Reise nach Letohrad inspiriert haben, so haben wir bei Ralf Urbanczyk aus Eisleben mit unserem Bericht über die nordböhmische Stadt Ústí nad Labem / Aussig ins Schwarze getroffen. Er schreibt:

„Interessant fand ich das Gespräch mit der österreichischen Germanistin Eva Gänsdorfer über die Stadt Ústí nad Labem. Ich war schon mehrmals in dieser Stadt und finde sie eigentlich immer wieder schön, trotz der vielen Industrie und Plattenbauten. Der reizvolle Blick zur Ruine der Burg Schreckenstein (Střekov), die sich am rechten Elbeufer auf einem Felsen über der Stadt erhebt, und die malerische Umgebung des Böhmischen Mittelgebirges sind viel mehr prägend für diese Stadt.“

Achim Kissel aus Duisburg empfängt uns über Satellit und findet, dass die Empfangsqualität sogar besser ist als auf der Kurzwelle. Das Internet nutzt er selten, meistens nur um die Texte von interessanten Sendebeiträgen auszudrucken. Mit besonderem Interesse höre er Beiträge über die Geschichte des Landes. Sein Faible an der Historie belegt er auch mit einer Betrachtung zur Geschichte der Tschechen und Deutschen:

„Dabei merkt man immer wieder, wie eng die Geschicke unserer Völker seit vielen Jahrhunderten miteinander verknüpft sind. So hat die Reformation Martin Luthers in Deutschland wichtige Impulse von dem mutigen Tschechen Jan Hus erhalten, der in Konstanz auf dem Scheiterhaufen starb. Mit dem Prager Fenstersturz begann der Dreißigjährige Krieg, der ganz Mitteleuropa verwüstete. Ich denke auch daran zurück, dass viele Menschen in Deutschland mit großer Sympathie auf die Reformbestrebungen des Prager Frühlings 1968 schauten.“

Ost-Berlin
Achim Kissel erinnert sich auch daran, wie er mit seiner Schulklasse 1969 Ost-Berlin besuchte:

„Damals war nicht absehbar, dass nur wenig mehr als 20 Jahre später der Eiserne Vorhang fallen würde. Heute sind unsere Völker Nachbarn in einer Europäischen Union, die uns einander immer näher bringt. Sicher gibt es in Europa noch viele Defizite, aber insgesamt finde ich, dass wir doch auf einem guten Weg sind.“


Murgtal  (Foto: Tom Lück,  Creative Commons 3.0)
Soweit unser heutiger Blick in die Hörerpost. Zu guter Letzt aber haben wir noch einen Hinweis beziehungsweise einen Tipp für diejenigen von Ihnen, die sich als treue Kurzwellenhörer verstehen. Bernd Seiser und Siegbert Gerhard haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass am 14. Mai in Gaggenau-Ottenau das 30. überregionale DX-Treffen für Kurzwellenhörer und DXer im Raum Murgtal, Offenburg, Karlsruhe und Bretten stattfindet. Zu dieser Veranstaltung sind alle Freunde des Rundfunkfernempfangs aus dem angesprochenen Gebiet, aber auch darüber hinaus herzlich eingeladen.

Und das war es für heute. Über Ihr Lob, Ihre Kritik, sonstige Anmerkungen und natürlich auch über Ihre Empfangsberichte freuen wir uns auch weiterhin. Schicken Sie Ihre Post bitte auf traditionellem Weg an Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Praha 2, Tschechische Republik oder per Email an deutsch@radio.cz. Machen Sie es gut und auf Wiederhören in zwei Wochen!