Hallenbau mit finnischer Schützenhilfe

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Bei der derzeit in Schweden stattfindenden Eishockey-Weltmeisterschaft hat die Tschechische Republik nach einer Niederlage gegen Russland überraschend schon im Viertelfinale ausgeschieden.Schon in zwei Jahren ist Tschechien selbst als Ausrichter der Eishockey-WM an der Reihe. Doch bis dahin muss man den Auflagen des Eishockey-Weltverbandes (IIHF) zufolge in Prag eine neue, moderne multifunktionelle Arena errichtet haben. Laut den Planungen des Investors, der tschechischen Lotteriegesellschaft Sazka, soll dazu im Juni dieses Jahres der erste Spatenstich vollzogen werden. Pressevertreter hatten den Termin des Baubeginns zuletzt jedoch immer öfter angezweifelt.

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Aus aktuellem Anlass hatte Investor Sazka dieser Tage in Prag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Verkündet wurde den Medienvertretern aber "nur" der frisch unterzeichnete Partnerschaftsvertrag zwischen der Firma Bestsport, einer Sazka-Tochter, und der finnischen Gesellschaft JHC Arena Holding über die Gewährung einer beratenden, konsultativen Hilfe durch die Skandinavier bei der Realisierung des Projekts. Wie diese Hilfe aussehen soll, dazu sagte uns der Direktor der für die Projektumsetzung verantwortlichen AG Bestsport, Antonín Surka:

"Wir wollen mit Hilfe dieses Partnerschaftsvertrages mögliche Fehler antizipieren, die uns unter Umständen unterlaufen würden, wenn wir diese konsultative Unterstützung nicht hätten. Es kann sich dabei um Fehler bei technischen Lösungen, arbeitsorganisatorischen Fragen und dergleichen mehr handeln, denen wir noch vor Baubeginn vorbeugen können. Das ist das eine. Zum anderen geht es um die Fragen darüber, wie man die neue Arena wirtschaftlich gewinnbringend nutzen und betreiben sollte. Und gerade dafür haben wir mit der Gesellschaft JHC Arena Holding ein Unternehmen als Berater und Ausbilder gefunden, das auf diesem Gebiet in Europa führend ist."

Wie zur Bestätigung von Surkas Aussage hatte Harry Harkimo, der Chef der finnischen Gesellschaft, während seiner Ausführungen auf die bisherigen Erfolge seiner Firma verwiesen. Dazu gehört u.a. der Bau und Betrieb der Hartwall Areena in Helsinki, die als das wirtschaftlich erfolgreichste Unternehmen seiner Art in Europa gilt. Dennoch sollen die Finnen den Worten von Sazka-Direktor Ales Husák zufolge weder als Mitinvestor noch als zukünftiger Betreiber in das Projekt der "Hala Sazka" einsteigen. Diesen Aufgaben werden, so Husák, weiterhin einzig und allein aus tschechischen Finanzmitteln bestritten. Und ohne sich einen Seitenhieb auf die anwesende Journaille zu verkneifen, erklärte Husák, dass Investor Sazka und dessen Tochter Bestsport bisher alle Termine in Vorbereitung des Baues eingehalten hätten und auch die weiteren einhalten werden. Nun, wir werden es genau beobachten, ob im Juni wirklich der Hammer fällt oder aber der Haussegen schief hängt.