Lotteriegesellschaft Sazka will nun für Bau der neuen Prager Arena sorgen

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Die tschechischen Eishockeyspieler sind derzeit die besten in der Welt. Klar, dass sie der einheimische Fan bei einer WM-Titelverteidigung gern auch einmal in einer hiesigen Halle sehen und unterstützen will. Dazu hat Tschechien das Recht zur Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2004 erworben. Doch die damit verbundene Verpflichtung, nämlich der Bau einer neuen Multifunktional-Arena in der Hauptstadt Prag, konnte bisher noch nicht eingelöst werden. Nun aber soll es endlich vorwärtsgehen. Wie, das verrät Ihnen Lothar Martin.

Schon 14 Monate tappt der Vorsitzende des tschechischen Eishockeyverbandes Karel Gut im Dunklen bei der Frage, wer, wo und wann die neue Superarena in der Moldaumetropole errichten wird. Solange zogen sich nämlich schon die nicht fruchtenden Verhandlungen zwischen dem finnischen Investor Multi Areena, dem Pächter des vorgesehenen Grundstücks auf der Lokalität Hagibor, dem Sportklub Bohemians Prag, und der Stadt Prag hin. Grund für das ständige Scheitern waren die nicht geklärten Eigentumsverhältnisse von Hagibor, in die selbst der eigens eingesetzte Regierungsbeauftragte für den Bau der Arena, Ladislav Malý, keine Klarheit bringen konnte. Naiv und leichtfertig hatten der Veranstalter des Events, der tschechische Eishockeyverband, und der Magistrat der Stadt Prag jedoch lange, viel zu lange an dieser einen Lokalität festgehalten.

Nun, unter dem Druck einer erneuten Blamage - weil man das ursprünglich für 2003 erworbene Veranstaltungsrecht nicht realisieren konnte, erhielt der tschechische Eishockeyverband ein Jahr Aufschub und soll die WM 2004 ausrichten - scheint es erstmals zu einem Schulterschluss mehrerer Interessengruppen zu kommen. Jetzt hat sich nämlich die größte tschechische Lotteriegesellschaft Sazka bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen und in die Rolle des Hauptinvestors zu schlüpfen. Doch die Finanzierung ist noch längst nicht bis zum Ende sichergestellt, wie der Vizevorsitzende der Gesellschaft Sazka, Roman Jecmínek, erklärte: "Wollen wir die Halle bauen, müssen wir mit Sicherheit Erträge aus den Neuen Spielen erzielen."

Welcher Art diese sog. Neuen Spiele sind, wollte Jecmínek - mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis - jedoch nicht vor der versammelten Journalistenschar erklären. Jecmínek versicherte hingegen auf der Pressekonferenz: "Sazka ist im Gegensatz zu allen anderen Bewerbern völlig sicher, diese Angelegenheit durchfinanzieren zu können. Wir sind zwar derzeit nur in der Lage, das Geld für das Grundstück und die ersten Bauphasen bereitzustellen, doch selbst wenn wir die Lizenz für die Neuen Spiele sofort erlangen, können wir die ersten Erlöse daraus nicht früher als für den Herbst des nächsten Jahres erwarten."

Im Gegensatz zum bisher vorgesehenen Investor Multi Areena habe Sazka bereits zwei Grundstücke im 9. Prager Stadtbezirk in Aussicht, wo die Grundstücksfrage geklärt sei. Doch da die tschechischen Mühlen langsam mahlen und für negative Überraschungen nicht selten gesorgt wird, muss Sazka gleich Nägel mit Köpfen machen. Ansonsten werden noch Wetten angenommen, dass die Arena bis zum WM-Termin im Frühjahr 2004 immer noch ein großer Traum des tschechischen Eishockeyfans bleiben wird.