Holocaust-Gedenktag: Im Prager Senat wird an Opfer erinnert und vor Antisemitismus gewarnt
Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust fand am Dienstag eine Veranstaltung im Prager Senat statt.
Der Vorsitzende der oberen Kammer des tschechischen Parlaments, Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten), erinnerte in seiner Ansprache unter anderem daran, dass in einer Welt, die sich auf Regeln stütze, das Risiko reduziert werde, dass Emotionen, Kraft oder Macht überwiegen. Vystrčil zufolge müssten die Menschen stark genug sein, sich an die Lehren aus der Vergangenheit zu erinnern.
Der Holocaust-Überlebende Pavel Jelínek aus Liberec erinnerte in seiner Rede daran, dass nur 40 von den 1350 Mitgliedern der dortigen jüdischen Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg in die Stadt zurückgekehrt sind. Er machte zudem auf antisemitische Aktivitäten aufmerksam, denen die Juden infolge des israelisch-palästinensischen Konflikts und der Bemühungen um die Zerschlagung der Terrorbewegung Hamas ausgesetzt sind. Jelínek betonte, es sei vor allem wichtig, keine Angst zu haben.
Der Verwaltungsratsvorsitzende des Stiftungsfonds für Holocaust-Opfer, Michal Klíma, wies auf die zunehmenden Manifestationen des Antisemitismus in Tschechien hin, die nicht nur ein Werk „ungebildeter Primitiver“ seien, sondern auch an den Universitäten stattfänden. Er erinnerte an das Hissen von palästinensischen Flaggen im vergangenen Jahr zum Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas, bei dem etwa 1200 Menschen getötet und über 250 Personen als Geiseln nach Gaza verschleppt worden sind. Klíma zufolge begann der Holocaust mit verbalen Angriffen. Er warnte vor der Fälschung von Tatsachen, die als Meinungsfreiheit getarnt werden. Es gehe nicht um den Schutz einer Minderheit, sondern um den Schutz der ganzen Gesellschaft, hob Klíma hervor.







