Innovation: Tschechien schneidet im EU-Vergleich eher schlecht ab

Im Innovationsranking der Europäischen Kommission liegt Tschechien aktuell auf dem 19. Platz. Die Schwachstellen werden klar benannt.

Die innovativsten Länder der EU sind Schweden und Dänemark. Die Schlusslichter stellen hingegen Bulgarien und Rumänien dar. Dies besagt der Vergleich European Innovation Scoreboard für 2025. Dieser Bericht wird jedes Jahr von der Europäischen Kommission herausgegeben.

Bremsen für das Innovationsniveau in Tschechien sind demnach mangelnde Investitionen sowohl von staatlicher als auch von privater Seite. Zudem würden die akademische und die unternehmerische Sphäre nicht ausreichend zusammenarbeiten, heißt es weiter. David Kotris, Leiter der Beratungsfirma enovation, erläutert:

„Die Tschechische Republik erreicht 80 Prozent des EU-Durchschnitts. Alarmierend ist vor allem, dass sie sich in den letzten sieben Jahren praktisch nicht bewegt hat. Und im Jahresvergleich hat sie sich sogar um fast zehn Prozentpunkte verschlechtert. Innovationen sind jedoch der Schlüsselfaktor für Wirtschaftswachstum und Konkurrenzfähigkeit.“

Während Tschechien durchaus grundlegende Innovationskapazitäten entwickle, fehle es an einer systemischen Anbindung, ergänzt Kotris. Er führt aus, dass sich dies in einer geringen technologischen Weiterentwicklung, einem Fachkräftemangel, einer schwachen Arbeitsproduktivität sowie in einer niedrigen Zahl an Hochschulabsolventen widerspiegle.

Foto: QuinceMedia,  Pixabay,  CC0

Dem EU-Vergleich zufolge beteiligt sich Tschechien außerdem zu wenig an internationalen Förderprogrammen. Zu Jahresbeginn liefen demnach hierzulande 1366 entsprechende Projekte, was nur 1,6 Prozent der Förderung in allen EU-Staaten ausmachte.

Die Studie belegt aber auch die starken Seiten Tschechiens. So werden die überdurchschnittlich guten digitalen Fähigkeiten der Menschen hierzulande angeführt sowie der steigende Export von Hi-Tech-Produkten. Des Weiteren haben sich in den vergangenen zehn Jahren die Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung verdoppelt. „Knapp 100 Milliarden Kronen (vier Milliarden Euro, Anm. d. Red.) sind im europäischen Vergleich aber immer noch zu wenig“, kommentiert Kotris. Privatfinanzierte Investmentfonds müssten darum der künftige Motor auf dem Gebiet der Innovationen in Tschechien sein, so seine Forderung.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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