Internationaler Romakongress in Prag

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Vom 25. bis 27. Juni findet in Prag der 5. Weltkongress der Internationalen Romaunion statt. Hauptprogrammpunkte des 3-tägigen Kongresses waren die Situation der Roma in Mittel- und Osteuropa, die Erarbeitung einer neuen Satzung und die Vorstellung eines Stabilisationsprogramms, welches den Roma sowohl in Ost- aber auch in Westeuropa langfristig aus ihrer schlechten wirtschaftlich sozialen Situation helfen soll. Für Radio Prag nahm unser freier Mitarbeiter Armin Sandmann an der Kongresseröffnung teil:

In den kommenden 2 Tagen werden die Delegierten ein Stabilisierungsprogramm ausarbeiten und sollte dieses die Unterstützung aller Abgeordneten des Weltkongresses erhalten, so kann ich sagen, dass dieses Programm die Situation der Roma sowohl in Mittel- und Osteuropa, als auch in Westeuropa bedeutend verändern kann.“

Mit diesen Worten eröffnete Emil Scuka, der Vorsitzende der Roma in Tschechien, den 5. Weltkongress der Internationalen Romaunion in Prag. Der Grund zur Wahl des Tagungsortes war einer der Schwerpunkte dieses Kongresses, der sich gerade mit der Situation der Roma in den EU-Beitrittskandidatenländern befasst. Die Internationale Romaunion ist die älteste und am weitesten verbreitete Romaorganisation auf der Welt. Sie entstand im April 1971 in Oprington bei London auf Initiative von regionalen Romaorganisationen aus 28 Ländern. Seit ihrer Gründungssitzung hat dieser Dachverband seine eigene Flagge, Hymne und eine eigene „Roma-Amtssprache“. Derzeit sind 36 Länder im Rahmen der Romaunion vertreten und weitere sollen auf dem in Prag stattfindenden Weltkongress aufgenommen werden. Speziell die sozialen und wirtschaftspolitischen Bedingungen für die Roma in den Ländern Mittel- und Osteuropas waren vornehmliche Gesprächsthemen gleich am Eröffnungstag. Des weiteren diskutierte man auch über die Notwendigkeit, gegen die bestehende Sprachdiskriminierung zu kämpfen. Dies bedeutet in erster Linie eine Anerkennung des Romani als offizielle Sprache und des weiteren die Ablehnung von Bezeichnungen wie Zigeuner in jeglichen Weltsprachen. All diese Probleme sollen in einem Stabilisierungsprogramm ihre Lösungen finden. Zu konkreten Punkten dieses Programms noch einmal Emil Scuka:

"Wir wollen die wirtschaftliche Situation in Bezug auf die Roma verändern. Das heißt, es müssen Wirtschaftstrukturen für die Roma entwickelt werden. Bisher sind die Roma nur eine soziale Randgruppe, aber sie müssen eine wirtschaftliche Gruppe in der Gesellschaft bilden."“

Autor: Armin Sandmann
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