Ivo Kahánek gewinnt BBC Music Magazine Award

Jakub Hrůša und Ivo Kahánek (Foto: Archiv von Ivo Kahánek)

Die CD „Dvořák – Martinů / Piano Concertos“ wurde mit dem BBC Music Magazine Award in der Kategorie „Konzert“ geehrt. Unter den diesjährigen Gewinnern, die im Mai in London bekanntgegeben wurden, sind somit der tschechische Pianist Ivo Kahánek sowie die Bamberger Symphoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jakub Hrůša. Mit den Awards werden die besten Klassik-Aufnahmen des Jahres ausgezeichnet.

Jakub Hrůša und Ivo Kahánek (Foto: Archiv von Ivo Kahánek)

Ivo Kahánek (Foto: Dušan Martinček, Archiv von Ivo Kahánek)
Das Album „Dvořák – Martinů / Piano Concertos“ ist in zwei Phasen entstanden. 2017 wurde die Studio-Aufnahme des Klavierkonzerts g-Moll op. 33 von Antonín Dvořák eingespielt. Und beim zweiten Teil, dem Klavierkonzert Nr. 4 „Incantation“ von Bohuslav Martinů, handelt es sich um einen Konzertmittschnitt. Dieser entstand im Januar vergangenen Jahres im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg.

Die prämierte CD ist in Kooperation der Plattenfirma Supraphon und des Rundfunksenders Radio BR Klassik erschienen. Die Hörproben der beiden Konzerte werden sie von Zitaten aus einem Gespräch zwischen Ivo Kahánek und Jakub Hrůša, das im Booklet zur ausgezeichneten CD abgedruckt ist.

Das Klavierkonzert g-Moll op. 33 von Antonín Dvořák wird relativ selten aufgeführt. Laut dem Pianisten Kahánek steht das Konzert in Bezug auf seien Umfang, die Instrumentierung und den Ausdruckscharakter an der Seite der Konzerte beispielsweise von Tschaikowsky oder Brahms. Gleichzeitig zeichne es sich aber durch eine Klavier-Stilisierung aus, die durch ihre Effektivität und Effektfülle die Realisierung einiger Ausdrucksabsichten des Komponisten den Pianisten nicht gerade erleichtere. Zudem gehe es beim Genre Konzert allgemein auch um Virtuosität und „Show“ meint Kahánek. „Dvořák war diese Zutat jedoch nie besonders eigen; er orientierte sich eher an maximaler Ausdruckstiefe, während der Effekt des Instrumentes für ihn keine besondere Priorität darstellte“, so der Pianist wörtlich.

Ivo Kahánek (Foto: Dušan Martinček, Archiv von Ivo Kahánek)
Jakub Hrůša ergänzt dazu, das Konzert sei für einen Pianisten sehr anspruchsvoll geschrieben worden, obwohl das dem Publikum vielleicht gar nicht auffalle. Als Dirigent meint er: „Ansonsten würde ich sagen, dass dieses Konzert über eine großartige Kraft und Schönheit verfügt und es für einen Dirigenten eine der interessantesten Begleitungen darstellt; es geht um einen gleichwertigen Dialog, bei dem das Orchester mit dem Dirigenten stets etwas anzubieten hat.“

Das zweite Stück, das wir heute spielen, ist die „Incantation“, das Klavierkonzert Nr. 4 von Bohuslav Martinů. Laut dem Dirigenten Jakub Hrůša ist sie durch das geprägt, was für das gesamte Spätwerk Martinůs spezifisch sei: „Er hat einfach einen Punkt an musikalischer Tiefe, Instinkt und kompositorischer Praxis erreicht, der es ihm erlaubte, sich total zu befreien, sich von der Phantasie ohne äußere formale Regeln treiben zu lassen.“

Pianist Ivo Kahánek hält die „Incantation“ für eine der originellsten Kompositionen für Klavier und Orchester aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Neben den originellen Klangideen (zum Beispiel der häufigen Symbiose von Klavier und Harfe) fasziniert mich an ihm vor allem die Verbindung einer unglaublichen Ausdruckssuggestivität und Phantasie mit einer markanten kompositorischen Stringenz und Reflexion. Alle möglichen Ausdruckslagen, von einer motorischen Rhythmushaftigkeit über Leidenschaft und Tragik bis zum träumerischen Surrealismus vereinen sich hier zu einem atemberaubenden Ganzen“, so Kahánek.