Jahrhunderthochwasser in Südböhmen

L'inondation à Ceske Budejovice, photo: CTK

Das Jahrhunderthochwasser hat am Donnerstag die südböhmische Metropole Ceské Budejovice/Budweis und weitere Teile Südböhmens heimgesucht. Häuser wurden überschwemmt, ein Teil der Bevölkerung musste evakuiert werden. Martina Schneibergová fasst zusammen.

Ceske Budejovice am 8. 8. 2002 (Foto: CTK)
Mit der Evakuierung von Tausenden Bewohnern einiger südböhmischer Gemeinden und eines Teils von Ceské Budejovice begann die Feuerwehr bereits in der Nacht zum Donnerstag. In zwölf Orten wurde die höchste Stufe der Hochwasserwarnung ausgerufen. Premier Vladimir Spidla und Innenminister Stanislav Gross besuchten die Krisenregion, um sich ein Bild von den Unwetterfolgen zu machen. Gross dankte bei dieser Gelegenheit der Feuerwehr, Polizei und Armee, die sich an den Rettungsarbeiten beteiligten:

Brauerei in Ceske Budejovice (Foto: CTK)
"Ich möchte mich auch dafür bedanken, dass die große Mehrheit der Menschen Verständnis für die im Zusammenhang mit dem Hochwasser getroffenen Maßnahmen zeigte," sagte der Minister.

Premier Spidla versprach den Betroffenen entsprechende Hilfe von der Regierung. Es zeigte sich, dass fast die Hälfte aller landwirtschaftlichen Flächen in den Bezirken Ceské Budejovice/Budweis und Ceský Krumlov/Krummau überschwemmt wurden. Die Hochwasserschäden in der Landwirtschaft werden auf 50 Mio. Kronen geschätzt. Landwirtschaftsminister Jaroslav Palas versprach, die Schäden aus dem Budget seines Ressorts und des Grundstückfonds zu kompensieren.

Ceske Budejovice am 8. 8. 2002 (Foto: CTK)
Das Hochwasser hat am Donnerstag offensichtlich vier Menschenleben gefordert. Das erste Hochwasseropfer war eine Studentin, die in der Nähe von Písek von einem entwurzelten Baum erschlagen wurde. Vermisst wird weiterhin ein Mädchen, das von ihrem Schlauchboot am Donnerstag im Fluss Berounka bei Rokycany in Westböhmen verschwand. Vermisst wird seit Donnerstag auch ein Autofahrer, der mit seinem Wagen von einer Brücke in Kaplice bei Ceský Krumlov vom Hochwasser niedergerissen wurde. Während der Rettungsarbeiten in Tábor starb ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr an Herzversagen.

Wegen Hochwasser waren ein Viertel der Stadt Ceské Budejovice sowie einige naheliegenden Gemeinden am Donnerstag ohne Strom. Überbelastet war am Donnerstag in der Region von Budweis auch das Mobilnetz von Eurotel und von Radiomobil.

In Pilsen - Koterov (Foto: CTK)
Die Evakuierung der Bewohner der Regionen Písek und Ceský Krumlov wurde teilweise auch noch in der Nacht zum Freitag fortgesetzt. Notunterkünfte wurden den Betroffenen u. a. von der Diözesankaritas in Budweis zur Verfügung gestellt.

Wegen Hochwasser mussten nicht nur Straßen, sondern auch einige Eisenbahnstrecken in Südböhmen gesperrt werden. Geschlossen waren auch einige tschechisch-österreichische Grenzübergänge. Sowohl die Eisenbahnstrecken, als auch die Grenzübergänge waren am Freitagmorgen wieder in Betrieb.