Kampf gegen Wellen und Quallen: Erster Tscheche durchschwimmt Cookstraße im Alleingang
Vor zwei Wochen hat es Jakub Kačerovský geschafft. Als erster Tscheche durchschwamm er im Alleingang die Cookstraße. Im Interview für Radio Prag International hat der Extremschwimmer erzählt, was er alles bewältigen musste. Mehr dazu im folgenden Beitrag.
Es ist ein stundenlanger Kampf gegen die Wellen – die Cookstraße, also die Passage zwischen der nördlichen und der südlichen Hauptinsel Neuseelands, gilt für Extremschwimmer als besonders tückisch. Jakub Kačerovský hat sie als erster Tscheche solo bewältigt. Er schildert:
„Die Strecke ist nicht so sonderlich lang, es sind Luftlinie knapp 23 Kilometer. Letztlich bin ich etwas über 26 Kilometer geschwommen. Allerdings gab es dort starke Strömungen, die den Weg erschwert haben. Deswegen habe ich über sieben Stunden gebraucht, konkret 7:09 Stunden.“
Der Weltrekord für die Durchquerung der Cookstraße liegt bei etwas über viereinhalb Stunden. Wie Kačerovský sagt, hatte er auch ein bisschen wärmeres Wasser erwartet, letztlich lag die Temperatur bei rund 14 Grad. Der 24-jährige Extremschwimmer wurde per Boot begleitet.
„Das Begleitboot hat sich um meine Sicherheit im Wasser gekümmert. Die Leute haben beobachtet, ob sich mir nicht etwa Haie nähern. Direkt neben mir hatte ich noch ein Schlauchboot, in dem meine Mutter saß und mich alle halbe Stunde mit Trinken versorgt hat, damit ich nicht entkräfte. Und der Fahrer des Schlauchboots war zugleich der Schiedsrichter, der darüber gewacht hat, dass alle Regeln für die Durchquerung eingehalten werden“, so der Sportler.
Sein Ziel sei allerdings nicht vorrangig gewesen, sich mit dem Durchschwimmen der Meerenge selbst etwas zu beweisen. Sondern er sei für einen guten Zweck unterwegs gewesen, unterstreicht Jakub Kačerovský:
„Ich schwimme vor allem für Menschen mit Multipler Sklerose. Ich würde gerne mit meinen Durchquerungen auf diese Krankheit aufmerksam machen und die Erkrankten unterstützen. Meine Großmutter litt unter einer neurodegenerativen Krankheit, an der sie auch starb. Und einer meiner Kumpels aus meinem Team hat in seiner Familie jemanden mit MS.“
Der Extremschwimmer aus Prag hat im vergangenen Jahr bereits den Ärmelkanal durchquert. Und er kann nun einordnen…
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„Die Cookstraße war sicher schwieriger. Aber so ganz lässt sich das nicht vergleichen. Durch den Ärmelkanal bin ich rund 20 Kilometer mehr geschwommen. Das Wasser war jedoch wärmer, und die Wellen waren niedriger. In der Cookstraße musste ich zunächst für zweieinhalb Stunden in einem Meer von Quallen schwimmen, die gebrannt haben. Das hat sich etwa so angefühlt, wie wenn man sich in Brennnesseln legt. Es war ziemlich widerwärtig“, findet Kačerovský.
Was aber braucht es, um sich auf solch eine Durchquerung vorzubereiten? Natürlich gehöre dazu an erster Stelle das entsprechende Schwimmtraining, sagt der Sportler. Doch das allein reiche nicht:
„Bei den meisten dieser langen Durchquerungen geht es viel eher um die mentale Vorbereitung. Wenn man im Kopf nicht bereit ist, kann man den Körper noch so gut trainiert haben, aber man schafft es nicht.“
Jakub Kačerovský ist übrigens mehrfacher tschechischer Meister im Winterschwimmen und arbeitet unter anderem als Schwimmtrainer.








