Katholische Kirche fordert zur Diskussion über die Sozialfragen auf

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Wie wir Sie, verehrte Hörerinnen und Hörer, bereits informiert haben, wurde in diesen Tagen von der katholischen Kirche ein tiefgreifendes Dokument zu den Sozialfragen veröffentlicht, in dem sich die Kirche nicht nur zur Mitverantwortung für die jetzige Lage in der Gesellschaft bekennt, sondern auch zu einer öffentlichen Diskussion darüber auffordert. Martina Schneibergova fasst zusammen:

"Es ist unmöglich, einen dicken Strich unter die Vergangenheit zu setzen", "Die moralische Seite der wirtschaftlichen Transformation wurde unterschätzt", "Der Christ ist zum Engagement verpflichtet" - dies sind einige der insgesamt 65 Kapitel des in 9 Themenbereiche gegliederten Materials. Über die Beweggründe für die Entstehung des Dokuments erklärte der Leiter des Pressezentrums der Tschechischen Bischofskonferenz, Stanislav Kosik:

Wie Stanislav Kosik weiter erklärte, weisen die Autoren des Dokuments darauf hin, dass die ethische Dimension für das Leben der Gesellschaft und die langdauernde Zufriedenheit der Bürger notwendig ist. In dem Material wurden gleichzeitig die Programmziele formuliert und Themen zur öffentlichen demokratischen Diskussion hervorgehoben, die zur Verbesserung des Sozialklimas in der tschechischen Gesellschaft führen soll.

Das Material wurde von einer Expertengruppe ausgearbeitet, die vom Präsidenten der Tschechischen Christlichen Akademie Professor Tomas Halik koordiniert wurde. Zur Zusammenarbeit wurde auch Experten aus anderen christlichen Kirchen in der Tschechischen Republik eingeladen.

Wie Stanislav Kosik betonte, handelt es sich um das bedeutendste Dokument, das seit der Wende von 1989 von der Kirche zu den Sozialfragen veröffentlicht wurde und es sei, so Kosik, kein Zufall, dass es eben am Vorabend des 17. Novembers zur Diskussion unterbreitet wurde.