Klaus: Bin nicht vom Klimawandel überzeugt - Überwiegend Kritik an seiner Rede in New York

Präsident Vaclav Klaus (Foto: CTK)

Bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eindringlich zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. "Wenn wir nicht handeln, werden die Folgen verheerend sein", sagte Ban am Montag in New York vor Spitzenpolitikern aus 150 Ländern. Unter ihnen war auch der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus, der als einziger Repräsentant seines Landes zum Klimagipfel eingeladen war. Allein auf weiter Flur stand Klaus dann auch mit seiner New Yorker Rede zum Klimawandel...

Präsident Vaclav Klaus (Foto: CTK)
Der tschechische Präsident Vaclav Klaus ist bekannt dafür, dass er gern Meinungen vertritt, die aus dem Rahmen fallen. Manchmal wird man den Eindruck nicht los, dass der Präsident auch zu Fragen, zu denen er sich noch kein klares Bild machen konnte, unbedingt eine Meinung artikulieren will. Frei nach dem Motto: Hauptsache auffallen. In der Frage des Klimawandels, dessen eingetretener Beginn schon in einigen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde, reagiert der 66-Jährige nämlich fast schon ein wenig trotzig:

"Jeder, der nicht verrückt ist, kann sich an den empirischen Daten orientieren. Dann wird er mithin feststellen können, dass seine Meinung widerlegt wird und dass er sich deshalb geirrt hat. Ich muss zugeben, dass ich bisher nicht davon überzeugt bin, dass ein Klimawandel droht."´

Die Auffassungen des Präsidenten zu den klimatischen Herausforderungen unserer Zeit sind hierzulande hinlänglich bekannt. Daher war mehreren Politikern - sowohl auf der Regierungs- als auch auf der Oppositionsbank - etwas flau im Magen bei der Vorstellung, wie Klaus die Tschechische Republik in New York vertreten wird. In seiner Rede auf dem Klimagipfel führte Klaus unter anderem aus, dass die globalen Temperaturanstiege in den letzten Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten im historischen Vergleich gesehen als sehr gering einzustufen seien. Und dass ihre Folgen für den Menschen und dessen Aktivitäten daher vernachlässigbar sind. Eine Meinung, die in Tschechien auf großen Widerstand stößt. Dennoch war der Parteichef der Grünen, Umweltminister Martin Bursik, zunächst einmal erleichtert darüber, dass der Präsident in New York nur eine gemäßigte Form seiner - wie Klaus selbst formulierte - persönlichen Meinung zum Thema Klimaschutz präsentierte:

"Ich hatte befürchtet, dass er etwas mehr opponieren würde. Ich denke, dass Präsident Klaus unter der Last, mit seiner Meinung allein dazustehen, seine Ausführungen letztlich etwas abgeschwächt hat."

Jiri Paroubek
Oppositionsführer Jiri Paroubek bezeichnete das Auftreten von Klaus auf der Konferenz als unglücklich. In seiner dazu abgegebenen Stellungnahme wurde der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokraten jedoch auch sehr deutlich: "In einer Zeit, in der die arktischen Gletscher schmelzen, das Trinkwasser knapper wird, sich die Wüsten weiter ausbreiten, die Ozonschicht dünner wird sowie ganze Pflanzen- und Tierarten aussterben, die Verantwortung des Menschen für diese Prozesse anzuzweifeln, das ist nicht nur dreist, sondern schon dumm".

Auch Ökologen und Ökoaktivisten in Tschechien kritisierten die Haltung des Präsidenten. Während viele kluge Köpfe praxisnahe Debatten über steigende Temperaturen, Tonnen von CO²-Emissionen und anderes mehr führen, hält der Präsident nur ideologische Reden, moniert zum Beispiel Vojtech Kotecky von der Umweltbewegung "Regenbogen" (Hnuti Duha). Aber ist es denn so missverständlich, wenn Präsident Klaus gegenüber dem Tschechischen Rundfunk sagt:

"Der Mensch übersteht doch eine klimatische Veränderung ganz einfach: Er schließt den Knopf an seinem Hemd oder aber er krempelt die Ärmel hoch. Also versuchen wir doch erst gar nicht, das Klima zu steuern. Zum Beispiel indem wir versuchen, die Temperatur von New York an die von Prag anzugleichen. Das bringt doch nichts. Ziehen wir doch einfach einen Pullover mehr oder weniger an."

So kann man es natürlich auch sehen.