Kommentare und Analysen

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Die Auseinandersetzung rund um die Machtverhältnisse im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen ist ein gefundenes Fressen für die Journalistenzunft aber auch viele Intellektuelle, da sie viele Fragen aufwirft, die letztlich die Grundwerte einer Demokratie betreffen. Marcela Pozarek führte ein Gespräch mit einem bekannten deutsch-tschechischen Journalisten, der für die Süddeutsche Zeitung als Korrespondent in Prag tätig war und zur Zeit Chefredakteur der tschechischen BBC Redaktion in Prag ist.

Gehen wir gleich zur Sache: Wann begann dem Tschechienkenner Petr Brod zu schwanen, dass es mit dem öffentlich-rechtlichen Sender nicht zum Besten steht, wieso sah er einen Konflikt voraus:

Der tschechische Schriftsteller Ludvik Vaculik witzelte in seinem Artikel in der Mittwochsausgabe der Lidove Noviny, es würde ihn erstaunen, dass sich da ein Direktor durchboxen will, den eigentlich niemand mögen würde. Zudem fragt Vaculik ironisch-rhetorisch, wie die elegante Frau Bobosikova dazu komme, gleich die Polizei auf ihre Kollegen zu hetzen.

Laut Vaculik habe man wieder einmal die Gelegenheit, zu zusehen wie in Tschechien über etwas wichtigeres entschieden wird, als nur das Fernsehen: nämlich über das tschechische Denken zwischen Gemeinheit und Ehrgefühl.

Autor: Marcela Pozarek
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