Konferenz über tschechisch-deutsche Zusammenarbeit in der EU

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Am Mittwoch und Donnerstag den 10. und 11. April fand in der juristischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag eine Konferenz über die tschechisch-deutsche Zusammenarbeit in der EU statt. Näheres erfahren sie im folgenden Bericht von Paul Bornkamm.

Auf politischem Parkett sind die deutsch-tschechischen Beziehungen immer noch brisant, wie die Diskussionen der letzten Wochen wieder gezeigt haben. Auf anderer Ebene werden die Verbindungen jedoch ungeachtet aller Irritationen, die diese oder jene Aussage von Politikern hervorrufen, freundschaftlich weitergeführt. So wurde diese Woche an der juristischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag eine Konferenz über tschechisch-deutsche Zusammenarbeit in der EU veranstaltet. Organisiert hatte die Konferenz die European Law Students Association, kurz ELSA, die an etwa 180 europäischen Universitäten im Bereich der Rechtswissenschaft tätig ist. Finanzielle Unterstützung gewährten dabei die Friedrich-Ebert-Stiftung und der Deutsch-tschechische Zukunftsfonds.

Jirí Hes, Vizepräsident von ELSA Tschechien erklärte uns, wie es zu der Idee kam, eine tschechisch-deutsche Konferenz in Prag zu organisieren:

"Wir wollten eine Konferenz mit internationaler Beteiligung organisieren, weil wir es für richtig halten, internationale Kontakte zu pflegen. Und wir möchten die Grenzen, die zwischen unseren Völkern existieren auch auf solche Weise abbauen."

Als Referenten hatten die Organisatoren Anwälte, Vertreter verschiedener Organisationen, Professoren, sowie Diplomaten geladen, die juristische, wirtschaftliche und politische Fragen der tschechisch-deutschen Beziehungen im Hinblick auf die Integration Tschechiens in die EU diskutierten. Unter anderen referierten etwa der Botschafter der Europäischen Kommission in Tschechien Ramiro Cibrian, der ständige Vertreter des Botschafters der Bundesrepublik in Prag, Dr. Andreas Meitzner, der gemeinsam mit dem ehemaligen tschechischen Botschafter in Deutschland, Frantiek Èerný, aus diplomatischer Sicht über den Stand der gegenseitigen Beziehungen berichtete.

Besonderen Anklang fanden die Veranstaltungen auch bei deutschen Studenten, von denen in diesem Jahr im Rahmen der EU-unterstützten ERASMUS- und SOKRATES-Programme etwa 20 Studenten an der juristischen Fakultät der Karlsuniversität studieren. Unter anderem anlässlich der Konferenz war zudem eine kleine Gruppe von Studenten aus Düsseldorf angereist. Über weitere Pläne zu tschechisch-deutschen Themen an der juristischen Fakultät gab uns noch einmal abschließend Jirí Hes Auskunft:

"Wir wollten mit einer Tradition anfangen. Diese Konferenz ist nicht das einzige, was ELSA Tschechien organisiert. In einem Monat findet eine ähnliche Konferenz in Brünn statt. Wir funktionieren als ELSA so, dass wenn eine Aktion gut ist, dann machen wir es wieder. Gestern war die Beteiligung doppelt so groß als wir erwartet hatten. Es sieht so aus, dass es nächstes Jahr wieder stattfindet."

Autor: Paul Bornkamm
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