Kriminalität von Jugendlichen - Tendenz steigend

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Von Jitka Mladkova.

Mit dem Ende der Ferien und Beginn des neuen Schuljahres wird über Kinder und Jugendliche hier zu Lande des öfteren auch in einem anderen Kontext gesprochen: Diebstahl und Gewalttaten sind die häufigsten Gesetzesverstöße, an denen auch die jüngste Alterskategorie in erhöhtem Maße partizipiert. Der Polizei zufolge zeichnet sich hierbei die Kriminalität faktisch jeder Art durch zunehmend fachmännische und durchdachte Methoden aus, oft gepaart mit Aggressivität und Brutalität, auch hier ist die Tendenz steigend. So sieht es auch der Bericht über die Sicherheitssituation in der Tschechischen Republik, den das Kabinett dem Abgeordnetenhaus kürzlich übersandt hat.

In den Jahren 1995 - 2000 begingen tschechische Kinder im Alter bis zu 15 Jahre etwa 70 000 Kriminaltaten - in 7000 Fällen handelte es sich um Gewalttaten, 53 Tausend waren Vermögensdelikte. Vergleicht man die Zahlen der begangenen Straftaten der Kinder im Jahre 1990 und zehn Jahre später, dann ist ein fast 300prozentiger Anstieg festzustellen.

Und die Gründe dieser Entwicklung? Faktisch dieselben wie anderswo in der Welt: schlechte/unzureichende Erziehung in der Familie bzw. die zunehmende Zahl nicht intakter Familien, Alkohol- und Drogenkonsum, Schulschwänzen, und einige andere. Das Kabinett unterstrich im erwähnten Dokument die Notwendigkeit, die Gegenmaßnahmen nicht ausschließlich im strafrechtlichen Bereich zu belassen, sondern diese auch auf andere Gebiete auszudehnen. Vorgesehen ist ein komplexes System, das auf einem sowohl systematischen als auch koordinierten Vorgehen von staatlichen und nicht staatlichen Institutionen auf dem Gebiet der Vorbeugung beruht. Die Idee hört sich gut an, zu ihrer Realisierung führt ein sehr langer Weg. Eine christdemokratischen Abgeordneteninitiative setzte sich vor einiger Zeit für die Herabsetzung der Altersgrenze der strafrechtlichen Verantwortlichkeit bei Jugendlichen von 15 auf 13 Jahre ein. Der Vorschlag wurde nicht akzeptiert und alles deutet darauf hin, dass sich daran in der absehbaren Zeit nichts ändern wird. Schließlich würde auch dies keine komplexe Lösung der Probleme bedeuten.