Kulturhauptstadt Pilsen 2015 bietet mehr als 600 Veranstaltungen

Foto: ČT24

Mehr als 600 Veranstaltungen jeder Art werden im westböhmischen Plzeň / Pilsen im kommenden Jahr angeboten. Das alles im Rahmen des internationalen Projekts „Pilsen 2015 Kulturhauptstadt Europas“. Das komplette Programm wurde in der vergangenen Woche offiziell vorgestellt.

Jiří Trnka (Foto: ČT24)
Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Kulturinitiative der Europäischen Union. Seit 1985 wird der Titel jährlich an mindestens zwei Städte vergeben. Für das Jahr 2015 fiel die Wahl auf das belgische Mons und das westböhmische Pilsen. In der vergangenen Woche wurde das Programm von Pilsen offiziell vorgestellt. Unter anderem sollen zwei Ausstellungen an den in der westböhmischen Stadt geborenen Künstler Jiří Trnka erinnern, und es werden renovierte Innenräume des weltberühmten Architekten Adolf Loos zugänglich gemacht. Eine weitere Ausstellung zeigt Bilder des aus Pilsen stammenden Malers Gottfried Lindauer. 1874 verließ er Europa und ließ sich in Neuseeland nieder. Dort porträtierte er unter anderem die Maori, die dortigen Ureinwohner. Roman Musil ist Direktor der Westböhmischen Galerie:

Petr Forman (Foto: Archiv Radio Prag)
„An dem Projekt arbeiten wir mit der neuseeländischen Open Art Galery zusammen. Sie besitzt die größte und umfassendste Sammlung von Lindauers Werken, die in Neuseeland entstanden sind.“

Das ganze Jahr lang wird ein sogenannter Neuer Zirkus in Pilsen gastieren, in dessen Rahmen sich sieben führende Ensembles dieses Genres vorstellen. Programmleiter Petr Forman:

„Manche Vorstellungen bauen auf Akrobatik, manche nähern sich dem Theater an, weitere sind humorvoll. Alle sind für die ganze Familie bestimmt. Mir war wichtig, dass die Vorstellungen für alle Zuschauer verständlich sind.“

Kulturfabrik Světovar (Foto: Offizielle Facebook-Seite der Kulturfabrik)
Ausstellungen, Konzerte, Theater, ein Lichtfestival, eine Präsentation von Barockdenkmälern im Kreis Pilsen sowie zahlreiche Kunstveranstaltungen im öffentlichen Raum gehören auch dazu. Zudem wird die Kulturfabrik Světovar als Konkurrenz für die Pilsner Brauereien eröffnet, und zum 70. Jahrestag des Kriegsendes ist eine opulente Feier geplant. Das Programm greift aber über das Jahr 2015 hinaus, denn es ist als Neubeginn des kulturellen Lebens in Pilsen gedacht. Das unterstreicht auch der Direktor des Projekts, Jiří Suchánek:

Jiří Suchánek (Foto: Archiv des Projektes „Pilsen – europäische Kulturstadt 2015“)
„Ich glaube, dass Pilsen nach einem Jahr eine stolze Stadt mit einem neuen Image sein wird. Aus einer konservativen Stadt nahe der deutschen Grenze, die sich auf Industrie, Bier und Sport stützt, wird ein Ort, der auch dank seiner Kultur, Gastronomie und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung einen Besuch wert sein wird.“

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 20 Millionen Euro. Sie werden hauptsächlich von der Stadt getragen, zu einem Viertel wird das Programm vom Kreis Pilsen finanziert. Feierlich eröffnet wird das Kulturhauptstadt-Projekt am 17. Januar 2015 auf dem Platz der Republik, also dem zentralen Platz der Stadt.