Kunststudent verschönert Schlaglöcher in Pardubice mit Mosaiken

Wer aufmerksam durch die Straßen von Pardubice spaziert, dem dürften seit einigen Wochen immer häufiger Schlaglöcher auffallen, die repariert und mit bunten Mosaiken verschönert wurden. Was steckt hinter der Aktion?

Foto: Petra Beránková,  Tschechischer Rundfunk

Es ist ein Kunstprojekt der besonderen Art, das der junge Student Matěj Krajíček vor kurzem in den Straßen von Pardubice gestartet hat. Seit Juni schon füllt er die Schlaglöcher in den Fußwegen der Stadt mit Beton aus und setzt dort bunte Mosaiksteine ein. Er wolle mit der Aktion nicht nur dazu beitragen, den öffentlichen Raum zu verschönern, sagt er in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Ein Ziel des Projektes ist auch, darauf hinzuweisen, was alles Streetart sein kann. Dazu gehören eben nicht nur Tags in schmutzigen Straßen, die für viele Menschen Vandalismus sind.“

Foto: Honza Ptáček,  Tschechischer Rundfunk

Krajíček hat sich mit der Bürgersteigverschönerung bereits im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Kunstfakultät der Universität in Ostrava / Ostrau befasst. Pardubice ist seine Heimatstadt, und bisher sind die Mosaike hier in vier Straßen entstanden:

Foto: Honza Ptáček,  Tschechischer Rundfunk

„Ich konzentriere mich vor allem auf Orte, die ich selbst gut kenne. Gerade stehen wir etwa vor dem Gebäude des Turnerbundes Sokol, an dem ich früher immer auf meinem Schulweg vorbeigekommen bin.“

Wie aber laufen die Ausbesserungsarbeiten konkret ab?

„Zunächst fege ich das Schlagloch aus. Dann gieße ich es mit Beton aus und rühre den Kleber an. Und ich breche die Fliesen in kleine Stücke. Meistens kommen sie vom Flohmarkt, manchmal kaufe ich sie aber auch, weil sich bestimmte Farben sonst nur schwer auftreiben lassen.“

Foto: Petra Beránková,  Tschechischer Rundfunk

Anschließend setzt Krajíček die bunten Scherben in das Schlagloch ein und verfugt sie. Die gesamte Prozedur sei recht zeitaufwendig, betont der Student:

„Es scheint zwar, als wäre das eine Angelegenheit von fünf Minuten. Tatsächlich dauert es aber mehrere Stunden. Bei diesem Loch hier habe ich morgens um 8 Uhr angefangen, und erst um 18 Uhr war ich fertig. Es hat mich also einen ganzen Arbeitstag und einen Sonnenbrand auf dem Rücken gekostet. Auf meinem Instagram-Account kann man sehen, wie der frühere Zustand war – und wie das Schlagloch jetzt aussieht.“

In den sozialen Netzwerken erntet Krajíček viel Lob für seine Guerillaaktionen. Aber auch von den Passanten gibt es häufig Worte der Anerkennung.

„Eine tolle Idee – nützlich und schön“, findet etwa Marie. Und eine andere Frau ergänzt:

„Ein Bekannter hat mir davon erzählt, dass diese Mosaike in Pardubice entstehen. Ich finde das toll – einfach sehr schön und originell.“

Foto: Honza Ptáček,  Tschechischer Rundfunk

Für Matěj Krajíček sind die Worte der Anerkennung ein Antrieb weiterzumachen. Gewissermaßen sei sein Projekt auch ein Sozialexperiment, sagt er. So wolle er nicht nur herausfinden, wie die Stadt auf die Aktion reagiere, sondern auch, was die Passanten sagen.

„Denn auch wenn es jemandem nicht gefällt: Das Loch ist gestopft!“, meint der Student abschließend mit einem Augenzwinkern.

Autoren: Ferdinand Hauser , Šárka Rusnáková | Quelle: Český rozhlas
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