Lob für gute bayerisch-tschechische Zusammenarbeit in Nationalparks

Böhmerwald

Nach dem Treffen des tschechischen Umweltministers Martin Bursík mit seinem bayerischen Amtskollegen Otmar Bernhard am vergangenen Montag in Bayerisch Eisenstein demonstrieren beide Seiten große Einigkeit. Es ging bei dem Treffen um den Naturschutz in den Nationalparks Šumava / Böhmerwald und Bayerischer Wald. Die beiden Nationalparks grenzen unmittelbar aneinander.

Man sei sich einig über die Strategien des Naturschutzes in den ökologisch sensibelsten Bereichen des größten zusammenhängenden mitteleuropäischen Waldgebiets. Trotzdem wollen beide Seiten das Gebiet in ökologisch vertretbarem Umfang auch touristisch erschließen. Im Radio Prag Interview erklärte der bayerische Umweltminister Otmar Bernhard am Mittwoch:

„Aber wir sind uns auch einig, dass es notwendig ist, dass wir den Menschen trotzdem den Zugang in diese Gebiete schaffen. So können und sollen sie die Natur erleben und wie die sich entwickelt.“

Borkenkäfer  (Foto: Rafal Konieczny,  Creative Commons 3.0)
Auf dem Treffen haben die beiden Umweltminister die Öffnung von drei neuen Grenzübergängen für Wanderer zwischen beiden Nationalparks beschlossen. Auch Jakub Kašpar, der Sprecher des tschechischen Umweltministeriums, bestätigte gegenüber Radio Prag die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

„Die Frage der touristischen Nutzung der wertvollen Bereiche der Nationalparks wird sowohl auf tschechischer als auch auf bayerischer Seite diskutiert. Es ist eine Frage, die beide Nationalparks gemeinsam lösen müssen. Und gerade deswegen gibt es dazu eine sehr enge und auch sehr gute Zusammenarbeit. Auf beiden Seiten der Grenze ist das Vorgehen ähnlich.“

Böhmerwald
Das war nicht immer so. Noch bis vor wenigen Jahren wurde etwa die Borkenkäferproblematik in beiden Nationalparks vollkommen unterschiedlich gehandhabt. Auf tschechischer Seite wurden vom Borkenkäfer befallene Bäume bis vor wenigen Jahren gefällt. Erst seit Martin Bursík im Januar 2007 tschechischer Umweltminister ist, verfolgt man auch im Nationalpark Šumava die bayerische Strategie, die Natur sich selbst zu überlassen. Dieses Vorgehen empfehlen auch Naturschutzexperten. Kommunalpolitiker aus der Region kritisieren es aber immer wieder. Wegen der durch Borkenkäferplagen verursachten Kahlflächen, wie zum Beispiel auf dem Grenzberg Lusen / Luzny befürchten sie ein Fernbleiben der Touristen. Und damit einen Einnahmeverlust. Die auf der politischen Ebene gefundene Einigkeit, wirke sich auch positiv auf die Zusammenarbeit vor Ort aus, wie Jakub Kašpar weiter erklärte. Sollte in Detailfragen Klärungsbedarf bestehen, suche man gemeinsam nach Lösungen.

„Trotzdem verläuft es dann meistens so, dass sich die Fachleute beider Seiten treffen und die Dinge ausdiskutieren. In den letzten zwei Jahren sind mir keine solcher Treffen bekannt, die zu unterschiedlichen Standpunkten geführt hätten.“

Die gelungene Kooperation zwischen Tschechien und Bayern, die die Umweltpolitiker nun demonstrieren, kann also Vorbildcharakter beanspruchen.