Makropulos - der erste „tschechische“ Planet

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Die Tschechen durften erstmals eine Sonne und einen Exoplaneten benennen. Das Ergebnis stand schließlich in der Woche vor Weihnachten fest. Bei der Namensfindung hat vor allem Karel Čapek geholfen.

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Jupiter und Planet XO-5B (Größenvergleich). Quelle: Aldaron, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Die Tschechen haben erstmals „ihren“ Himmelskörpern einen Namen gegeben. Für den Stern XO-5 im Sternbild des Luchs wählten sie in einer Umfrage der Internationalen Astronomischen Union den Namen Absolutno. Der Planet XO-5B heißt in Zukunft wiederum Makropulos. Beide Namen stammen aus Werken des berühmten tschechischen Schriftstellers Karel Čapek. Der Astronom Jan Palouš leitet an der tschechischen Akademie der Wissenschaften die Abteilung für Planeten und Sonnensysteme. Er sei zufrieden mit der Auswahl, wie er in einem Gespräch für das Tschechische Fernsehen meinte:

Karel Čapek: ‚Die Sache Makropulos‘
„Von den neun Alternativen in der Endauswahl waren das auch meine persönlichen Favoriten. Sowohl der Roman ‚Das Absolutum oder die Gottesfabrik‘ als auch das Drama ‚Die Sache Makropulos‘ haben ja viel mit der Wissenschaft zu tun. Das eine Buch gehört klar ins Genre der Science Fiction, in dem anderen geht es wiederum um das ewige oder fast ewige Leben. Deshalb finde ich die Namen passend.“

Der Stern Absolutno ist unserer Sonne recht ähnlich und auch nur rund 900 Lichtjahre von der Erde entfernt. In kosmischen Maßstäben ist das ein Katzensprung. Von Prag aus ist er tatsächlich gut zu beobachten, allerdings ist er leider nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Der Planet Makropulos wiederum hat nur sehr wenig mit unserer Erde gemein:

„Er ist mehr ein heißer Jupiter. Solche Gasriesen entdeckt man ganz leicht in nahen Sonnensystemen, da sie eben so groß sind. In dem Sonnensystem könnte es auch erdähnlich Planeten geben. Um die dort zu finden, sind aber noch weitere Messungen nötig.“

Die Internationale Astronomische Union hat zu ihrem 100. Geburtstag allen ihren Mitgliedsstaaten Himmelskörper zugeteilt. Die jeweiligen Bürger sollten dann passende Namen für die Gestirne finden. Dabei habe man absichtlich nur lebensfeindliche Planeten zur Taufe freigegeben, erläutert Jan Palouš:

Jan Palouš (Foto: Šárka Ševčíková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
„Das hat damit zu tun, dass kein Staat in Europa oder sonst wo auf der Welt am Ende Anspruch erheben sollte auf einen erdähnlichen Planeten. Und auch nicht auf eine Zivilisation, die dort möglicherweise lebt.“

Bisher tragen lediglich Kometen oder kleinere galaktische Objekte einen tschechischen Namen. So fliegen beispielsweise die Gesteins- oder Eisbrocken Masaryk, Hus, Palach, Komenský oder Hašler im Kosmos umher. Laut dem Astronomen Palouš könnten die Tschechen aber bald schon wieder die Möglichkeit bekommen, einen größeren Himmelskörper zu benennen:

„Im Falle des Sonnensystems rund um den Stern Absolutno ist Makropulos der erste Planet. Die Tschechen haben zumindest das Recht, weitere Planeten dort zu benennen. Es könnte dort also schon bald einen Roboter oder R.U.R. geben.“

Dazu muss man aber weiter den Werken Karel Čapeks treu bleiben.