Mangelhafte Ausrüstung: Polizisten kaufen sich Schutzwesten selbst

Foto: Archiv der Polizei der Tschechischen Republik

Die tschechischen Polizisten beklagen einen eklatanten Mangel bei ihrer Ausrüstung. So sollen Schutzwesten fehlen, Funkgeräte nicht gehen und die Erste-Hilfe-Ausrüstung veraltet sein. Daher kaufen viele Beamte Teile ihrer Ausrüstung selbst.

Foto: Archiv der Polizei der Tschechischen Republik
Die Funkgeräte seien in einem solch schlechten Zustand, es reiche ein Schlag, und sie liefen nicht mehr. Dies erklärt ein Polizist aus Most / Brüx mit unkenntlich gemachter Stimme. Anderen Polizisten fehlen schusssichere Westen oder Erste-Hilfe-Ausrüstungen. Das bestätigt auch Miroslav Mroščák von der Union der Sicherheitskräfte, einer Polizeigewerkschaft:

„Die Beschwerden der Polizisten sind völlig berechtigt. Zum Beispiel ist es unverständlich, dass die Beamten im Winter aufgrund unzureichender Kleidung frieren müssen. Wir haben nun kürzlich eine Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium vereinbart, um diese Probleme zu lösen. Es wurde eine Umfrage gestartet, um Beschwerden der Polizisten zu sammeln: welche Materialfehler die Uniformen haben, welche Funktionen der Technik fehlen. Die gesammelten Beschwerden reichen wir dann an das Präsidium weiter.“

Foto: ČT24
Die Polizisten helfen sich indes selbst. Ein Beamter aus Prag sagt:

„Würde ich mich nur auf das verlassen, was mir die Polizei zur Verfügung stellt, wäre ich verlassen. Erst vor kurzem haben wir uns selbst schusssichere Westen gekauft, weil wir seit x Jahren keine mehr erhalten haben.“

Viele grundlegende Sachen kaufen sich die Beamten selbst, dazu gehören Taschenlampen oder Schuhe. Und auch teure technische Ausrüstung, fährt der Prager Polizist fort:

Foto: Jan Rosenauer, Archiv des Tschechischen Rundfunks
„In den Autos sind keine Kameras, wir kaufen diese selbst, damit wir die Einsätze filmen können. Generell kaufen wir uns viele Hilfsmittel, auch Türöffner, das gehört alles uns.“

Die Beschwerden der Polizisten über die Ausrüstung sind der Führungsspitze der Polizei nicht unbekannt. Tomáš Tuhý ist stellvertretender Polizeipräsident:

„Wir wissen, dass die Qualität einiger Ausrüstungsgegenstände nicht gut ist. Wir haben aber schon einige verbesserte Sachen bestellt, die bald ausgeliefert werden. Dazu gehören zum Beispiel Hosen. Und wir haben den Lieferanten für die Schuhe gewechselt.“

Tomáš Tuhý (Foto: Archiv der Polizei der Tschechischen Republik)
Das Problem mit den Kameras in den Autos soll bald der Vergangenheit angehören. Nachdem eine erste Ausschreibung gescheitert war, sei ein neues Verfahren in Arbeit, sagt Tuhý:

„Falls es erfolgreich verläuft, dann folgt bereits in diesem Jahr die Auslieferung von neuen Fahrzeugen mit einer neuartigen Kameraausrüstung.“

Auch schusssichere Westen sollen noch in diesem Jahr angeschafft werden. Die Gewerkschaft will durchsetzen, dass pro Einsatzfahrzeug wenigstens eine Weste vorhanden ist. Dann wäre zumindest einer der beiden Streifenbeamten ausreichend geschützt.