Maul- und Klauenseuche - Grenzübergänge werden geschlossen

r_2100x1400_radio_praha.png

Während sich die Maul- und Klauenseuche beinahe unaufhaltsam in Europa auszubreiten scheint und auch aus Argentinien erste Fälle bekannt wurden, versucht man in der Tschechischen Republik verzweifelt ein Überspringen des Virus zu verhindern. Über die neuen Maßnahmen der tschechischen Behörden berichtet Olaf Barth.

Seit Donnertag um Mitternacht gelten an den Straßen- und Eisenbahn-Grenzübergängen in die Tschechische Republik außerordentliche hygienische Maßnahmen.

Desinfiziert werden alle Kraftfahrzeuge und Personen, die aus der EU oder aus Polen in die Tschechische Republik einreisen. Zu diesem Zweck wurden u.a. Desinfektionsmatten an den Grenzübergängen installiert. Die Einreisenden müssen zugleich auch alle aus tierischen Produkten hergestellten Lebensmittel an Ort und Stelle abgeben.

Weitere Maßnahmen werden ab 0:00 Uhr in der Nacht zu Freitag gelten. Dann nämlich werden insgesamt 70 touristische Grenzübergänge nach Deutschland, Österreich und Polen geschlossen. Bei den betroffenen Grenzübergängen handelt es sich größtenteils um solche für Fußgänger und Radfahrer, an denen Desinfizierungsmaßnahmen nicht möglich seien, teilte der Direktor der Staatlichen Veterinärbehörde, Josef Holejsovky, mit. Dies seien laut Holejsovky die letzten Präventionsmaßnahmen, die die Tschechische Republik wegen der Maul- und Klauenseuche unternehmen wird:

"Bereits zu diesem Zeitpunkt sind solche Maßnahmen eingeleitet, die auch im Falle eines Ausbruchs der Seuche Bestand hätten. Dann müssten wir lediglich so verfahren, dass wir den Seuchenherd eingrenzen und eine Sperrzone sowie Zonen erhöhter Vorsicht einrichten und all jene Vorkehrungen treffen, die damit zusammenhängen. Das sind dann die sogenannten "Außerordentlichen Veterinären Maßnahmen", die das Kreisveterinäramt herausgibt, also die lokal zuständigen Behörden."

Die lokalen Behörden beraten in Krisenstäben bereits über weitere Vorgehensmöglichkeiten. Vereinzelt werden sogar schon Präventivschlachtungen bestimmter besonders bedrohter Tierarten in Betracht gezogen.

Auch seitens der Tschechischen Armee sei man auf die Krisensituation und auf eventuelle Isolationsmaßnahmen bestimmter Gebiete vorbereitet, erklärte deren Generalstabschef, Jiri Sedivy.

Autor: Olaf Barth
abspielen