Medizinisches Projekt: Designer der Universität in Pilsen kooperieren mit der OTH in Regensburg
Auch bei der medizinischen Technik spielt das Design eine Rolle. Und die künftigen Industriedesigner der Westböhmischen Universität in Plzeň / Pilsen arbeiten an einem Projekt im medizinischen Bereich mit der Oberbayerischen Technischen Universität in Regensburg zusammen.
Auf den ersten Blick klingt fast unglaublich: Was haben Design- und Kunststudierende mit einem scheinbar rein medizinischen Projekt gemeinsam? Die Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst gehört zur Westböhmischen Universität in Pilsen. Jan Korabečný leitet das Atelier für Industriedesign an der Fakultät. Gegenüber Radio Prag International erläuterte er:
„Wir arbeiten mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg zusammen. Derzeit bereiten wir ein Projekt vor im Bereich der Prävention von Beckenbodenfunktionsstörungen. Wir als Designer beteiligen uns daran. Zuerst bekommen wir Anregungen von den Ärzten. Des Weiteren arbeiten auch Physiker daran und Experten von der bayerischen Seite, die die Körperbewegungen erfassen. Gemeinsam entwickeln wir ein System, das imstande ist, den Zustand der Beckenbodenmuskeln sehr einfach zu diagnostizieren – und zwar mit Hilfe von einigen Sensoren, die die Muskelbewegungen erfassen. Zu diesem Zweck entstand ein digitales Modell der Muskeln. Wir sind dabei, eine Einrichtung zu erfinden, die an den Menschen angeschnallt wird und die eine Grunddiagnose erstellt.“
Das Design des Geräts ist laut Jan Korabečný wichtig. Denn es helfe den Menschen zu begreifen, wie das Instrument richtig anzuwenden sei.
„Es geht auch darum, dass der Patient davor keine Angst hat, dass das Instrument also freundlich aussieht. Darin besteht unsere Rolle bei diesem Projekt. Heutzutage ist es kein Problem, irgendwie Sensoren zu entwickeln. Wir bemühen uns jedoch, sie so herzustellen, dass das Produkt – sagen wir – visuell attraktiv und nicht gefährlich ist.“
Das Produkt ist laut Korabečný im Stadium eines Prototyps. Derzeit werde es in Bayern getestet, fügt er hinzu.
„Es sieht sehr gut aus. Das Produkt wurde inzwischen auf zwei Fachkonferenzen präsentiert. Während der folgenden sechs Monate möchten wir ein gutes Industriemuster kreieren.“
Jan Korabečný und sein Team treffen einmal im Monat mit den Kollegen in Bayern zusammen. Jeden Montag telefonieren sie miteinander. Bei Bedarf reisen sie auch nach Regensburg. Das Projekt geht laut dem Experten von einer langfristigen Kooperation aus. Eine Zusammenarbeit habe es zudem mit der Technischen Hochschule in Deggendorf gegeben, merkt der Leiter des Ateliers für Industriedesign an.
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