Museum für tschechische Emigration geplant

Domek Na Sboru bei Kunvald

Im denkmalgeschützten Objekt Domek Na Sboru im ostböhmischen Kunvald soll ein Ort entstehen, an dem über die Emigrationswellen aus Böhmen informiert wird.

Die Führung des Kreises Pardubice hat das jahrhundertealte Haus für 1,5 Millionen Kronen (62.000 Euro) von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder gekauft. Wie Kreishauptmann Martin Netolický (parteilos) in einer Pressemitteilung von Ende November informiert, werde nun der Umbau vorbereitet:

„Unsere Absicht ist unter anderem, die einzelnen Migrationswellen aus den böhmischen Ländern in die Welt hinaus zu zeigen – sei es ins Banat, nach Wolhynien, in die Vereinigten Staaten oder in eine ganze Reihe weiterer Orte, in der heute eine starke tschechische Gemeinschaft zu finden ist. Aus diesen Destinationen können wir viel Interessantes erfahren. Im texanischen La Grange zum Beispiel gibt es Informationen über die Ankunft der Menschen aus Dolní Čermná oder anderen Orten in der Gegend um Ústí nad Orlicí.“

Die Kreisverwaltung habe den Kauf des Objektes in die Wege geleitet, da sein bautechnischer Zustand nicht gut und auch die aktuelle Ausstellung nicht besonders attraktiv seien, so Netolický weiter:

Martin Netolický | Foto: Jan Ptáček,  Tschechischer Rundfunk

„Darum haben wir nach Möglichkeiten einer externen Finanzierung für die Renovierung gesucht. Dieser geht die Vorbereitung fachlicher bautechnischer und historischer Untersuchungen voraus. Parallel dazu müssen wir jedoch auch schon damit beginnen, die Ausstattung des Objektes so zu planen, damit sie Besucher aus der ganzen Welt, aber nicht nur mit tschechischen Wurzeln anzieht.“

Die Geschichte des Hauses geht bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Damals kamen Anhänger des Theologen Petr Chelčický nach Kunvald und gründeten dort die Gemeinschaft der Böhmischen Brüder (Jednota bratrská). Am Standort des heutigen Domek Na Sboru befand sich ihr Gotteshaus. Das jetzige Haus diente lange als Schule, bis es 1929 von der Kirche gekauft wurde, die dann ein kleines Museum einrichtete. Seit 1958 trägt das Gebäude den Titel eines Kulturdenkmals.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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