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Tschechischer Rundfunk ehrt "vergessene Helden" des D-Days

60 Jahre nach dem D-Day in der Normandie arbeitet der Tschechische Rundfunk mit einem Internet-Projekt ein Stück Landesgeschichte auf. Auf der Website (www.rozhlas.cz/valka) präsentiert der öffentlich-rechtliche Sender in Tonaufnahmen und Fotos Erinnerungen tschechischer Soldaten, die am 6. Juni 1944 in den Reihen der Alliierten an der Invasion teilgenommen hatten. Diese mehrere hundert Kriegsteilnehmer waren von den bis 1990 in Prag regierenden Kommunisten verschwiegen und einige sogar eingesperrt worden. Als "richtige Helden" wurden hingegen nur jene Tschechen gefeiert, die an der Ostfront auf der Seite der Roten Armee gekämpft hatten. Zahlreiche tschechische Soldaten waren nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Nazi-Deutschland 1939 nach Großbritannien geflohen und hatten sich dort den Alliierten angeschlossen.

Spidla begrüßt Schröder-Teilnahme am D-Day-Gedenkakt

Tschechiens Premier Vladimir Spidla wertet die Teilnahme von Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder an den D-Day-Gedenkfeiern als - Zitat - "Beweis, dass das heutige Europa wirklich anders und besser ist". Er begrüße die Anwesenheit des deutschen Regierungschefs sehr, sagte der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokraten am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Spidla wörtlich: "Sie ist ebenfalls ein Beweis, dass wir uns auch gefühlsmäßig von den Folgen des Zweiten Weltkriegs befreit haben." An dem Gedenkakt wird am Sonntag auch der tschechische Präsident Václav Klaus teilnehmen.

Tschechische Polizisten wegen Gewalt an Roma verurteilt

Drei Polizisten sind zu Bewährungsstrafen zwischen 14 und 16 Monaten verurteilt worden, weil sie einen Angehörigen der tschechischen Roma-Minderheit zusammengeschlagen haben. Ein Gericht in Plzen/Pilsen sah es am Freitag als erwiesen an, dass die drei Polizisten den Mann vor drei Jahren in Karlovy Vary/Karlsbad während eines Streifendienstes zunächst kontrollierten und dann in einen nahen Wald brachten. Dort hätten ihn die Polizisten beleidigt und verprügelt.

Prag: Gedenkkundgebung 15 Jahre nach Tienanmen-Massaker

Amnesty International hat am Freitag mit einer Kundgebung an die Opfer des Tienanmen-Massakers vor 15 Jahren in Peking gedacht. Bei der brutalen Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens tötete das chinesische Militär mindestens 173 Demonstranten. Die Kundgebung in Prag, an der sich auch die Organisation Olympic Watch beteiligt, endete vor der chinesischen Botschaft. Auf ihrem China-Besuch zeigten sich am Freitag tschechische Senatsmitglieder enttäuscht über die ausweichenden Antworten chinesischer Abgeordneter. Wie der Vorsitzende des Außenausschusses des tschechischen Senats Josef Jarab gegenüber der Nachrichtenagentur CTK sagte, hätten sie die Militäraktion gegen die Demonstranten als Auflösung eines Verkehrschaos bezeichnet.

Aus für RoLa in zwei Wochen

Die Rollende Landstraße - kurz RoLa - für den Transport von Lkw mit dem Zug zwischen dem nordböhmischen Lovosice und Dresden wird in zwei Wochen eingestellt. Die Sprecherin des sächsischen Wirtschaftsministeriums, Annette Binninger, sagte am Freitag gegenüber MDR 1 Radio Sachsen, seit der Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai habe die Auslastung durch Lkw nur noch zwischen 5 und 10 Prozent gelegen. Derzeit werde über eine Nachfolgelösung nachgedacht. Außerdem wolle sich Sachsen bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass weitere tschechisch-deutsche Grenzübergänge für den Lkw-Verkehr geöffnet werden.

Erste Direktverbindung Liberec-Berlin

Am Freitag um 4 Uhr 14 ist der erste Zug von Liberec/Reichenberg nach Berlin abgefahren. Damit hat das nordböhmische Liberec eine Direktverbindung mit der deutschen Hauptstadt. Zudem liegt der Preis für die Fahrt in den Zügen des privaten deutschen Bahnbetreibers Connex deutlich unter dem der Tschechischen Bahn. Die Züge, die bis nach Binz an der Ostsee fahren, bieten Platz für 130 Personen. Reisende können Fahrräder mitnehmen. Eine einfache Fahrt nach Berlin kostet 412 Kronen, das sind ungefähr 13 Euro. Eine Fahrt zur Ostsee kostet ungefähr 30 Euro.

Fußball-Rekordmeister Sparta Prag hat neuen Besitzer

Tschechiens Fußball-Rekordmeister Sparta Prag ist von einer tschechischen Tochter des bayerischen Verlagshauses Passau für geschätzte 30 Millionen Euro an die slowakische Finanzgruppe J&T verkauft worden. Das bestätigte der Verein am Donnerstag. Vor fünf Jahren war der Prager Verlag Vltava Labe Press, die tschechische Filiale des Verlagshauses ("Passauer Neue Presse"), für umgerechnet 21,4 Millionen Euro bei Sparta eingestiegen. In der abgelaufenen Saison wurde Sparta Vize-Meister und gewann den tschechischen Pokal.

Tschechischer Journalistenpreis für Fußballer Pavel Nedved

Der Fußball-Nationalspieler Pavel Nedved ist von tschechischen Journalisten zum besten tschechischen Spieler der Saison 2003/2004 gewählt worden. Der im Dezember bereits als "Europas Fußballer des Jahres" geehrte Mittelfeldspieler von Juventus Turin gewann den "Goldenen Ball" zum fünften Mal innerhalb von acht Jahren. Zweiter wurde Marek Jankulovski (Udine Calcio) vor Karel Poborsky (Sparta Prag) und Jan Koller (Borussia Dortmund).