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Staatspräsident Zeman fordert Neuausschreibung von Temelín-Ausbau

Staatspräsident Miloš Zeman fordert eine Neuausschreibung des Auftrags zum Ausbau des Atomkraftwerks Temelín. Er sei für eine Erweiterung des Kraftwerks, so Zeman. Durch eine Neuausschreibung sei eine erneute Bewerbung auch der französischen Firma Areva möglich, dies könne den Preis für die Arbeiten signifikant senken, begründete Zeman seine Forderung am Montag.

Areva war im laufenden Bieterverfahren wegen Fehler ausgeschlossen worden, im Rennen sind noch die amerikanisch-japanische Gesellschaft Westinghouse sowie das tschechisch-russische Konsortium Mir 1200. Areva hatte mehrfach versucht, gegen den Ausschluss aus dem Verfahren rechtlich vorzugehen, war aber immer wieder damit gescheitert.

EU bedeutet für Tschechen Reisefreiheit und Bürokratie

Für etwa die Hälfte der Tschechen bedeutet die Europäische Union vor allem Reisefreiheit, sowie die Möglichkeit, seinen Studien- oder Arbeitsort frei wählen zu können. Das ist das Ergebnis der aktuellen Eurobarometer-Studie, die die Prager EU-Vertretung am Montag veröffentlichte. Ein Drittel der Befragten beklagte allerdings die hohe Verschwendung von Geldern und die Bürokratie der Staatengemeinschaft. In dieser Hinsicht haben die Tschechen im Vergleich mit anderen EU-Staaten den kritischsten Blick auf die EU.

Staatspräsident sucht neuen Termin für Besuch von usbekischen Amtskollegen

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman möchte ein neues Datum für den Besuch seines usbekischen Amtskollegen Islam Karimow vereinbaren. Dies sagte Zeman am Sonntag dem Tschechischen Rundfunk. Der umstrittene Besuch des usbekischen Staatsoberhauptes wurde verschoben, ursprünglich sollte er Prag am 20. Februar besuchen. Premier Bohuslav Sobotka, alle Minister seiner Regierung, sowie der Prager Stadtrat hatten eine Teilnahme am Treffen wegen Terminproblemen abgesagt. Usbekistan hatte daraufhin die tschechische Präsidialkanzlei um die Verschiebung des Besuchs gebeten.

Auch zahlreiche NGOs hatten gegen Karimows Besuch in Tschechien protestiert. Sie werfen dem autoritären Herrscher vor, seine eigenen Bürger zu unterdrücken. Die renommierte tschechische Hilfsorganisation „Mensch in Not“ hatte Präsident Zeman aufgefordert, die Einladung an Karimow zurückzunehmen. Zeman verteidigte den Besuch damit, dass Karimow bereits von seinem Amtsvorgänger Václav Klaus eingeladen worden sei. Er sei sich natürlich der Menschenrechtsverletzungen in Usbekistan bewusst, sagte Zeman am Sonntag, er wolle seinen Amtskollegen aber wegen der Handelsbeziehungen empfangen.

Ex-Umweltminister Bursík offiziell zum Chef seiner Partei gewählt

Martin Bursík wurde erwartungsgemäß zum Vorsitzenden der Liberal-Ökologischen Partei (Les) gewählt. Bursík hatte die Partei voriges Jahr gegründet, nachdem er aus der grünen Partei ausgetreten war. Auf dem konstituierenden Parteitag in der Technischen Nationalbibliothek in Prag haben alle 74 Delegierten für Bursík gestimmt. Der ehemalige Parteichef der Grünen hatte keinen Gegenkandidaten.

Der neuen Partei sind mehrere bekannte Persönlichkeiten beigetreten. Zu Vizevorsitzenden wurden die anerkannte Filmregisseurin Olga Sommerová und der Sozialökologe Ivan Rynda gewählt. Bursík erklärte, seine Partei stütze sich auf das Vermächtnis von Präsident Václav Havel. Sie wolle die Menschenrechte in der Welt verteidigen, glaube an „Wahrheit und Liebe“ und stelle sich gegen den tschechischen Provinzialismus. Zudem kritisiere die Partei die Ideologie vom ständigen Wirtschaftswachstum, so Bursík. Am Kongress nahmen unter anderem die Vorsitzenden von Greenpeace Tschechien und der Uno-Vertretung in Prag teil.

Rechnungshof: EU-Mittel für Bahn-Modernisierung nicht vollständig ausgeschöpft

Der tschechische Rechnungshof (NKÚ) warnt, dass das Land es wohl nicht schaffen wird, alle EU-Fördermittel zur Modernisierung der Eisenbahn auszuschöpfen. Für die Modernisierung der Eisenbahn waren im auslaufenden Förderzeitraum 393,5 Millionen Euro für die Tschechische Republik vorgesehen. Das Geld kommt aus dem Operationsprogramm Verkehr. Das Verkehrsministerium verteidigte sich mit allgemeinen Verzögerungen bei der Planung solch großer Projekte.

Staatspräsident Zeman gegen Privatisierung der Budvar-Brauerei

Staatspräsident Miloš Zeman ist gegen eine Privatisierung der Brauerei Budvar. Das sagte das Staatsoberhaupt am Montag bei einem Besuch im südböhmischen Kreis. Ein Verkauf der Staatsbrauerei würde zu einer Verschlechterung der Qualität des Bieres führen, so Zeman weiter. Er äußerte die Befürchtung, dass die Traditionsbrauerei an den Weltkonzern Anheuser-Busch InBev fallen würde. Dies hätte zur Folge, dass man hierzulande auch Bier aus Reis trinken werde, dass in Amerika hergestellt würde, warnte Zeman bei seinem Aufenthalt in der südböhmischen Kreishauptstadt České Budějovice / Budweis.

Tschechische Manager verdienen weltweit eher schlecht

Tschechische Topmanager verdienen im weltweiten Vergleich eher schlecht. Das geht aus einer Studie der Personalberatungsfirma Stanton Chase International hervor. Demnach erhalten die Führungskräfte hierzulande das 25- bis 30-fache des Durchschnittslohns ihrer Angestellten. Am höchsten ist der Verdienst in den USA, wo eine Führungskraft der 500 größten amerikanischen Firmen das 354-fache des Durchschnittslohns erhält. In Europa liegt bei den Managergehältern Deutschland vorn, hier erhalten die Top-Verdiener das 148-fache eines normalen Angestellten.

Der Durchschnittslohn in der Tschechischen Republik bewegt sich derzeit bei etwa 25.000 Kronen brutto (920 Euro). Laut Angaben des Tschechischen Statistikamtes aus dem Jahr 2012 verdienen hierzulande nur etwa 30.000 Männer und 6000 Frauen mehr als 100.000 Kronen (3700 Euro) pro Monat.

Atomkraftwerk Temelín erhält weiteren Notfallgenerator zur Kühlung

Im Atomkraftwerk Temelín wurde mit den Arbeiten an weiteren Generatoren begonnen, die bei einem Notfall die Kühlung der Reaktoren sicherstellen sollen. Dabei handelt es sich um Aggregate, die mit Diesel betrieben werden. Im Falle eines Blackouts im Stromnetz können sie die Notversorgung des Kraftwerks mit Energie übernehmen, erklärte ein Sprecher am Montag gegenüber der Presseagentur ČTK. Es handele sich um eine weitere Sicherheitsmaßnahme, die nach dem Stresstest der EU aufgrund der Katastrophe im japanischen Fukoschima empfohlen worden sei, so der Sprecher weiter.

Höchste Zahl von Patentmeldungen in Tschechien seit 20 Jahren

Das tschechische Patentamt hat im vorigen Jahr die höchste Zahl neu angemeldeter Patente seit 20 Jahren verzeichnet. Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen hätten neue Erfindungen und Ideen bei der zuständigen Behörde registrieren lassen. Aber auch die Patentanmeldungen von tschechischen Hochschulen seien in den vergangenen zwei Jahren um ein Drittel angestiegen. Das berichtete die Tageszeitung Lidové noviny in ihrer Montagsausgabe.

Olympia: Slowakische Eishockeynationalmannschaft freut sich auf Duell gegen Tschechien

Der tschechische Trainer der slowakischen Eishockey-Nationalmannschaft, Vladimír Vůjtek, freut sich auf das bevorstehende Spiel gegen das tschechische Team beim olympischen Turnier in Sotschi. Die Slowaken treffen auf das Team aus Tschechien im Achtelfinale am Dienstag. Es werde ein höchst attraktives Spiel, so der Trainer. Seine Taktik werde er jedoch nicht verraten, so Vůjtek am Sonntag. Vůjtek gelang es 2012 im WM-Halbfinale in Helsinki, die tschechische Nationalmannschaft zu bezwingen.

Olympia: Soukalová holt Silber im Biathlon-Massenstart

Gabriela Soukalová hat am Montag im Biathlon-Massenstart der Frauen Silber geholt. Es ist das erste olympische Edelmetall für die Tschechin, die sich nur Darja Domratschewa aus Weißrussland geschlagen geben musste. Für Domratschewa war es das dritte Gold bei den diesjährigen Winterspielen.

Der Erfolg von Soukalová ist bereits die fünfte Medaille für das tschechische Olympia-Team bei den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi.

Das Wetter am Dienstag, 18.2.: heiter, bis 11 Grad

Am Dienstag ist es in Tschechien überwiegend heiter, nur zu Tagesbeginn ziehen örtlich Nebelfelder oder tief hängende Bewölkung auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 7 und 11 Grad Celsius, in Höhenlagen ab 1000 Meter liegen die Werte bei 4 Grad Celsius.