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Gericht entlässt Angeklagte im Prozess Rath aus Untersuchungshaft

Im Fall möglicher Bestechung um den Abgeordneten David Rath hat das Kreisgericht in Prag entschieden, dass die Angeklagte Kateřina Pancová aus der Untersuchungshaft entlassen werden kann. Die ehemalige Leiterin des Klinikums Kladno hatte ihren Antrag auf Haftentlassung unter anderem damit begründet, dass ihr Vater schwer erkrankt sei. Die Staatsanwaltschaft erhob allerdings Einspruch, deswegen muss nun der Obere Gerichtshof für Prag entscheiden. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass bei Pancová wie bei den übrigen Angeklagten weiter Fluchtgefahr drohe.

Laut der Anklage sollen Rath, Pancová und weitere neun Leute mehrere Ausschreibungen für öffentliche Aufträge im Kreis Mittelböhmen manipuliert haben. Die Bestechungssummen haben die Beteiligten angeblich untereinander aufgeteilt. Der Prozess vor dem Kreisgericht in Prag hat vor rund drei Wochen begonnen.

VV-Partei wird nicht selbstständig bei Wahlen kandidieren

Die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV) wird nicht selbständig an den vorgezogenen Neuwahlen teilnehmen. Die Parteispitze beschloss am Dienstag stattdessen, dass ihre Kandidaten die neue politische Bewegung „Dämmerung der Demokratie“ des Senators Tomio Okamura unterstützen. Für diese Lösung hatte Parteichef Vít Bárta plädiert. Okamura bestätigte, dass ausgewählte VV-Parteimitglieder auf die Kandidatenlisten seiner Bewegung aufgenommen werden könnten.

Die Partei der öffentlichen Angelegenheiten war nach den Abgeordnetenhauswahlen 2010 zunächst Teil der Regierungskoalition gewesen. Im vergangenen Jahr kam es indes zum Bruch, der Kern der Partei um Vít Bárta ging in die Opposition. Eine Fraktion um Karolína Peake gründete die Partei Lidem und unterstützte weiter die Regierung des Konservativen Petr Nečas (ODS).

Gedenken in Tschechien an Ex-Präsident Beneš

Politische Vertreter Tschechiens haben an den früheren tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edvard Beneš (1884-1948) gedacht. Bei einer Gedenkfeier zu dessen 65. Todestag nannte Premier Jiří Rusnok den Politiker einen „bedeutenden Staatsmann“. Beneš habe sich entschieden für die Erneuerung der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt, sagte Rusnok am Dienstag am Staatsgrab im südböhmischen Sezimovo Ústí / Alttabor. Zuvor habe sich das Land dank des Einsatzes der Exil-Regierung unter seiner Leitung aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.

Edvard Beneš ist bei vielen Sudetendeutschen umstritten. Die nach ihm benannten präsidialen Dekrete dienten nach dem Zweiten Weltkrieg als Grundlage für die Vertreibung von rund drei Millionen Angehörigen der deutschen Minderheit aus seinem Land. Der Politiker stand von 1935 bis 1948 an der Spitze der damaligen Tschechoslowakei - während der deutschen Besatzung des Landes im Exil in London.

Premier empfiehlt, Ausbau der Autobahn D3 zur Priorität zu machen

Der scheidende Premier Jiří Rusnok hat seinen Nachfolgern empfohlen, den Ausbau der Autobahn D3 zwischen Prag und dem südböhmischen České Budějovice / Budweis zur Priorität zu erklären. Südböhmen sei der einzige der 14 tschechischen Kreise ohne Autobahnanbindung, sagte Rusnok am Dienstag nach einem Besuch in der Region. Dabei sei die Frage der Verkehrsanbindung entscheidend für das Interesse möglicher Investoren.

Von der D3 bestehen bisher nur 42 Kilometer. Die gesamte Autobahn von Prag bis zur tschechisch-österreichischen Grenze soll rund 171 Kilometer lang werden.

Innenministerium gewährt ukrainischer Pornodarstellerin Bleiberecht

Das tschechische Innenministerium hat der ehemaligen ukrainischen Pornoschauspielerin Anastasia Hagen und ihren drei Söhnen ein Daueraufenthaltsrecht in der Tschechischen Republik gewährt. Das berichtete der Nachrichtenserver Lidovky.cz am Montagabend. Hagen war im Jahr 2011 nach Tschechien geflüchtet, in der Ukraine drohen ihr wegen der Verbreitung von Pornographie bis zu fünf Jahre Gefängnis und der Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder. Nach der gescheiterten Asylbewerbung hätte Anastasia Hagen eigentlich am 27. August bereits die Tschechische Republik verlassen müssen.

Präsident Zeman empfängt sechs neue Botschafter zu Antrittsbesuch in Prag

Sechs neue Botschafter in Tschechien haben am Dienstag auf der Prager Burg ihre Ernennungsurkunden an Präsident Miloš Zeman übergeben. Unter ihnen sind der israelische Botschafter Gary Koren sowie die britische Botschafterin Jan Thompson. Außerdem stellten sich die neuen Botschafter aus Chile, Mexiko, Lettland und Südkorea dem tschechischen Staatsoberhaupt vor.

Statistikamt bestätigt: Tschechische Wirtschaft hat Rezession überwunden

Das tschechische Statistikamt hat die Konjunkturdaten für das zweite Quartal dieses Jahres konkretisiert. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die tschechische Wirtschaft nach anderthalb Jahren die Rezession überwunden hat. Laut den Angaben des Amtes verzeichnete die Wirtschaft von April bis Juni einen Zuwachs von 0,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres. Die präzisierte Bewertung der Statistiker liegt um einen Zehntel-Prozentpunkt unter der ersten Schätzung von Mitte August. Im Jahresvergleich lag das tschechische Bruttoinlandsprodukt jedoch um 1,3 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Nordböhmen: Wanderer findet Schatz aus der Bronzezeit

Ein Wanderer hat in Nordböhmen im Mai einen Schatz aus der Bronzezeit gefunden, wie jetzt bekannt wurde. Der Mann war mit seinem Hund in der Nähe der Elbe unterwegs, als er mitten auf dem Weg auf Teile von alten Gegenständen stieß und sie mitnahm. Tags darauf rückten Archäologen an und fanden Klingen von Beilen und Schmuck aus Bronze sowie mit Blattgold verzierten Schmuck. Die Forscher vermuten, dass Wildschweine die Gegenstände ans Tageslicht befördert haben könnten.

Die Fundstücke sind nun auf ein Alter von rund 1800 bis 2000 Jahren vor Christi datiert worden. Laut dem Archäologen Jindřich Šteffl ist dies erst der vierte dokumentierte Fund vergleichbarer Art auf tschechischem Boden. Dem Finder winkt ein Lohn in der Höhe von umgerechnet mehreren Tausend Euro.

Fußball: Tschechischer Verband beschließt Bewerbung für EM 2020

Die Tschechische Republik will eines der 13 Gastgeberländer für die Fußball-Europameisterschaft 2020 werden. Für eine entsprechende Bewerbung votierte am Dienstag die Spitze des tschechischen Fußballverbandes. Bisher fehlt in Tschechien indes ein entsprechendes Stadion. Die europäische Fußball-Union (Uefa) verlangt eine moderne Arena mit mindestens 30.000 Plätzen. Laut dem Generalsekretär des tschechischen Verbandes, Rudolf Řepka, käme dafür am ehesten der Standort Prag in Frage. Ob es sich um einen Neubau oder die Erweiterung eines bestehenden Stadions handeln soll, gab Řepka nicht bekannt.

Die EM-Bewerberländer müssen bis zum 12. September einen formalen Antrag bei der Uefa einreichen. Eine detaillierte Kandidatur wird erst zum 25. April kommenden Jahres gefordert.

Fußball: Hertha-Verteidiger Roman Hubník wechselt nach Pilsen

Der tschechische Fußballspieler Roman Hubník kehrt in seine Heimat zurück. Der 29 Jahre alte Innenverteidiger von Hertha BSC Berlin wechselt mit sofortiger Wirkung zum tschechischen Meister und Champions-League-Starter Viktoria Pilsen, dies teilte der Verein am Dienstag mit.

Hubník spielte dreieinhalb Jahren für die Berliner und wurde in 34 Bundesligaspielen und 47 Zweitligapartien eingesetzt. In der Champions League ist Hubníks neuer Verein Gegner von Bayern München, Manchester City und ZSKA Moskau.

Das Wetter am Mittwoch, 4.9,: zunehmend freundlich, bis 23 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien zunächst überwiegend stärker bewölkt, mit örtlich leichtem Regen. Im Tagesverlauf lassen die Niederschläge nach und die Wolkendecke lockert auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 19 bis 23 Grad Celsius. In den Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 16 Grad Celsius erreicht.