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Anti-Roma-Demonstration in Budweis endet in Straßenschlacht

Rund 1000 Menschen haben am Samstag im südböhmischen České Budějovice / Budweis gegen Roma demonstriert. Einige Teilnehmer riefen dabei auch rassistische Parolen. Nach dem Ende der Protestveranstaltung versuchten laut Angaben der Presseagentur ČTK mehrere Hundert Menschen zu einer hauptsächlich von Roma bewohnten Siedlung der Stadt zu gelangen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit den Polizeikräften, die die Siedlung schützten. Die Demonstranten warfen unter anderem Pflastersteine, die Polizei setzte Tränengas ein. Mindestens ein Mensch wurde verletzt, wie der Nachrichtenserver idnes.cz berichtete. In der Siedlung selbst hatten rund 200 Menschen für ein besseres Zusammenleben von Roma-Minderheit und anderen Teilen der Gesellschaft demonstriert.

Anlass für beide Demonstrationen war ein Vorfall aus der vergangenen Woche. Dabei war es zwischen Roma und weiteren Anwohnern zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Regierungsbildung: Premier Rusnok zufrieden mit Bilanz

Der neue tschechische Premier Jiří Rusnok ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Regierungsbildung. Sein Team will er bis Ende kommender Woche beieinander haben, sagte der parteilose Finanzexperte am Freitagabend gegenüber Journalisten in Prag. Rusnok will am Montag mit der Zusammenstellung seines Teams fortfahren. Bisher haben vier Kandidaten bestätigt, dass sie einen Ministerposten im Interimskabinett übernehmen wollen: Der ehemalige Chef des Tschechischen Fernsehens, Jiří Balvín, bestätigte am Freitag, dass er für das Amt des Kulturministers zur Verfügung stehe. In den Tagen zuvor hatten bereits Martin Pecina (Innenministerium), Marie Benešová (Justizministerium) sowie der derzeitige Chef der Lebensmittelkammer, Miroslav Toman (Landwirtschaftsministerium), ihre Regierungsbeteiligung zugesagt.

Jiří Rusnok war am vergangenen Dienstag von Staatspräsident Miloš Zeman zum Interimspremier ernannt worden. Er ersetzt den Konservativen Petr Nečas, der wegen einer Bespitzelungs- und Korruptionsaffäre zurückgetreten ist. Die Parteien im tschechischen Abgeordnetenhaus haben allerdings verlautbart, dass sie dem Kabinett Rusnok nicht das Vertrauen aussprechen wollen.

Umweltministerium will in Besucherservice von Nationalparks investieren

Das Umweltministerium will die Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete in Tschechien besucherfreundlicher gestalten. Dazu hat das Ministerium umgerechnet sechs Millionen Euro bereitgestellt. Insgesamt sind 112 Projekte geplant. Eines der interessantesten Projekte sei, die Macocha-Höhle auch für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen, sagte der scheidende Umweltminister Tomáš Chalupa am Freitag bei einer Pressekonferenz in Prag. Die Höhle liegt im mährischen Karst. Geplant sind aber auch Verbesserungen in den an Deutschland grenzenden Nationalparks. So sollen für umgerechnet 460.000 Euro die Radwege im Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebessert werden. Dabei ist auch geplant, 7,5 Kilometer neue Wege zu schaffen. Im Nationalpark Böhmerwald ist unter anderem die Errichtung von Unterständen für Wanderer.

Zweiter Tag des Karlsbader Filmfestivals: Digitalfassung eines Klassikers

Nach der Eröffnung des 48. Internationalen Filmfestivals in Karlovy Vary / Karlsbad am Freitagabend mit einer Preisübergabe an den US-Schauspieler John Travolta stand am Samstag ein Filmklassiker im Mittelpunkt. Am zweiten Festivaltag wurde der Streifen „Všichni dobří rodáci“ (Alle guten Landsleute) von Regisseur Vojtěch Jasný aus dem Jahr 1968 in einer digital überarbeiteten Fassung gezeigt. Jasný war 1970, nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, aus politischen Gründen zuerst nach Österreich und dann in die USA emigriert. Über die erneute Premiere seines Films sagte der 87-jährige Regisseur in Karlsbad, er freue sich „wie ein kleiner Junge“.

Am Freitag war das Filmfestival unter den Augen von der Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, Miroslava Němcová, und Kulturministerin Alena Hanáková eröffnet wurden. Dabei erhielt Schauspieler John Travolta einen Kristallglobus für sein Lebenswerk.

Bloomberg: Tschechen neigen weltweit am stärksten zum Laster

Die Tschechen neigen weltweit am stärksten zum Laster. Dies ist das Ergebnis einer Erhebung der amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg, sie hatte 57 Länder verglichen. Laut der Analyse sind die tschechischen Bürger führend, wenn der jährliche Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen pro Kopf sowie der jährliche Umsatz beim Glücksspiel im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt zusammengerechnet werden. Ganz am Ende der Rangliste landete der afrikanische Staat Sambia.

Allerdings nahm Tschechien bei keinem der einzelnen Indikatoren den ersten Platz ein: Beim Alkoholverbrauch liegt das Land auf Platz 4, beim Drogenkonsum auf Platz 6, beim Zigarettenverbrauch auf Platz 9 und beim Glücksspiel auf Platz 12. Nur bei der Teilkategorie Marihuana-Konsum gelangten die Tschechen auf den ersten Rang.

Prag: Im ÖPNV ist der Sommerfahrplan in Kraft getreten

Im Prager öffentlichen Nahverkehr gilt seit Samstagmorgen der Sommerfahrplan. Die meisten Verbindungen fahren in größeren Abständen, bei der Metro gilt dies an den Arbeitstagen für alle drei Linien, bei Bussen teilweise auch am Wochenende. Zudem wurden die Trassen von fünf Straßenbahn- und elf Buslinien geändert. Der Sommerfahrplan wird bis inklusive 31. August in Kraft sein.

Radsport: Kreuziger einziger Tscheche bei 100. Tour de France

Roman Kreuziger ist der einzige tschechische Teilnehmer bei der 100. Tour de France, die am Samstag auf Korsika gestartet wurde. Der 27-Jährige gehört dem Rennstall Saxo-Tinkoff an. Seine Aufgabe sei es, der Nummer eins im Team, Albert Contador zum Gesamtsieg zu verhelfen, sagte Kreuziger am Samstag in einem Interview für das Tschechische Fernsehen. Contador hat die Frankreich-Rundfahrt insgesamt dreimal gewonnen, sein letzter Sieg im Jahr 2010 wurde ihm indes wegen Dopings aberkannt.

Roman Kreuziger hat in diesem Jahr den Frühjahrsklassiker Amstel Gold Race gewonnen. Bei der Tour de Suisse fuhr der Tscheche lange um den Gesamtsieg mit und wurde letztlich Dritter.

Tennis: Kvitová und Berdych erreichen jeweils Achtelfinale in Wimbledon

Beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon haben die tschechische Tennisspielerin Petra Kvitová und ihr Landsmann Tomáš Berdych jeweils das Achtelfinale erreicht. Kvitová gewann am Samstag in der dritten Runde gegen die Russin Jekaterina Makarowa mit 6:3, 2:6, 6:3. Die tschechische Siegerin des Turniers von 2011 ist in diesem Jahr in London an Nummer acht gesetzt. Berdych setzte sich in der dritten Runde am Samstag gegen Kevin Anderson aus Südafrika mit 3:6, 6:3, 6:4, 7:5 durch. Er ist an diesmal Nummer sieben gesetzt.

In der dritten Runde der Einzel ausgeschieden sind hingegen die beiden Tschechinnen Eva Birnerová und Petra Cetkovská.

Das Wetter am Sonntag, 30.6.: veränderlich bewölkt, Schauer, bis 19 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien veränderlich bewölkt mit vereinzelt leichten Schauern. In Mähren und Schlesien anfangs dichtere mit gelegentlich Regen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 15 bis 19 Grad Celsius, in den Bergen auf 1000 Meter Höhe um 11 Grad Celsius.