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Erste direkte Präsidentenwahl begann auf der Botschaft in Brasilien

Die erste Direktwahl des tschechischen Staatspräsidenten hat am Donnerstag in den tschechischen Vertretungen in Brasilien begonnen. Dies bestätigten die Vertreter der tschechischen Botschaft in Brasilia sowie der Generalkonsul in Sao Paulo, Pavel Procházka. Denn tschechische Bürger, die im Ausland leben, können bereits am Donnerstag an der ersten direkten Wahl des Staatspräsidenten teilnehmen. Circa 7200 Auslandstschechen haben sich für die Wahl registrieren lassen, sie können ihre Stimme in 102 Botschaften in der ganzen Welt abgeben. Die Stimmabgabe endet zur gleichen Zeit wie in der Tschechischen Republik, also am Samstag um 14.00 Mitteleuropäischer Zeit.

Vorsitzender des Verfassungsgerichts: Amnestie dilettantisch vorbereitet

Pavel Rychetský, der Vorsitzende des tschechischen Verfassungsgerichts meldet sich in der Debatte um die von Staatspräsident Václav Klaus erlassene Amnestie zu Wort. Der Tageszeitung Hospodářské noviny sagte Rychetský in einem Interview am Donnerstag, die Neujahrsamnestie sei dilettantisch vorbereitet worden. Seit 1920 seien alle Amnestien immer von der Regierung unter Führung des Justizministeriums präpariert worden, niemals alleine vom Präsidenten, so der oberste Verfassungsschützer. Die Pflicht der Gegenzeichnung durch den Premier sei in der Verfassung verankert, damit die Regierung die Auswirkungen bewerten könne. Dafür sei ein Heer von Angestellten im Justizministerium zuständig, erklärte Rychetský weiter.

Premier Petr Nečas hatte am Mittwoch verlauten lassen, die Amnestie sei ein vornehmes Recht des Präsidenten und der Premier bestätige mit seiner Unterschrift nur, dass die Amnestie nicht gegen geltendes Recht verstoße.

Vorsitzender des Verfassungsgerichts kritisiert Berater des Staatspräsidenten wegen Amnestie

Der Vorsitzende des tschechischen Verfassungsgerichts, Pavel Rychetský, kritisierte die Berater und weitere Mitarbeiter von Präsident Václav Klaus und von Premier Petr Nečas. Sie hätten, so Rychetský vor der Verkündung der Amnestie versagt, da sie die beiden Politiker über die üblichen Vorbereitungen auf eine Amnestie nicht informiert hätten. Dies teilte Rychetský am Donnerstag in Brünn den Journalisten mit. Der Premier hätte die Amnestie nicht unterzeichnen müssen, falls er ihr nicht zustimmte, sagte der Verfassungsrichter. Der Sekretär des Staatspräsidenten, Ladislav Jakl, reagierte auf Rychetskýs Worte im Gespräch für den öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk. Jakl bezeichnete den Vorsitzenden des Verfassungsgerichts als einen Dilettanten.

Weitere Bürgermeister nehmen das Bild von Klaus von der Wand

Bürgermeister von weiteren Gemeinden in der Tschechischen Republik haben das Bild von Staatspräsident Václav Klaus in ihrem Büro von der Wand genommen. Die Kommunalpolitiker protestieren damit gegen die von Präsident Klaus erlassene Amnestie. Der Bürgermeister von Želechovice nad Dřevnicí, Michal Špendlík, der einer der Initiatoren des Protestes ist, sagte, er bekomme ständig Mails von weiteren protestierenden Gemeinden und habe aufgehört, sie zu zählen. Vor zwei Tagen schlossen sich rund 600 Gemeinden und Städten dem Protest an. Špendlík kritisiert die Amnestie, weil seinen Worten zufolge Menschen, die für Straftaten, einschließlich Diebstähle verurteilt wurden, freigelassen worden sind.

Premier Nečas zeichnet tschechische ISAF-Soldaten aus

Der tschechische Premier Petr Nečas hat über 100 tschechische ISAF-Soldaten ausgezeichnet. Die Auszeichnungen wurden den Soldaten nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan am Donnerstag im mittelböhmischen Brandýs nad Labem verliehen. Bis zum Ende des nächsten Jahres wird die Zahl der in Afghanistan stationierten tschechischen Soldaten auf rund 150 reduziert. Dies teilte der Chef des Generalstabs der Tschechischen Armee, Petr Pavel, mit. Premier Nečas, der seit 21. Dezember von Präsident Klaus mit der Leitung des Verteidigungsministeriums beauftragt ist, verlieh einigen der Soldaten das Verdienstkreuz. Alle Mitglieder des Kontingents wurden zudem mit einer Medaille für den Dienst im Ausland ausgzeichnet.

Mit Methanol versetzter Schnaps fordert 39. Opfer

Mit Methanol versetzter Schnaps forderte in diesem Jahr das erste Opfer. Im mährischen Olomouc / Olmütz wurde ein toter Mann gefunden, neben dem zwei Flaschen mit verdächtigem Schnaps lagen. Die Obduktion bestätigte, dass der Mann an den Folgen einer Methanolvergiftung starb. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums Viktorie Plívová teilte den Medien mit, dass das Ministerium über die Resultate der Obduktion am Mittwoch informiert wurde. Seit dem Ausbruch der Methanol-Affäre im September letzten Jahres sind in Tschechien 39 Menschen an den Folgen einer Methanol-Vergiftung gestorben. Gesundheitsminister Leoš Heger warnte in letzter Zeit wiederholt vor Alkoholgetränken, deren Herkunft unklar ist.

Staatschulden der Tschechischen Republik steigen auf 1,668 Billion Kronen

Die Staatsschulden der Tschechischen Republik sind im vergangenen Jahr um 168 Millionen Kronen (6,72 Millionen Euro) auf 1,668 Billion Kronen gestiegen. Dies teilte der Sprecher des Finanzministeriums Ondřej Jakob am Donnerstag mit. Auf jeden Bewohner Tschechiens entfallen damit Schulden in Höhe von fast 159.000 Kronen (6.360 Euro).

Forschung: Menschen mit braunen Augen vertrauenswürdiger

Menschen mit braunen Augen wirken vertrauenswürdiger als solche mit blauen. Das hat ein tschechisches Forscherteam in Versuchen herausgefunden. Die Wissenschaftler legten Probanden Fotos von 80 Männern und Frauen vor. Sie sollten die Aufnahmen nach Augenfarbe und Gesichtsform bewerten. Bei männlichen Gesichtern fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen Form und Vertrauenswürdigkeit. Generell galt aber für beide Geschlechter: Die Versuchsgruppe brachte den Braunäugigen wesentlich mehr Vertrauen entgegen, wie die Experten im Online-Journal „Plus One“ schreiben.

Das liege weniger an der Augenfarbe als an der für Braunäugige typischen Gesichtsstruktur, sagte der Biologe Karel Kleisner von der Karlsuniversität. Deren Gesichter mit eher breitem Mund, rundem Kinn und größeren Augen würden bevorzugt, wenn es um Vertrauen gehe. Die Verkettung von Augenfarbe und Gesichtsmerkmalen könne genetische Ursachen haben. Die Wissenschaftler wollen ihre Ergebnisse nun in anderen Ländern überprüfen und dabei auch der Frage nachgehen, wie Briten und Rumänen, Inder und Kameruner gegenseitig ihre Gesichter bewerten.

„Der Krieg mit den Molchen“ von Vladimír Franz hat in der Prager Staatsoper Premiere

Am Donnerstag wird in der Prager Staatsoper die Oper „Der Krieg mit den Molchen“ ihre Weltpremiere haben. Die Oper schrieb nach dem gleichnamigen Roman von Karel Čapek der namhafte tschechische Komponist und Präsidentschaftskandidat Vladimír Franz. Mit dem Opernensemble des Prager Nationaltheaters hat Dirigent Marko Ivanović die Oper einstudiert. Regie der Opernvorstellung hat David Drábek.

Im Prager Nationalen Technikmuseum wird 500.000. Besucher begrüßt

Die Dauerausstellung im Prager Nationalen Technikmuseum hat am Donnerstag der 500.000. Besucher seit der Wiedereröffnung des Museums im Februar 2011 besichtigt. Der Museumsleiter Karel Ksandr überreichte dem Besucher Eintrittskarten, einen Bildband sowie einige Souvenirs des Museums. Das Museum wurde nach einer fast fünf Jahre dauernden Rekonstruktion 2011 wieder geöffnet.

Eishockey-Legende Jaromír Jágr kehrt in die NHL zurück

Der legendäre tschechische Eishockeyspieler Jaromír Jágr ist am Donnerstag in die USA zurück gereist. Der berühmte Stürmer sagte vor seiner Abreise in Prag, er habe die Spiele in der tschechischen Eishockey-Extraliga genossen und verlasse Tschechien mit gemischten Gefühlen. Während des Lockouts in der NHL spielte Jágr für den tschechischen Extraliga-Klub HC Kladno. Jágr, der zudem Besitzer des Klubs HC Kladno ist, erklärte, es habe ihm dort sehr gut gefallen. Jágr ist seit dieser Saison beim NHL-Klub Dallas Stars unter Vertrag.

Rallye Dakar: Loprais verliert nach Defekt Führung in der LKW-Wertung

Der Tscheche Aleš Loprais musste nach der fünften Etappe der diesjährigen Rallye Dakar die Führung in der LKW-Gesamtwertung an den Niederländer Gerard de Rooy abgeben. Loprais Tatra-Laster blieb wegen Problemen mit der Batterie etwa zehn Kilometer vor dem Ziel liegen. Der Tscheche ist nun wegen des technischen Defekts auf den achten Platz des Gesamtklassements abgerutscht. Die anderen vier tschechischen Teilnehmer kamen unbeschadet ins Ziel. Bester war Martin Kolomý, ebenfalls auf Tatra. Er ging als sechster ins Ziel, in der Gesamtwertung ist er nun der bestplatzierte Tscheche auf dem vierten Platz.

Das Wetter am Freitag, 11.1.: wechselhaft, Schnee, bis ein Grad

Am Freitag ist es in Tschechien überwiegend bewölkt mit Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei -3 bis +1 Grad Celsius, in Höhen um 1000 Meter bei -8 Grad Celsius.