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Kirchen vergleichen Wahlkampagne der Sozialdemokraten mit NS-Propaganda

In Tschechien hat sich der Streit um die geplante Rückgabe von Eigentum in Milliardenwert an die Kirchen verschärft. Der katholische Erzbischof Dominik Duka und weitere Glaubensvertreter wie die jüdischen Gemeinden verglichen eine Kampagne der Sozialdemokraten gegen die Rückgabepläne mit NS-Propaganda. Stein des Anstoßes ist ein Plakat der Oppositionspartei im Regionalwahlkampf. Es zeigt, wie ein prall gefüllter Geldsack an einen kirchlichen Würdenträger übergeben wird. Zudem wird behauptet, die Regierung verschenke ohne Not Milliardenbeträge an die Kirchen. Zeitzeugen könnten bezeugen, dass dies den unseligen antisemitischen und antiklerikalen Plakaten des Dritten Reichs in nichts nachstehe, hieß es am Donnerstag seitens des Kardinals Dominik Duka.

Das Abgeordnetenhaus hat im Juli trotz des Widerstands der Opposition die Kirchenrestitution gebilligt. Die Kirchen sollen für Enteignungen unter dem kommunistischen Regime mit umgerechnet 2,3 Milliarden Euro und Immobilien im Schätzwert von 2,9 Milliarden Euro entschädigt werden. Seit Mittwoch liegt das Gesetz dem Senat zur Beurteilung vor. Dort will sich die linksgerichtete Mehrheit gegen die Vorlage aussprechen.

Präsident Klaus legt Veto gegen Energieeffizienzgesetz ein

Präsident Václav Klaus hat am Donnerstag sein Veto gegen das novellierte Gesetz über Energieeffizienz eingelegt. Mit dem Gesetz sollte die EU-Gebäuderichtlinie in Tschechien in Kraft treten. Darin wird die Pflicht eingeführt, Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden zu erstellen. Das Gesetz sei einer der schlechtesten und schädlichsten, die ihm zur Unterschrift vorgelegt worden seien, führte das Staatsoberhaupt an. Aufgrund unklarer Terminologie werde eine Reihe von Pflichten Bauleuten auferlegt. Die Novelle zwinge auch private Subjekte, Gebäudehüllen zu bauen, als ob der Staat und die EU besser als Hausbesitzer gewusst hätten, was für sie gut sei.

Überfüllte Gefängnisse: Justizministerium will drei neue Haftanstalten eröffnen

Weil die tschechischen Gefängnisse überfüllt sind, will das Justizministerium drei neue Haftanstalten in Betrieb nehmen. Bis Ende des Jahres soll somit Platz für 1000 weitere Strafgefangene geschaffen werden. Die Lage sei teils dramatisch, sagte der stellvertretende Justizminister Daniel Volák in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Zum Teil seien die bestehenden Haftanstalten zu 130 Prozent belegt.

Tschechien gehört neben den baltischen Staaten zu den EU-Ländern mit dem höchsten Anteil von Strafgefangenen, verglichen zur Einwohnerzahl. Gründe dafür sind die geringe Nutzung von Alternativen zur Haft, aber auch die Tendenz tschechischer Verurteilter, sich dem Strafvollzug zu entziehen. Derzeit läge diese Zahl bei 5200, sagte Vize-Justizminister Volák. Solche Verurteilte kämen dann nicht mehr für alternative Strafen in Frage.

Antikorruptionspolizei will Anklage gegen fünf Magistratsbeamte in Prag wegen des Projekts Opencard erheben

Die Antikorruptionspolizei schlägt vor, Anklagen gegen fünf Beamte des Prager Rathauses wegen des Projekts Opencard zu erheben. Unter ihnen ist auch der ehemalige Direktor der IT-Abteilung des Magistrats. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bei der Einführung des Prager Bürger-Tickets Opencard sollen maßgeschneiderte und überteuerte Verträge geschlossen worden sein. Der Stadt soll dadurch Schaden in Höhe von umgerechnet 2,8 Millionen Euro entstanden sein. Die Karte dient den Pragern als aufladbare Zeitfahrkarte, kann aber auch zur Bezahlung weiterer Dienste in der Hauptstadt genutzt werden. Darüber informierte eine Polizeisprecherin auf der Webseite der Antikorruptionspolizei.

Preissteigerung in Tschechien verlangsamt sich

Die Preissteigerung in Tschechien hat sich verlangsamt. Im Juli lag die Inflationsrate bei 3,1 Prozent, im Juni hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen. Vor allem bei Lebensmitteln und nicht-alkoholischen Getränken sowie Kleidung und Schuhen hätten die Preissteigerungen nachgelassen oder seien die Preise sogar gefallen, gab das tschechische Statistikamt am Donnerstag bekannt.

In Prag wird Integrationszentrum für Ausländer eröffnet

In Prag wird am Montag ein Integrationszentrum für Ausländer eröffnet. Mitarbeiter des Zentrums werden ihnen bei der Erledigung von Dokumenten und beim Kontakt mit Behörden helfen sowie juristische und psychologische Dienstleistungen und Umschulungskurse anbieten. Die Gründung des Integrationszentrums, nach der NGO´s hierzulande seit vielen Jahren gerufen haben, wurde im vergangenen Jahr vom Prager Rathaus gebilligt. Prag wird sich mit 20 Prozent an den Betriebskosten beteiligen. Um finanzielle Unterstützung für weitere Projekte wird sich das Zentrum beim Innenministerium alljährlich bewerben. Zielgruppe seien Bürger aus den dritten Ländern, sagte am Donnerstag der Direktor des Zentrums Zdeněk Horváth. In der tschechischen Hauptstadt leben zurzeit an die 200 Tausend Ausländer, die größten Gruppen unter ihnen sind Ukrainer, Vietnamesen und Russen.

Intensität der Sonnenstrahlen in Tschechien wie am Mittelmeer

In Folge der Verdünnung der Ozonschicht ist die Intensität der Sonnenstrahlen in Tschechien an klaren Sommertagen vergleichbar mit der an der Meeresküste in Kroatien oder in Norditalien. Die Ärzte warnen daher vor Hautkrebs und fordern zum Sonnenschutz auf. Wie der Vorsitzende des Tschechischen Hautärzte-Verbands Petr Arenberger am Donnerstag vor Journalisten sagte, erhöhe sich die Zahl der Patienten mit einem Hautmelanom um 2000 Personen pro Jahr. Der Hautkrebs stelle einen Viertel der Krebserkrankungen in Tschechien dar. Das Tschechische hydrometeorologsiche Institut hat im Mai die höchsten Werte der UV-Strahlen seit 48 Jahren gemessen.

Olympia: Tschechischer Kajak-Vierer der Männer holt Bronze

Der tschechische Kajak-Vierer der Männer hat bei den Olympischen Spielen Bronze geholt. Daniel Havel, Lukáš Trefil, Josef Dostál und Jan Štěrba fuhren am Donnerstag über 1000 Meter hinter den Australiern und den Ungarn über die Ziellinie. Für Tschechien ist es die erste Medaille im Kanusprint seit 16 Jahren und insgesamt die siebte Medaille in London.

Olympia: Hejnová holt über 400 Meter Hürden überraschend Bronze

Die tschechische Leichtathletin Zuzana Hejnová hat bei den Olympischen Spielen überraschend die Bronzemedaille über 400 Meter Hürden gewonnen. Mit 53,38 Sekunden musste sie sich im Finale am Mittwochabend nur Natalja Antjuch aus Russland und Lashinda Demus aus den USA geschlagen geben. Die zweite tschechische Finalteilnehmerin, Denisa Rosolová, kam auf Rang sieben. Hejnovás Bronze ist für Tschechien die erste Leichtathletikmedaille.

Fußball: Liberec scheitert in Champions-League-Qualifikation

Der tschechische Fußballmeister Slovan Liberec wird nicht in der Champions League spielen. Die Nordböhmen scheiterten in der dritten Qualifikationsrunde am rumänischen Verein CFR Cluj. Am Mittwochabend unterlag Liberec zu Hause mit 1:2, nachdem man bereits vor einer Woche in Cluj mit 0:1 verloren hatte. Der tschechische Meister hat aber eine weitere Chance, an einem europäischen Vereinswettbewerb teilzunehmen. Zusammen mit weiteren 14 Verlierern aus der dritten Qualifikationsrunde der Champions League ist Liberec für die Play-offs zur Europa League qualifiziert.

Das Wetter am Freitag, 10.8.: Wolken, bis 22 Grad

Am Freitag ist es in Tschechien leicht bewölkt. Im Laufe des Tages nehmen die Wolken zu, mit vereinzelten Schauern muss gerechnet werden. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 18 bis 22 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter erreichen die Werte maximal 14 Grad Celsius.