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Fünf Leichtverletzte bei 1.-Mai-Veranstaltungen in Prag

Bei Veranstaltungen zum 1. Mai sind in Prag fünf Menschen leicht verletzt worden. Am unteren Wenzelsplatz war eine Demonstration von Autonomen auf einen Aufmarsch von Rechtsradikalen getroffen, beide Gruppen konnten von der Polizei erst wenige Meter voneinander gestoppt werden. Bei dem Einsatz wurden drei Polizisten und zwei Demonstrierende verletzt - unter anderem durch Stein- und Flaschenwürfe. Im Vorfeld hatte die Polizei bereits ihre Präsenz in der Prager Innenstadt verstärkt.

Die traditionellen Veranstaltungen zum Tag der Arbeit waren am Dienstagmorgen bereits von den Kommunisten eröffnet worden. Mehrere Hundert kommunistische Anhänger kamen dabei auf dem Prager Messegelände zusammen. Die Sozialdemokraten trafen sich zu ihrer Prager Veranstaltung erst am Nachmittag am selben Ort.

Sozialdemokraten drängen weiter auf vorgezogene Neuwahlen

Die Sozialdemokraten wollen jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um doch noch vorgezogene Neuwahlen in Tschechien durchzusetzen. Dies kündigte der Vorsitzende der stärksten Oppositionspartei, Bohuslav Sobotka, bei einer 1.-Mai-Veranstaltung im südmährischen Vyškov an. Laut Sobotka hat die Regierung die jüngste Krise gegen den Willen einer Mehrheit der Bürger überlebt. Aus den Kreis- und Senatswahlen im Herbst wollen die Sozialdemokraten daher eine Abstimmung über die Regierungspolitik machen, sagte der Parteichef. Sollten die Regierungsparteien dabei „durchfallen“, werde das Kabinett Nečas „von selbst seine Sachen packen“, so Sobotka.

Premier Petr Nečas hat am vergangenen Freitag eine Vertrauensabstimmung im tschechischen Abgeordnetenhaus deutlich gewonnen. Er hatte die Abstimmung ansetzen lassen, nachdem die Partei der öffentlichen Angelegenheiten (VV) aus dem Koalitionsvertrag ausgestiegen war und sich die Mitte-Rechts-Regierung neu formiert hatte.

Geschäftsbericht 2011: Tschechischen Bahnen erzielen Gewinn

Die Tschechischen Bahnen haben im vergangenen Jahr einen Gewinn von umgerechnet knapp 20 Millionen Euro erzielt, berichtet der Nachrichtenserver Týden.cz mit Verweis auf den Geschäftsbericht 2011. Das Plus des Staatsunternehmens sei vor allem durch den Verkauf des Bereichs Verwaltung der Schienenverkehrswege entstanden, Güter- und Personenverkehr hätten erneut rote Zahlen geschrieben, heißt es weiter. 2010 hatten die Tschechischen Bahnen einen Verlust von umgerechnet fast 40 Millionen Euro ausgewiesen.

Feuerwehr bilanziert Walpurgisnacht: 178 Brände und ein Toter

Die Walpurgisnacht-Feuer haben in Tschechien zu so vielen Bränden geführt wie zuletzt vor fünf Jahren. Insgesamt rückte die Feuerwehr zwischen Montagabend und Dienstagmorgen 178 Mal aus, wie eine Sprecherin der Feuerwehr-Generaldirektion bekannt gab. In einem Fall endete der Brauch tragisch, so fanden die Einsatzkräfte in einem ausgebrannten Baucontainer im mittelböhmischen Mělník eine verbrannte männliche Leiche - vermutlich ein Obdachloser, wie die Pressegantur ČTK schrieb. Der Sachschaden durch die Brände betrug nach ersten Schätzungen insgesamt 6,2 Millionen Kronen (rund 250.000 Euro).

Montanregion Erzgebirge: Kreise und Gemeinden in Tschechien wollen zusammenarbeiten

Zwei Kreise und sechs Gemeinden in Tschechien haben vereinbart, bei der Bewerbung der Montanregion Erzgebirge zum Weltkulturerbe zusammenzuarbeiten. Am Montag unterschrieben die Vertreter der Kreise Karlovy Vary / Karlsbad und Ústí nad Labem / Aussig sowie der Bergbaustädte Jáchymov / Joachimsthal, Boží Dar / Gottesgab, Horní Blatná / Bergstadt Platten, Abertamy / Abertham, Krupka / Graupen und Měděnec / Kupferberg eine entsprechende Erklärung. Der Eintrag als Unesco-Weltkulturerbe soll gemeinsam mit Sachsen erfolgen, das deutsche Bundesland hatte 1998 die Idee angestoßen. Stichtermin könnte das Jahr 2015 sein.

Auf tschechischer Seite wurden bisher knapp 20 Objekte ausgewählt, die eingetragen werden könnten, darunter zum Beispiel die Wolfsbinge bei Horní Blatná oder die Dekanatskirche Mariä Himmelfahrt bei Most / Brüx. Auf deutscher Seite sind es gut 30 Objekte.

108 Paare stellen neuen Küssrekord auf Prager Petřín auf

Auf dem Prager Hügel Petřín (Laurenziberg) wurde am Dienstag ein neuer Rekord im Küssen unter einem dortigen Kirschbaum aufgestellt: Insgesamt 108 Paare aller Altersgruppen küssten sich gleichzeitig unter dem blühenden Baum. Im vergangenen Jahr hatten sich zum „Tag der Liebe“ nur 66 Paare eingefunden, wie die Presseagentur ČTK berichtete.

Der Prager Petřín hat am 1. Mai in Tschechien eine besondere Bedeutung. So legen Paare dort an der Statue von Karel Hynek Mácha, dem wichtigsten tschechischen Dichters der Romantik, Blumen nieder. Küssen Männer ihre Liebste danach unter einem blühenden Kirschbaum, bedeutet das Glück und Gesundheit für die Zukunft.

Neue Temperaturrekorde: tropische Werte in Ostrau und Hradec Králové

In Tschechien sind am Dienstag mehrere Temperaturrekorde geknackt worden: Am wärmsten war es dabei in Valašké Meziříčí und im Ostrauer Stadtteil Poruba, wo jeweils 30,7 Grad registriert wurden. Im mährischen Valašké Meziříčí hatte der bisherige Rekord für den 1. Mai genau 4,5 Grad unter diesem Wert gelegen. Auf tropische Werte stieg das Quecksilber auch im ostböhmischen Hradec Králové / Königgrätz: 30,5 Grad Celsius. Das waren gut zwei Grad mehr als beim bisherigen Rekord aus dem Jahr 1934. Selbst in den tschechischen Mittelgebirgen war es ungewöhnlich warm: So wurden im Riesengebirgsort Pec pod Sněžkou / Petzer 23,4 Grad Celsius gemessen und auf dem höchsten Berg der Beskiden, dem 1324 Meter hohen Kahlberg (Lysá hora), sogar 24,2 Grad Celsius - fast fünf Grad mehr als beim Rekord von 2001.

Das Wetter am Mittwoch, 2. Mai: erst schön, dann Gewitter, bis 31 Grad

Am Mittwoch ist es zunächst in Tschechien meist klar oder heiter. Im Tagesverlauf nehmen die Wolken zu, mit örtlichen Schauern und Gewittern im böhmischen Landesteil und vereinzelten im Osten des Landes. Es wird noch einmal sommerlich heiß bei Tageshöchstwerten zwischen 27 und 31 Grad Celsius, in Lagen über 1000 Metern um 23 Grad Celsius.