Nachrichten Donnerstag, 11. Januar, 2001

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Von Dagmar Keberlova

Kulturausschuss verhandelte über CT-Gesetzesnovelle

Die gestrige Abstimmung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses hat gezeigt, dass die Mehrheit der Abgeordnete darauf besteht, den Fernsehrat auch weiter zur Gänze alleine zu wählen. Die Christdemokraten wollten den Senat einbeziehen, die Freiheitsunion wiederum den Präsidenten. Die Gesetzesnovelle in der Form, in der sie vom Kulturausschuss vorgelegt wurde, setzt voraus, das das Mandat des bestehenden Rates mit dem Tag enden wird, in dem die Novelle in kraft tritt. Eine Reihe von Abgeordneten will den Rat allerdings schon am Freitag abberufen, wo die Novelle im legislativen Notstand verabschiedet werden soll.

Nachrichten der streikenden Redakteure werden wieder ausgestrahlt

Die "offiziellen" Nachrichten des Tschechischen Fernsehens werden nicht mehr gesendet. Die Berichterstattungsdirektorin Jana Bobosikova alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um aus Ersatzräumen und mit Ersatztechnik die Berichterstattung zu sichern. Wie sie aber betonte, bedeute dies in keinem Fall ihren Rücktritt. Der Krisenstab der CT-Redakteure begrüßte die Entscheidung des Fernsehmanagements. Damit öffne sich Raum für Verhandlungen über weitere Forderungen der Streikenden, sagte dazu ein Mitglied des Streikausschusses.

Die CT-Zuschauer können so seit Mittwoch ein einheitliches Programm verfolgen. Die Anweisung dazu, ein einziges, aus dem Hauptgebäude in Kavci Hory ausgestrahlten Signal zu verbreiten, hat der Tschechischen Sendeanstalt Radiokommunikationen die Rechtsanwältin Vera Valterova gegeben, die mit der Leitung des Tschechischen Fernsehens beauftragt wurde.

Berichterstattungsdirektorin Bobosikova beharrt allerdings auch weiter auf den Kündigungen für die streikenden Redakteure vom 26. Dezember sowie für die beiden Chefredakteure der Sektoren Berichterstattung und Publizistik Bohumil Klepetko und Martin Mrnka. Ein Gespräch mit den beiden Chefredakteuren möchte sie noch führen.

Gesetzesvorschlag über Hundezucht abgelehnt

Die Regierung hat am Mittwoch einen von den Abgeordneten vorgelegten Gesetzesvorschlag über Hundezucht abgelehnt. Das Gesetz sollte die Haltung derjenigen Hunderassen regeln, die als gefährlich bezeichnet werden. Nach Ansicht der Minister sei dieses Gesetz unsystematisch und die geltende rechtliche Regelung zur Bestrafung von Vergehen ausreichend. Dies sagte der CTK während der Kabinettsitzung der Regierungssprecher Libor Roucek.

General Ralston äußert sich zum Balkansyndrom

Die NATO werde bei der Information über die Verwendung abgereicherten Urans maximale Transparenz zeigen. Dies hat der oberste Befehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, General Joseph Ralston, am Mittwoch in Prag erklärt. Es gäbe im Zusammenhang mit dem "Balkan-Syndrom" eine Menge Desinformation, tatsächlich aber sei der Urangehalt der Geschosse gering und das Uran zudem eben abgereichert, also arm an Radioaktivität, bekräftigte der General.

Gouverneur der Zentralbank verhandelt in Washington

Der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank Zdenek Tuma ist in der Nacht zu Mittwoch in Washington eingetroffen, um dort mit ranghohen Repräsentanten des Internationalen Währungsfonds über die aktuelle Wirtschaftslage in der Tschechischen Republik zu verhandeln. Die Themen wurden nicht vorher festgelegt, es wird sich um einen Meinungsaustausch über die Lage handeln, führte Tuma nach seiner Ankunft in Washington an.

Schulung mittel- und osteuropäischer Unteroffiziere

Im südmährischen Vyskov bei Brünn nehmen ca. 50 Unteroffiziere aus 13 Ländern Mittel- und Osteuropas an dem Kurs teil, den das Britische Militärische Beratungs- und Schulungsteam für sie organisiert. Ziel der Schulung ist, die Führung der Militäreinheiten in den Armeen der neuen NATO Staaten sowie der Partnerschaft für Frieden zu verbessern . Der Nachrichtenagentur CTK teilte dies heute die Sprecherin der Militärakademie in Vyskov, Marcela Zobacova, mit. Die Tätigkeit des britischen Militärteams an der Militärakademie in Vyskov eröffnete im vorigen Jahr der britische Prinz Charles.

Rotes Kreuz spendete 8 Millionen im letzten Jahr

Humanitäre Hilfe für ca. 8 Millionen Kronen hat im letzten Jahr das tschechische Rote Kreuz nach Jugoslawien, Venezuela, in die Türkei und den Kosovo geliefert. Die Hilfe wurde aus den Mitteln des Humanitären Fonds erstattet, in den gleichermaßen Institutionen, Unternehmen und Bürger einzahlen. CTK hat darüber der Direktor des Roten Kreuzes Jiri Prochazka informiert.

Tschechische Philharmonie gastiert in Salzburg

Die tschechische Philharmonie wird in diesem Sommer bei dem Salzburger Festival gastieren. Gemäß dem bereits veröffentlichten Programm wird die tschechische Philharmonie die dortige Neueinstudierung der Oper Jenufa von Leos Janacek aufführen. Des weiteren sollen sie am 5. August mit dem weltberühmten Dirigenten John Eliot Gardiner auftreten.