• 24.06.2026

    Die Regierungschefs Tschechiens, Polens, Ungarns und der Slowakei haben sich auf eine verstärkte Zusammenarbeit im Rahmen ihrer Visegrád-Gruppe (V4) verständigt. Dies verkündete der ungarische Premier Peter Magyar am Dienstag nach dem Vierer-Treffen im Schloss von Gödöllő bei Budapest. Bei der Pressekonferenz proklamierte er „V4 ist zurück“.

    Er sei begeistert und freue sich auf die Zusammenarbeit, sagte der tschechische Premier Andrej Babiš (Partei Ano) bei dem gemeinsamen Auftritt. Man sei im gleichen Boot und werde miteinander für die Interessen der eigenen Staaten kämpfen, fügte der tschechische Regierungschef hinzu. Wie am Mittwoch bekannt wurde, planen Babiš und Magyar eine erste gemeinsame Sitzung ihrer Regierungskabinette zu den Themen Gesundheitspolitik, Kultur und Verkehr.

    Der bisher letzte V4-Gipfel hat im Februar 2024 in Prag stattgefunden. Danach kühlten sich die Beziehungen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Unterstützung der Ukraine ab.

    (Die Nachricht haben wir um 12.00 Uhr ergänzt.)

  • 23.06.2026

    Der halbstaatliche tschechische Energiekonzern ČEZ hat am Dienstag seine Tochtergesellschaft ČEZ Energy gegründet. In den kommenden Monaten sollen die Bereiche Energievertrieb und -verteilung, Handel und Energiedienstleistungen in diese ausgegliedert werden. Dies teilte Daniel Beneš, Vorstandsvorsitzender und CEO von ČEZ, am Dienstag dem Nachrichtenportal iROZHLAS mit.

    Analysten zufolge ist die Ausgliederung des nicht-produktionsorientierten Teils des Unternehmens ein entscheidender Schritt für die geplante Verstaatlichung. ČEZ will die Ausgliederung bis Ende des ersten Quartals des nächsten Jahres abschließen. Anschließend will die Konzernleitung Investoren für das neue Unternehmen suchen.

  • 23.06.2026

    Am Mittwoch ist es in Tschechien meist heiter, im Böhmerwald sind am Nachmittag bei zunehmender Bewölkung vereinzelte Schauer möglich. Die Höchsttemperaturen erreichen 28 bis 33 Grad, im Nordosten 26 bis 30 Grad.

  • 23.06.2026

    Der US-amerikanische Schauspieler Dustin Hoffman, die französische Schauspielerin Juliette Binoche und der US-amerikanische Kameramann Robert Richardson werden in diesem Jahr mit den Kristallgloben des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary geehrt. Die Festivalleitung gab die Namen der Preisträger am Dienstag bekannt.

    Zu Ehren Dustin Hoffmans zeigt das Festival den Film „Die Reifeprüfung“ (The Graduate, Regie: Mike Nichols) aus dem Jahr 1967, mit dem Hoffman den Durchbruch feierte.

    Das 60. Internationale Filmfestival Karlovy Vary findet vom 3. bis 11. Juli statt.

  • 23.06.2026

    Tschechien unterstützt einen möglichst baldigen EU-Beitritt der Republik Moldau und möchte diesen aktiv begleiten. Dies erklärte der tschechische Senatsvorsitzende Miloš Vystrčil (Bürgerdemokraten) nach einem Treffen mit dem moldauischen Parlamentspräsidenten Igor Grosu am Dienstag in Prag. Die Republik Moldau, die seit 2022 offizieller Beitrittskandidat ist, strebt eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union spätestens ab dem Jahr 2028 an.

    Während seines Besuchs in Prag führt Grosu Gespräche mit hochrangigen Vertretern der tschechischen Politik. Der moldauische Parlamentschef lobte die positive Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die maßgeblich zu Wohlstand und Stabilität in der postsowjetischen Republik beiträgt.

  • 23.06.2026

    Tschechiens Staatspräsident Petr Pavel zieht gegen die Regierung vor das Verfassungsgericht. Hintergrund ist der Beschluss des Kabinetts, das Staatsoberhaupt von der tschechischen Delegation für den Nato-Gipfel im Juli in Ankara auszuschließen. Pavel bezeichnete diesen Schritt am Dienstag als „beispiellos, äußerst unglücklich“ und als verfassungswidrige Einschränkung seiner Befugnisse.

    Mit einer Kompetenzklage will der Präsident nun gerichtlich klären lassen, wer über die Teilnahme des Staatsoberhauptes an internationalen Spitzentreffen entscheidet. Zudem fordert er das Gericht auf, der Regierung die Behinderung seiner Amtsführung zu untersagen. Dies gab die Präsidialkanzlei am Dienstag bekannt.

    Zwischen dem Staatsoberhaupt und der neuen Regierung schwelt seit Jahresbeginn ein Machtkampf. Während Pavel auf seiner Teilnahme am Nato-Gipfel besteht, lehnt die Regierung diese ab. Das Kabinett beschloss am Montag endgültig, Premier Andrej Babiš, Verteidigungsminister Jaromír Zůna (parteilos) und Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) werden Tschechien in Ankara vertreten.

  • 23.06.2026

    Tschechien setzt laut Premier Andrej Babiš (Partei Ano) in der Außenpolitik auf eine rein pragmatische Wirtschaftsorientierung ohne ideologische Barrieren. Die Regierung befasse sich nicht damit, welches Land welches Regime habe oder ob es dieses ändern solle, erklärte Babiš am Dienstag in Prag vor tschechischen Diplomaten auf einer Konferenz zur Wirtschafts- und Wissenschaftsdiplomatie. Von den Botschaftern forderte der Regierungschef vollen Einsatz beim Knüpfen persönlicher Kontakte, um die Export- und Handelsmöglichkeiten des Landes gezielt zu vertiefen.

    In diesem Zusammenhang kündigte Babiš mehrere strategische Auslandsreisen an: Eine Reise nach Algerien stehe an, um über den Einkauf von Erdgas zu verhandeln. Für September ist ein Besuch in Norwegen geplant, gefolgt von einer Mission nach Indonesien und Vietnam.

    Das Außenministerium veranstaltet in diesen Tagen die traditionelle Konferenz für Wirtschafts- und Wissenschaftsdiplomatie. Die Veranstaltung bringt jährlich Wirtschaftsdiplomaten mit Partnern aus der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Exportagenturen zusammen. Die Konferenz wurde am Dienstagmorgen von Premier Andrej Babiš und Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě) eröffnet.

  • 23.06.2026

    Die tschechische Tennisspielerin und Wimbledon-Siegerin von 2023, Markéta Vondroušová, ist von der Internationalen Agentur für Tennisintegrität (ITIA) für vier Jahre für den professionellen Tennissport gesperrt worden. Grund für die drastische Sanktion ist eine verweigerte Urin- bzw. Blutprobe bei einer unangemeldeten Dopingkontrolle außerhalb des Wettkampfs. Das Strafmaß entspricht der Höchststrafe für einen nachgewiesenen positiven Dopingtest. Vondroušová wies jegliche Dopingvorwürfe vehement zurück.

    Die Sperre endet am 21. Juni 2030. Während dieses Zeitraums ist es der heute 26-jährigen Tschechin untersagt, an Turnieren der ITF, WTA, ATP oder den Grand Slams teilzunehmen, als Trainerin im professionellen Bereich zu arbeiten und offizielle Tennis-Events in jeglicher Funktion zu besuchen. Vondroušová und ihr Anwaltsteam haben das Recht, die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anzufechten.

  • 23.06.2026

    Die Gewerkschaftsvertreter des Tschechischen Fernsehens (ČT) und des Tschechischen Rundfunks (ČRo) sind am Montagabend mit Vertretern der Regierungskoalition zusammengekommen, um über die Finanzierungsreform der öffentlich-rechtlichen Medien zu beraten. Nach dem Treffen machten die Gewerkschafter deutlich, dass sowohl die Art der Gesetzesdebatte als auch der Inhalt der Entwürfe für sie inakzeptabel seien. Die eigentlichen Verhandlungen über das Budget sollten nach Forderung der Arbeitnehmervertreter von den Intendanten beider Medienhäuser geführt werden.

    Tomio Okamura, Chef der Regierungspartei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD), erklärte im Anschluss, dass die Leiter von ČT und ČRo eigene Vorschläge für Kosteneinsparungen vorlegen könnten. Er betonte, er wolle die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten nicht verschlechtern. Laut Okamura wird sich die Debatte über die neue Finanzierung noch mindestens sechs Monate hinziehen, da der parlamentarische Genehmigungsprozess diese Zeit beanspruchen werde.

    Beschäftigte des Tschechischen Rundfunks (ČRo) und des Tschechischen Fernsehens (ČT) waren am Montag in einem 24-stündigen Warnstreik. Die Angestellten beider Medienanstalten protestierten mit dem Streik gegen den Beschluss der tschechischen Regierung, die Rundfunkgebühren abzuschaffen und die Öffentlich-Rechtlichen künftig direkt aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Den Plänen des Kabinetts von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) nach sollen dabei die Einnahmen beider Medienanstalten um 15 bis 20 Prozent sinken.

  • 23.06.2026

    Die Tschechische Republik wird ihre Mitgliedschaft im Brussels Institute for Geopolitics (BIG) Anfang nächsten Jahres beenden. Die Regierung beschloss dies am Montag auf Vorschlag von Außenminister Petr Macinka (Motoristé sobě).

    Macinka bezeichnete das Institut als eine „euroföderalistische NGO“. Der Nutzen sei im Wesentlichen vernachlässigbar, und selbst im Hinblick auf die aktuellen außenpolitischen Prioritäten der Regierung mache es für die Tschechische Republik keinen Sinn, Mitglied dieser gemeinnützigen Organisation zu sein und jährlich 70.000 Euro Mitgliedsbeitrag zu zahlen, so der Minister.

    Der Beitritt zur Institution wurde vom vorherigen Kabinett von Petr Fiala (Bürgerdemokraten) im März 2023 genehmigt. Das Institut wurde als Reaktion auf Russlands Aggression gegen die Ukraine gegründet. Es hat seinen Sitz in Brüssel und widmet sich der Erforschung und Anregung der Debatte über die geopolitischen Herausforderungen für Europa.

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