• 30.08.2002

    Weitere humanitäre Hilfe kommt nach Tschechien. In Ungarn wird ein Projekt Stars für vom Hochwasser betroffenen Länder organisiert, Bulgarien wird demnächst 20 Tonnen von chemischen Reinigungsmitteln schicken, die finanzielle Hilfe der Hörer eines polnischen Privatradios erreichte bereits an die 5 Millionen Kronen.

  • 29.08.2002

    Die Tschechische Republik erhält als EU-Kandidat zur Beseitigung der Hochwasserschäden im Lande voraussichtlich 58 Millionen Euro von der Europäischen Union. Das bestätigte EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen am Donnerstag in Prag bei einem Treffen mit Ministerpräsident Vladimír Spidla. Nach Angaben des Premiers rechnet Tschechien mit Schäden in einer Gesamthöhe von umgerechnet 3,3 Milliarden Euro. Die Prager Regierung will zur Deckung der Kosten unter anderem die Steuern für Treibstoff und Tabak erhöhen. Die EU sei sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Beitrittskandidaten bewusst, sagte Verheugen. Laut Spidla hat sein Kabinett noch nicht entschieden, für welche Projekte die EU-Mittel verwendet werden.

    Vor seinem Treffen mit Spidla war Verheugen mit Staatspräsident Vaclav Havel zusammen getroffen. Havel dankte ihm für die Hilfe, die die Europäische Union Tschechien zur Beseitigung der Hochwasserschäden gewähren will. Neben der Flutkatastrophe diskutierten Havel und Verheugen auch über die EU- Erweiterung und über die Lage in Tschechien nach den Abgeordnetenhauswahlen.

    Bei seiner Unterredung mit Tschechiens Außenminister Cyril Svoboda betonte Verheugen, dass die Tschechische Republik bereits jetzt mit der Vorbereitung von großen Projekten zum Wiederaufbau des Landes nach den Überschwemmungen beginnen solle, um im Jahr 2004 entsprechende Gelder aus den Strukturfonds der Union beziehen zu können. Verheugen bestätigte damit erneut, dass im Jahr 2004 eine Erweiterung der EU vorgesehen ist.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.08.2002

    Auf dem sogenannten "Hochwasserkonto" der Organisation „American Friends of Czech Republic" sind inzwischen mehr als 32.000 US-Dollar eingegangen und es werden ständig weitere finanzielle Mittel auf das Konto überwiesen. Spender sind in den USA lebende Tschechen, aber auch US-Bürger und Organisationen. In diesen Tagen beraten die Vertreter der tschechischen Botschaft in Washington mit der Führung von "American Friends" über konkrete Projekte, die von dieser Spendensaktion finanziert werden könnten. Die US-Regierung gewährte Tschechien bislang eine kurzfristige technische und humanitäre Hilfe im Wert von ca. 500.000 US-Dollar. Jetzt werde sich die US- Regierung auf langfristige Projekte konzentrieren, hieß es.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.08.2002

    Die ungarische Hauptstadt Budapest spendet 30 Millionen Forint (125.000 Euro) für das durch das Moldau-Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogene Prag. Das Budapester Gemeindeparlament billigte am Donnerstag einen diesbezüglichen Antrag der Fraktion der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP), meldete der Online-Dienst "origo". Die Mittel sind vor allem für Maßnahmen im Gesundheitswesen und bei der Seuchenbekämpfung vorgesehen.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.08.2002

    Nach der berühmten Karlsbrücke, die während des Hochwassers gesperrt war und am Mittwoch nach 16-tägiger Schließung wieder für den Besucherverkehr freigegeben wurde, konnte am Donnerstag auch das historische Prager Stadtviertel Kleinseite weitgehend wieder von Touristen betreten werden. Lediglich der vollkommen überflutet gewesene Park auf der Kampa-Insel bleibt weiterhin geschlossen. Am Freitag soll ein weiteres unter den meistbesuchten Gedenkstätten der Moldaumetropole den Touristen wieder zugänglich gemacht. Es handelt sich um die wertvolle Altneusynagoge aus dem 13. Jahrhundert. Die im Jüdischen Viertel beheimatete Synagoge hatte bei den verheerenden Überschwemmungen bis zu 1,50 Meter unter Wasser gestanden. Eine Spezialfirma hatte sie nach der Flut gereinigt und sie vom die Bausubstanz angreifenden Schimmel befreit.

    Autor: Lothar Martin
  • 29.08.2002

    Die tschechische Holding Unipetrol, zu deren Besitzobjekten auch das umstrittene Chemiewerk Spolana im mittelböhmischen Neratovice gehört, hat bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe vermutlich Schäden in einer Gesamthöhe von knapp zwei Milliarden Kronen (ca. 65 Millionen Euro) davongetragen. "Dies sind die derzeit genaust möglichen Schätzungen," sagte Unipetrolsprecher Tomás Zikmund am Donnerstag der Nachrichtenagentur CTK. Der allein der Fabrik Spolana zugefügte materielle Schaden wurde von Zigmund mit 750 Millionen Kronen beziffert. Hinzu käme der Verlust von weiteren 380 Millionen Kronen infolge des Produktionsausfalls im Werk, dessen Gelände während der Überschwemmungen bis zu 90 Prozent unter Wasser stand, ergänzte der Sprecher.

    Nach Angaben der Tageszeitung "Lidové noviny" (Donnerstagausgabe) sind beim Austritt von Chlorgas aus dem Chemiewerk Spolana am vergangenen Freitag 19 Menschen verletzt worden. Ein Feuerwehrmann habe wegen starker Schluckbeschwerden zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden müssen, berichtete das Blatt. Auf dem Firmenareal beendete eine Spezialeinheit der Feuerwehr am Donnerstag den Transport von Chlor aus einem beschädigten Depot in ein neues Lager. Wie das sächsische Umweltministerium in Dresden am Donnerstag vermeldet hat, sind bei Wasserproben bisher keine Spuren von einer erhöhten Konzentration giftiger Stoffe in der Elbe verzeichnet worden.

    Autor: Lothar Martin
  • 28.08.2002

    Die Lage und die Hilfe nach der Flutkatastrophe wird das Hauptthema der Gespräche sein, die EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen am Donnerstag in Prag führen wird. Verheugen wird mit den führenden Politikern zusammentreffen und die vom Hochwasser am stärksten betroffenen Prager Stadtteile besuchen.

  • 28.08.2002

    Die Menschen sind offensichtlich nicht imstande, das Hochwasser zu verhindern. Sie können jedoch die Folgen dieser Katastrophen einschränken. Davon ist Präsident Václav Havel überzeugt, der am Mittwoch an der Regierungssitzung teilnahm. Neben Überflutungen sprach der Präsident mit den Ministern auch über die Europäische Union und den NATO-Gipfel, der im November in Prag stattfinden wird. Während seines überhaupt ersten Besuches auf der Sitzung des neuen Kabinetts sprach der Staatspräsident beispielsweise über den Charakter der Sanierung der vom Hochwasser betroffenen Gebiete.

  • 28.08.2002

    Das Kabinett hat auf seiner Mittwochsitzung vor allem über die Möglichkeiten diskutiert, woher finanzielle Mittel für die Sanierung der Hochwasserschäden zu schöpfen und wie diese Mittel zu verteilen sind. Premier Vladimir Spidla zufolge erwägt das Kabinett eine Sondersteuer für Besserverdienende. Sollte der Vorschlag der Regierung verabschiedet werden, würden Steuerpflichtige mit einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Kronen (33.000 Euro) jährlich rund 50.000 Kronen (1.700 Euro) mehr Abgaben zahlen als derzeit.

  • 28.08.2002

    Bei den Vorbereitungen des bevorstehenden Prager NATO-Gipfels wurden der Sinn und die große historische Bedeutung dieses politischen Gipfeltreffens in Tschechien wenig betont und man sprach allzu viel darüber, dass dieses Treffen auch ein Sicherheitsrisiko für die tschechische Hauptstadt bedeutet. Dies erklärte am Mittwoch Präsident Vaclav Havel, der hinzufügte, dass die Politiker der Öffentlichkeit die Erklärung schulden, wie wichtig der Gipfel sein wird. Während des Gipfels wird unter anderem mit der NATO-Erweiterung gerechnet. Havel zufolge wird es sich um eine Erweiterung um sieben Länder handeln. Beim Treffen mit den tschechischen Botschaftern in Prag stellte der Präsident fest, dass die Betonung der Bedeutung des NATO-Gipfels auch zu ihren Aufgaben gehört. Der Präsident dankte den Botschaftern auch dafür, dass sie bei der Vermittlung humanitärer Hilfe für die Hochwasserregionen halfen und die Welt über die Hochwasserfolgen gut informierten.

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