• 20.08.2002

    Die Höhe der bei der diesjährigen Hochwasserkatastrophe verursachten Schäden werden den ersten Schätzungen nach doppelt so hoch sein als bei den Überschwemmungen vor fünf Jahren in Mähren. Mitglieder der Tschechischen Assoziation der Versicherungsanstalten haben die Schäden auf 18,3 Milliarden Kronen geschätzt, im Jahre 1997 hatten die Versicherungsgesellschaften an ihre Klienten knappe 10 Milliarden gezahlt. Die Nachrichtenagentur CTK bekam diese Informationen am Dienstag von den Vertretern der Assoziation. In der Assoziation sind 17 Gesellschaften vereint, die den Großteil des tschechischen Marktes darstellen.

  • 20.08.2002

    Der tschechische Senat wird wegen den katastrophalen Überschwemmungen am Sonntag eine Sondersitzung abhalten. Die obere Parlamentskammer soll die Gesetzte begutachten, die zum schnellen Wiederaufbau der beschädigten Gebiete notwendig sind. Über diese Gesetze wird das Abgeordnetenhaus am Freitag im Legislaturnotstand verhandeln. Der Nachrichtenagentur CTK sagte dies am Dienstag der stellvertretende Vorsitzende des Senats Zdenek Vojir. Für die Verabschiedung dieser Gesetze ist die Zustimmung beider Parlamentskammer sowie die Unterschrift des Präsidenten erforderlich.

  • 20.08.2002

    Ein Teil der Bewohner des ersten Prager Stadtbezirks, dessen Teile überschwemmt wurden, müssen sich damit abfinden, dass sie in den kommenden drei bis vier Wochen ohne Strom leben werden. Dies sagte am Dienstag der Bürgermeister des ersten Prager Stadtbezirks Jan Bürgermeister vor Journalisten. In vielen Häuser gibt es auch kein Gas und nur in einigen ist Kanalisation außer Betrieb. In den Gebieten, die vom Hochwasser betroffen wurden, sind an die Hälfe der Trafostationen außer Betrieb, da sie in Kontakt mit Wasser gekommen sind, fügte Jan Bürgermeister hinzu.

  • 20.08.2002

    Die ersten Schätzungen der Schäden, die die tschechischen Landwirte sowie die Lebensmittelindustrie aufgrund des Hochwassers erlitten haben, belaufen sich auf etwa 4 Milliarden Kronen (ca. 130 Mio Euro). Dies meldete am Dienstag das Landwirtschaftsministerium der Nachrichtenagentur CTK. Genauere Zahlen sind bisher nur aus Südböhmen bekannt, wo das Hochwasser bereits nachgelassen hat. Dort belaufen sich die Schäden der Landwirte auf 870 Millionen Kronen (rund 30 Millionen Euro), die Schäden aus der Fischzucht miteingerechnet. Der Vorsitzende der Agrarkammer Ceské Budejovice/Budweis hatte bereits vorher gesagt, dass die Landwirte in Südböhmen bereits 50 Prozent der Ernte eingebracht hätten und die verbleibende Hälfte nach dem Hochwasser wahrscheinlich abgeschrieben werden müsse.

  • 20.08.2002

    Auch wenn der Wasserpegel der Elbe sinkt, kann der Schiffsbetrieb noch nicht wiederaufgenommen werden. Die Staatliche Schiffsverwaltung in Usti nad Labem Elbe/Aussig an der Elbe macht alle Schiffsfahrtsgesellschaften darauf aufmerksam, dass der Schiffverkehr auf der Elbstrecke von Melnik bis zur Staatsgrenze mit Deutschland nach wie vor eingestellt bleibt, und das obwohl das Wasser bereits unter die Maximalwerte gesunken ist. Der Verbot bleibe bis auf Wiederruf gültig, meldete die Schiffsverwaltung am Dienstag der Nachrichtenagentur CTK.

  • 20.08.2002

    Der Seelöwe Gaston, der bei dem verheerenden Hochwasser aus seinem Bassin im Prager Zoo direkt in die Moldau gespült wurde und der daraufhin flussabwärts bis nach Deutschland ausbüchste, ist heute Morgen bei seinem Rücktransport nach Prag ums Leben gekommen. Bei seiner Flucht über Moldau und Elbe gelangte er bis nach Sachsen, wo er nördlich von Dresden erschöpft und scheinbar unverletzt eingefangen werden konnte. Den stundenlangen Transport zurück nach Prag überstand er allerdings nicht. Die Ursache für seinen Tod kann ein Schock, die Erschöpfung oder eine innere Verletzung gewesen sein, teilte der Direktor des Prager Tierparks der Nachrichtenagentur CTK mit.

  • 20.08.2002

    Durch die Folgen der Flutkatastrophe in Böhmen und in Sachsen bleiben drei deutsch-tschechische Grenzübergänge vorerst bis auf weiteres geschlossen. Im einzelnen sind dies der Grenzübergang Altenberg"Cínovec sowie die Reiseübergänge Bahratal"Petrovice und Schmilka"Hrensko. Dem Sprecher einer deutschen Behörde zufolge weicht der LKW-Verkehr von und nach Tschechien in der Regel auf den Grenzübergang Neugersdorf"Rumburk aus. Der Grenzübergang Sebnitz"Dolní Poustevna ist für den Reiseverkehr weiterhin geöffnet.

  • 18.08.2002

    Im Prager Stadtteil Karlin, der gemeinsam mit dem Stadtviertel Holesovice zu den vom Hochwasser am meisten betroffenen Stadtteilen der tschechischen Hauptstadt gehört, ist in der Nacht zu Sonntag bereits das dritte Haus eingestürzt. Einige Straßenzüge der beiden Stadtviertel, die ihre Bewohner seit Samstagabend besuchen konnten, wurden am Sonntag auf Beschluss des Magistrats erneut geschlossen. Geologen und Statiker sollen zunächst das Terrain und die einzelnen Häuser untersuchen. Die Moldau sank in Prag im Vergleich zu Mittwoch, als sie ihren Höchstwert erreicht hatte, bereits um 5 Meter.

  • 18.08.2002

    Wegen der kritischen Situation im städtischen Verkehr erwägt der Prager Magistrat, die nach dem 11.September 2001 getroffenen Maßnahmen zum Schutz des Senders Radio Freies Europa/Radio Liberty (RFE/RL) aufzuheben. Das Gebäude befindet sich an der direkt durch das Stadtzentrum führenden Magistrale, deren Fahrbahn zur Hälfte geschlossen wurde. Der Prager Oberbürgermeister Igor Nemec will wegen dem drohenden Verkehrskollaps mit Innenminister Stanislav Gross und Verteidigungsminister Jaroslav Tvrdik verhandeln. Der Zentrale Krisenstab in Prag will jedoch nichts an den Schutzmaßnahmen um das RFE/RL-Haus ändern und sucht nach einer anderen Lösung, teilte die Sprecherin des Innenministeriums Gabriela Bartikova der Nachrichtenagentur CTK mit.

  • 18.08.2002

    Auch an anderen Orten Tschechiens ist eine Besserung der Lage verzeichnet worden. Das in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragene südböhmische Cesky Krumlov/Krumau, das vom Hochwaser stark heimgesucht wurde, wird sich am Montag wieder für die Touristen öffnen.

    Die Pegelstände der Elbe in der nordböhmischen Stadt Usti nad Labem/Aussig sinken weiter und dürften bis Montagmorgen die Werte um circa 8 Meter erreichen. Erst dann können die Aufräum- und Reinigungsarbeiten auf den Brücken in Usti, die vorläufig unbefahrbar sind, beginnen. In dieser Stadt mussten in den vergangenen Tagen rund 6 Tausend Menschen evakuiert werden

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