• 26.08.2002

    Der EU-Kommissar Günter Verheugen wird am Donnerstag Tschechien besuchen, um mit den tschechischen Politikern und Diplomaten über die EU- Erweiterung zu verhandeln.. Das erste offizielle Treffen des neuen tschechischen Premiers Vladimir Spidla mit dem Kommissar wird allen Erwartungen nach durch die Hochwasserkatastrophe gekennzeichnet sein. Die Hilfe der Europäischen Union für die Tschechische Republik ist ein Thema des geplanten Gesprächs zwischen Günter Verheugen und Präsident Vaclav Havel.

  • 26.08.2002

    Das Mordkomplotts an der Journalistin Sabina Slonkova und die Korruption im tschechischen Außenministerium werden nicht getrennt untersucht. In den beiden Fällen ist der ehemalige Generalsekretär des Außenministeriums Karel Srba der Hauptbeschuldigte. Die Untersuchungsergebnisse werden in der Abteilung für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Prag ausgewertet.

  • 23.08.2002

    Die oppositionelle Demokratische Bürgerpartei ODS schlägt ihr eigenes Programm zur Erneuerung und Entwicklung der von Überflutungen heimgesuchten Regionen vor. Am wichtigsten sei die Errichtung eines Hochwasserfonds, sagte der ODS-Vizeparteichef Ivan Langer am Freitag vor Journalisten. Die Bürgerdemokraten legten einen Gesetzesentwurf vor, der vorsieht, dass die tschechische Treuhandanstalt /FNM/ ein Sonderkonto errichtet, worauf der Staat mindestens 50 Milliarden Kronen aus dem Ertrag des Verkaufs der Tschechischen Telecom als Finanzreserve überweisen wird.

  • 23.08.2002

    Im nordböhmischen Grenzgebiet wurde am Freitag die niedrigste Stufe der Hochwasserwarnung abberufen. In Usti nad Labem (Aussig) betrug der Pegelstand der Elbe etwa 4,25 Meter, d.h. rund sieben Meter weniger als am vergangenen Freitag.

  • 23.08.2002

    Die Polizei hat am Freitag die Umgebung des Musiktheaters in Prag-Karlin gesperrt. Die Experten sind sich nämlich über den Zustand dieses Theatergebäudes, das durch das Hochwasser beschädigt wurde, nicht im Klaren. Ein unmittelbarer Einsturz des Hauses drohe jedoch nicht, sagte der Bürgermeister des 8. Prager Stadtbezirks Josef Nosek. Die Bewohner jener Häuser in Karlin, die vom Einsturz bedroht sind, dürfen in einigen Tagen Sachen aus ihren Wohnungen abholen. Bis dahin werden Bauarbeiter diese Häuser provisorisch sichern, damit sie zugänglich werden können.

  • 22.08.2002

    In den vom Hochwasser beschädigten Grundschulen in Prag sowie Schulen, in denen evakuierte Personen beherbergt sind, wird das neue Schuljahr voraussichtlich um 2 Wochen später beginnen. Ihre Zustimmung hat die Schulministerin Petra Buzkova bereits in der vergangenen Woche gegeben. Am Donnerstag hat der Prager Magistrat den Schulleitern der mittleren Schulstufe empfohlen, den Schuljahrbeginn wegen der komplizierten Verkehrslage in der Hauptstadt auch hinauszuschieben. Das neue Schuljahr beginnt in Tschechien traditionsgemäß am 1.September.

  • 22.08.2002

    Die Verkehrssituation in den von Hochwasser betroffenen Gebieten der Tschechischen Republik hat sich weiter verbessert. Einige Straßenabschnitte bleiben jedoch geschlossen. Wegen Erdrutsch wurden die Hauptstraßen 1.Klasse zwischen Dubi und Cinovec/Zinnwald an der tschechisch-deutschen Grenze und die Strasse von Loubi nach Hrensko beim nordböhmischen Decin/Tetschen geschlossen. Völlig oder teilweise unbefahrbar sind verschiedene Abschnitte auf insgesamt neun Straßenzügen. Nach Mitteilung der Polizei in Melnik gibt es die größten Probleme vor allem im Verkehr in der Nähe des Zusammenflusses der Elbe und der Moldau in der Nähe dieser mittelböhmischen Stadt.

  • 22.08.2002

    In Tschechien sind insgesamt 14 Menschenleben dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Erst am Donnerstag hat die Moldau das 14.Hochwasseropfer - einen 24jährigen Slowaken freigegeben. Nach einem ärztlichen Befund lag sein Körper bereits seit etwa 10 Tagen im Wasser. Die Identität des Verunglückten ist der Polizei bekannt, da sie seinen Reisepass in seiner Hosentasche fand.

  • 22.08.2002

    Das tschechische Industrie- und Handelsministerium hat die durch das Hochwasser verursachten Schäden im industriellen Bereich sowie die durch den Produktionsausfall entstandenen Schäden vorläufig auf 8 Milliarden Kronen, das sind rund 260 Millionen Euro, eingeschätzt. Dies seien Schäden, die Großunternehmen entstanden seien, sagte Industrie- und Handelsminister Jiri Rusnok. Ihm zufolge könne sein Amt die bei mittleren und kleinen Firmen entstandenen Schäden noch nicht genau beziffern.

  • 22.08.2002

    Nach Informationen von Kulturminister Pavel Dostal wird der Notstand im Kulturbereich mindestens bis zum Jahr 2004 anhalten. Die an Denkmalobjekten, Sammlungen und Kultureinrichtungen entstandenen Hochwasserschäden belaufen sich schätzungsweise auf circa 2,3 Milliarden Kronen (knapp 77 Millionen Euro). Alle zur Verfügung stehenden Mittel würden für die Rettung des Denkmalfonds verwendet werden, sagte Dostal. Mehr zu diesem Thema hören Sie im Anschluss an die Nachrichten.

    Als stark beschädigt gelten landesweit auch zahlreiche Bibliotheken. Den ersten Schätzungen zufolge sind in Tschechien etwa 660.000 Bücher, Zeitschriften, und Filmstreifen dem Hochwasser zur Folge gefallen.

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