• 09.10.2006

    Die Inflationsrate in Tschechien ist im September auf 2,7 Prozent gesunken. Da in diesem Monat vor allem die Kraftstoffpreise sowie saisonbedingt die Preise der Reiseveranstalter fielen, ist das Wachstum der Verbraucherpreise im September um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Das gab heute das Tschechische Statistikamt in Prag bekannt.

  • 08.10.2006

    Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Mirek Topolanek hat sich erstmals grundsätzlich bereit erklärt, auf das Amt des Ministerpräsidenten zu verzichten, um die Regierungskrise in Tschechien zu beenden. Voraussetzung sei, dass Präsident Vaclav Klaus stattdessen einen parteilosen Experten ernenne, den Topolaneks Partei vorschlage, sagte der ODS-Vize-Vorsitzende Pavel Bem am Sonntag in einer TV-Diskussion im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Ceska televize (CT). Das Staatsoberhaupt will den Auftrag zur Regierungsbildung Ende Oktober nach den Senats- und Kommunalwahlen, die am 20. und 21. Oktober stattfinden, vergeben. Neben der ODS besitzen die Sozialdemokraten (CSSD) des ehemaligen Ministerpräsidenten Jiri Paroubek große Chancen, dieses Mandat zu erhalten. Seit der Parlamentswahl Anfang Juni wird das Abgeordnetenhaus in Prag von einer Patt-Situation zwischen linkem und rechtem Lager blockiert. Topolanek war am Dienstag beim ersten Versuch der Regierungsbildung an der Vertrauensabstimmung gescheitert und hat den formellen Rücktritt seines Kabinetts für kommenden Mittwoch angekündigt. Zur Lösung der Krise schloss der Chefberater von Klaus, Ladislav Jakl, am Sonntag Neuwahlen im kommenden Jahr nicht aus. Auch Ex-Präsident Vaclav Havel bezeichnete dies als besten Weg.

    Autor: Lothar Martin
  • 08.10.2006

    Im zweiten und möglichen dritten Versuch der Bildung einer neuen Regierung in Tschechien sollte man sich daran orientieren, unter welcher Konstellation man ein Kabinett zusammenstellen könne, das von einer Mehrheit der Abgeordneten unterstützt würde. Das sagte der Oppositionsführer und Chef der tschechischen Sozialdemokraten, Jiri Paroubek, am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mit dem Verweis darauf, dass er eine solche Mehrheit hinter sich bringen würde. Das wüssten all diejenigen, die jetzt eine so genannte Expertenregierung fordern, nur allzu gut, betonte Paroubek. Er bezeichnete die Haltung dieser Politiker als einen Beweis der Schwäche.

    Autor: Lothar Martin
  • 08.10.2006

    Zirka 40 weltbekannte Persönlichkeiten werden bei der zehnten Auflage der Konferenz Forum 2000 zugegen sein, die am Sonntag in Prag vom tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Havel eröffnet wurde. Unter diesen Gästen werden aller Voraussicht nach auch zwei Nobelpreisträger sein: der tibetische Dalai Lama und der amerikanische Schriftsteller Elie Wiesel. Das zentrale Thema der Konferenz wird diesmal die Problematik des globalen Zusammenlebens sein.

    Autor: Lothar Martin
  • 08.10.2006

    Tschechiens Staatspräsident Vaclav Klaus hat sich am Sonntag auf Schloss Lany bei Rakovnik mit seinem Amtsvorgänger Vaclav Havel getroffen. Beim gemeinsamen Mittagessen auf seiner Sommerresidenz hat er ihm zu dessen 70. Geburtstag gratuliert, den Havel am 5. Oktober begangen hat. Vaclav Havel war von Dezember 1989 bis Februar 2003 der Präsident der föderativen Tschechoslowakei und der Tschechischen Republik gewesen, ehe ihn Klaus in dessen zweiter Funktion ablöste.

    Autor: Lothar Martin
  • 08.10.2006

    Der tschechische Kulturminister Martin Stepanek geht abends nie ohne Pistole aus dem Haus. "Was für Musikvirtuosen die Geige, ist für mich meine Glock 17, Luger 9 mm", sagte der 59-Jährige der Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes" in einem Gespräch, das in der Wochenendausgabe des Blattes veröffentlicht wurde. Für ihn sei das Schießen "eine Art Joga, eine mystische Angelegenheit", sagte Stepanek, der in den 80er Jahren in München lebte. Beim Wettkampf im Schießstand habe er gar Verteidigungsminister Jiri Sedivy geschlagen. Jedoch habe er zum Glück nie in einer Notsituation zur Pistole greifen müssen, betonte er: "Ein erfahrener Schütze nutzt erst alle Möglichkeiten zur Flucht. Die Waffe ist die letzte Lösung."

    Autor: Lothar Martin
  • 08.10.2006

    Der elfjährige Hengst Decent Fellow mit Jockey Josef Bartos im Sattel ging als Sieger der 116. Großen Pardubitzer Steeplechase hervor, die am Sonntag auf dem Geländeparcours der Elbestadt ausgeritten wurde. In einem spannenden Rennen, zu dem 17 Pferde starteten, verwiesen Bartos und Decent Fellow den fünfmaligen Pardubitz-Gewinner Josef Vana und dessen Pferd Juventus auf den zweiten Platz. Vorjahrssieger Maskul, der vom deutschen Jockey Dirk Fuhrmann geritten wurde, musste seine Ambitionen nach einem Sturz frühzeitig begraben. Die über eine Streckenlänge von 6900 Meter führende Steeplechase war mit einem Preisgeld von 4,5 Millionen Kronen (ca. 160.000 Euro) dotiert.

    Autor: Lothar Martin
  • 07.10.2006

    Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSCM) gibt der Bildung einer Regierung der nationalen Eintracht, die das Land im nächsten Jahr zu Neuwahlen führen soll, weiterhin den Vorzug. Das gab Parteichef Vojtech Filip am Samstag im Anschluss an die Tagung des Exekutivausschusses der Partei in Nymburk bekannt. Filip präzisierte damit seine in einem Gespräch für die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" getroffene Aussage, wonach sich eine solche Übergangsregierung in erster Linie aus Experten zusammensetzen sollte. Darüber hinaus bekräftigten die Kommunisten jene drei Bedingungen, unter denen die sie eine jedwede Landesregierung unterstützen würden. Das seien zum einen die Sicherstellung eines weiter steigenden Lebensniveaus der Bürger einschließlich ihrer sozialen Absicherung, und zum anderen die Ablehnung der Privatisierung von Firmen zugunsten der Haushaltssanierung sowie die Schaffung eines Militärstützpunktes für einen Fremdstaat auf dem Gebiet der Tschechischen Republik. Der ODS-Vorsitzende Mirek Topolanek, der kommende Woche den Rücktritt seines Kabinetts einreichen will, stehe Pressemeldungen zufolge den Vorschlägen der Kommunisten offen gegenüber, nach denen die politische Krise im Lande mit Hilfe von Neuwahlen gelöst werden sollte. Die Christdemokraten und die Grünen lehnen hingegen eine Regierung ab, die von den Kommunisten unterstützt oder toleriert würde.

    Autor: Lothar Martin
  • 07.10.2006

    Die Wiener Zeitung "Kurier" befasste sich am Samstag mit der unübersichtlichen politischen Entwicklung in den neuen EU-Mitgliedsländern Mittelosteuropas. Das Blatt schrieb dazu: "Es fällt auch aufmerksamen Beobachtern schwer, nicht gelegentlich die Übersicht zu verlieren. In Polen zerfällt ein aus Nationalisten und Populisten zusammengestoppeltes Gruselkabinett nach nicht einmal einem Jahr. In Tschechien scheitern links und rechts abwechselnd an der Bildung einer Regierung. In Ungarn macht die rechte Opposition mit Demos und Hassparolen gegen die Regierung mobil, und in der Slowakei fuhrwerkt ein Populist, der ein Motto hat: Weg mit all den Reformen! (...)Dass die Demokratie in diesen ehemaligen sozialistischen Diktaturen noch keine Tradition hat, verschärft das politische Chaos, ist aber mit Sicherheit nicht dessen Ursache. Die liegt einfach in den sozialen Verhältnissen. Der wachsende Wohlstand, den Statistiken etwa einem fiktiven Durchschnittspolen zuschreiben, existiert für rund ein Drittel der Menschen in diesen Ländern nicht.(...) Solange bei diesen Menschen nicht zumindest die konkrete Hoffnung auf ein besseres Leben einkehrt, haben sie zerstörerische Kraft für jede Demokratie in diesen Ländern."

    Autor: Lothar Martin
  • 07.10.2006

    Einem am Samstag in der Tageszeitung "Pravo" veröffentlichten Bericht zufolge, ist die Zahl der Personen, die in Tschechien an den Auswirkungen ihrer Drogen- oder Alkoholsucht erkrankt sind, erneut gestiegen. Im vergangenen Jahr ließen sich rund 45.000 Menschen gegen ihre Sucht behandeln. Das waren fast 4.500 und damit knapp zehn Prozent mehr als im Jahr 2004, schrieb das Blatt. In diesem Zusammenhang meldete die Nachrichtenagentur CTK am Samstag, dass tschechische Zollbeamte am Donnerstagabend bei einer Straßenkontrolle im nordböhmischen Teplice / Teplitz einen 37-jährigen Drogendealer festgenommen haben. Bei der Durchsuchung seines Peugeots entdeckten sie im Handschuhfach 70 Gramm Heroin, 40.000 Kronen und 15 Euro. "Die Straßenkontrolle diente der Überprüfung von Waren, die der Verzollung unterliegen", sagte dazu der Sprecher der Aussiger Zolldirektion Jiri Nejedly.

    Autor: Lothar Martin

Pages