• 14.09.2004

    Der stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage absolviert am Mittwoch einen Arbeitsbesuch in Prag. Unter anderem wird Armitage mit dem tschechischen Premier Stanislav Gross, Außenminister Cyril Svoboda und Verteidigungsminister Karel Kühnl zusammentreffen. Allgemein wird erwartet, dass vor allem die Situation im Irak sowie die Bekämpfung des Terrorismus im Mittelpunkt der Gespräche stehen werden. Darüber hinaus gilt es als wahrscheinlich, dass die Politiker auch über einen etwaigen Abzug des von den USA betriebenen Senders Radio Freies Europa (RFE/RL) aus dem Prager Stadtzentrum diskutieren werden. Hintergrund der möglichen Maßnahme sind Sicherheitsbedenken. Armitage wird auch eine Gruppe von irakischen Richtern besuchen, die in Prag gerade an einem zweiwöchigen Seminar über die Rolle der Justiz in demokratischen Gesellschaften teilnehmen.

  • 14.09.2004

    An mehreren tschechischen Schulen wurde am Dienstag mit einer Schweigeminute jener Kinder gedacht, die Anfang September Opfer des Geiseldramas in der südrussischen Stadt Beslan geworden waren. Zu der Gedenkminute aufgefordert hatte der Vorsitzende des Europaparlaments, Josep Borrell. Auch Schulen in zahlreichen anderen europäischen Ländern kamen dem Aufruf nach. Die Tschechische Schulministerin Petra Buzková unterstütze die Aktion. Die Kinder würden sich dadurch des Weltgeschehens und der Zeit, in der sie leben, besser bewusst werden, sagte Buzková. Am 1. September hatten bewaffnete Attentäter in einer Schule in Beslan etwa 1200 Personen als Geiseln genommen, darunter zahlreiche Kinder. Im Zuge des Geiseldramas, das zwei Tage später von den Behörden gewaltsam beendet wurde, kamen mindestens 330 Menschen ums Leben, mehr als 720 wurden verletzt.

  • 14.09.2004

    Die israelische Polizei hat am Montag einen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, Anfang August im Prager Stadtzentrum einen Attentatsversuch auf den Besitzer eines Spielcasinos unternommen zu haben. Wie der tschechische Polizeipräsident Jirí Kolár am Dienstag vor Journalisten bekannt gab, handelt sich dabei um einen 27-jährigen Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Verdächtige ist israelischer Staatsbürger, die tschechische Polizei hat dennoch seine Auslieferung zur weiteren strafrechtlichen Verfolgung beantragt. Laut Informationen aus dem Polizeipräsidium wurde der Mann aufgrund von DNA-Spuren ausgeforscht, die er bei seiner Flucht vom Tatort an weggeworfenen Gegenständen hinterlassen hatte. Bei dem Anschlag wurden am 1. August in der Nähe des Prager Wenzelsplatzes 18 Personen durch eine Handgranatenexplosion verletzt. Die Tat dürfte mit dem Kampf rivalisierender Banden aus dem Glücksspielmilieu zusammenhängen. Der Besitzer des Casinos, dem der Attentatsversuch gegolten hatte, blieb unversehrt.

  • 14.09.2004

    Die österreichische Bundesregierung hat am Dienstag der Nominierung von Margit Klestil-Löffler zur neuen Botschafterin in Prag zugestimmt. Dies berichtet die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf den Österreichischen Rundfunk. Die Witwe des verstorbenen österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil, eine erfahrene Diplomatin und ausgebildete Slawistin, wird somit aller Voraussicht nach den bisherigen österreichischen Botschafter Klas Daublebsky im Amt ablösen.

  • 14.09.2004

    Der erste Reaktorblock des südböhmischen Kernkraftwerks Temelín wurde am Montagabend aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und erst am Dienstag gegen 5:30 wieder in Betrieb genommen. Das teilte ein Kraftwerkssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur CTK mit. Grund für die Abschaltung sei demnach ein zu niedriger Wasserstand in einem Pumpensystem des nichtnuklearen Teils der Anlage gewesen. Mittlerweile laufe der Reaktor wieder mit hundertprozentiger Leistung, so der Sprecher.

  • 13.09.2004

    Die Tschechische Republik sei sich sehr gut der Gefahr des weltweiten Terrorismus bewusst und begreife, welch ernsthaftes Problem der Terrorismus für Usbekistan darstelle. Mit diesen Worten bekundete der tschechische Staatspräsident Václav Klaus beim Treffen mit seinem usbekischen Amtskollegen Islam Karimow am Montag in Taschkent die Solidarität der Tschechen mit dem usbekischen Volk im Kampf gegen die terroristische Gefahr. Klaus bezeichnete in diesem Zusammenhang die Mitglieder der in Usbekistan verbotenen islamischen Partei der Befreiung (Hizb at-Tahrír) als Terroristen. Des weiteren versicherte das tschechische Staatsoberhaupt, dass Usbekistan in absehbarer Zeit in Prag eine eigene Botschaft erhalten werde. Zum Abschluss seiner Mittelasien-Reise war Klaus am Montag zu seinem dreitägigen Besuch Usbekistans in Taschkent eingetroffen. Hier wird er ferner Gespräche mit Vertretern aus Unternehmerkreisen führen und eine Stippvisite an der dortigen Universität unternehmen. Präsident Klaus wird zudem die historischen Städte Samarkand und Buchara besuchen. Im Rahmen des Usbekistan-Besuches von Václav Klaus unterzeichneten die Tschechoslowakische Handelsbank (CSOB) und die Usbekische Nationalbank am Montag in Taschkent einen Rahmenkredit-Vertrag in Höhe von 20 Millionen Dollar. Der Vertrag soll helfen, den tschechischen Export nach Usbekistan weiter anzukurbeln.

    Autor: Lothar Martin
  • 13.09.2004

    Der tschechische Ex-Präsident Václav Havel wird dieses Jahr mit dem Friedenspreis von Seoul ausgezeichnet. Dies meldete am Montag die Presseagentur AFP unter Berufung auf die Organisatoren. Der Preis, der mit einer Summe von 200.000 US-Dollar verbunden ist, wird seit 1990 verliehen. Václav Havel ist bereits der siebte Träger dieses Preises. Die Stiftung, die den Preis finanziert, bezeichnete Havel als "einen lebendigen Zeugen der Demokratisierung" seines Landes.

    Autor: Lothar Martin
  • 13.09.2004

    Die Bürger der Tschechischen Republik haben im Juni dieses Jahres den europäischen Institutionen mehr Vertrauen entgegen gebracht als den einheimischen Behörden und politischen Institutionen. Die in jenem Monat durchgeführte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM habe gezeigt, dass das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Europäische Rat hierzulande ein höheres Vertrauen genießen als das tschechische Abgeordnetenhaus oder die Prager Regierung, meldete die Nachrichtenagentur CTK am Montag. Die Umfrage fand kurz vor der Demission des Kabinetts unter Premier Vladimír Spidla und der Bildung der neuen Regierung unter Ministerpräsident Stanislav Gross statt.

    Autor: Lothar Martin
  • 13.09.2004

    Während der in den zurückliegenden fünf Tagen in ganz Tschechien durchgeführten Verkehrssicherheitsaktion "Christoph" hat die tschechische Verkehrspolizei über 48.000 Strafzettel an regelwidrig handelnde Verkehrsteilnehmer ausgestellt. Das Gros der Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVo) wurde dabei von Fahrzeugführern verübt, doch auch unter den Fußgängern und Radfahrern wurden 214 bzw. 298 Vergehen registriert. Das teilte die Sprecherin des tschechischen Polizeipräsidiums Blanka Kosinová am Montag der Nachrichtenagentur CTK mit.

    Autor: Lothar Martin
  • 12.09.2004

    Die sinkende Einwohnerzahl der Tschechischen Republik kann nach Meinung des Vizevorsitzenden der oppositionellen Bürgerdemokraten (ODS), des Europaabgeordneten Jan Zahradil, nicht durch einen "organisierten Import von Immigranten" aus anderen Staaten gelöst werden. Dies sagte er in einer vom privaten TV-Sender Prima am Sonntag ausgestrahlten Debatte. Der Oppositionspolitiker reagierte damit auf die Erklärung des Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Lubomír Zaorálek (CSSD), dass die Tschechische Republik in fünf osteuropäischen und mittelasiatischen Ländern den dortigen Bewohnern Arbeit und Aufenthalt in Tschechien anbietet. Zaorálek zufolge werden Arbeitskräfte im Bauwesen, im Gesundheitswesen, in der leichten Industrie und im Wissenschaftsbereich gesucht. Zahradil sieht dagegen die richtige Lösung in Änderungen der Sozialpolitik und des Systems öffentlicher Finanzen.

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