Neue Hoffnung für den Ausbau der Prager Metro bis zum Flughafen
Der Prager Stadtverkehr ist ein Buch mit sieben Siegeln. Um möglichst schnell und reibungslos voranzukommen, benutzen die Hauptstädter und ihre Gäste am liebsten die Metro. Für Reisende allerdings, die auf dem Flughafen Ruzyne abfliegen und landen, war die unterirdische Beförderung bisher nur eine schöne Utopie. Seit letzter Woche haben die Verkehrsplaner der Moldaumetropole aber auch diese Variante ernsthaft ins Spiel gebracht. Warum die Erweiterung der Metrotrasse A nun auf einmal doch ein Thema ist, dazu mehr von Lothar Martin.
"Ich muss konstatieren, dass die Schnellzugstrecke, die lediglich die Endpunkte der Verbindung - den Flughafen und das Stadtzentrum - ausgiebig bedienen würde, für uns als sechsten Prager Stadtbezirk so gut wie gar nichts bringen würde, was die Verbesserung der Verkehrssituation anbelangt. Die Schnellzugstrecke macht fast ausnahmslos einen großen Bogen um die größeren Siedlungen unseres Stadtbezirks, und das ist einer der Gründe, warum wir uns für den Ausbau der Metro einsetzen. Wir behaupten, dass beide Massentransportmittel nicht miteinander konkurrieren, aber während die Schnellzugverbindung u. a. helfen könnte, den Personenverkehr zwischen Prag und Kladno zu verbessern, ist für die Einwohner von Prag 6 nur die Verlängerung der Metro von direktem Interesse. Denn wenn sie eines Tages vollzogen wird, dann wird sich die Beförderung zwischen unseren Randsiedlungen und der Innenstadt wesentlich beschleunigen lassen."
Das lange Buhlen der Stadtoberen des sechsten Prager Stadtbezirks für den Metroausbau scheint nun von Erfolg gekrönt. Denn bei der Sitzung der hauptstädtischen Verkehrskommission erklang vergangene Woche erstmals auch von Seiten des Prager Magistrats die Bereitschaft, das Metroprojekt zu unterstützen. Aber entschieden sei noch nichts, warnte auch Stadtbezirksbürgermeister Tomás Chalupa vor verfrühten Jubelsprüngen. Denn der Ausbau der Metro in Richtung Flughafen muss als erstes auch im Stadtbebauungsplan berücksichtigt werden. Das werde vermutlich innerhalb der nächsten beiden Monate geschehen, ist Jaroslava Trnková aber guter Hoffnung.