Neue Kennmelodie: Radio Prag International mit moderner Verpackung

Unser heutiger MusikCzech ist zweigeteilt. Wir sprechen über die Erkennungsmelodien von Radio Prag beziehungsweise Radio Prag International im Zuge der Zeit.

Am heutigen 13. Februar wird zum elften Male der Welttag des Radios begangen. Und die unverwechselbare Visitenkarte eines jeden Rundfunksenders ist seine Erkennungsmelodie. Diese setzt sich in der Regel aus einigen Tönen oder Takten einer Komposition zusammen, die charakteristisch ist für das Gebiet, aus dem der Sender ausstrahlt. Im Falle von Radio Prag, dem Auslandssender des Tschechischen Rundfunks, war es von Anfang an eine Sequenz aus der 9. Sinfonie von Antonín Dvořák – also jener, die auch den Namen Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ trägt.

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Die Kennmelodie einer Radiostation wurde früher vor dem Sendestart auf einer bestimmten Welle ausgestrahlt und mehrmals wiederholt. Dies diente dazu, dass der Empfänger noch etwas Zeit hatte, die richtige Frequenz einzustellen. Anschließend ertönte der Jingle in unregelmäßigen Abständen, meist nach einem Zeitzeichen, und wurde um eine Durchsage ergänzt.

Die kommunistische Ära der Tschechoslowakei spiegelte sich natürlich auch in den Sendungen für das Ausland wider. Von Anfang der 1950er Jahre bis 1989 war nun das kommunistische Lied „Kupředu leva, zpátky ni krok“, oder auf Deutsch: „Nach vorne links, keinen Schritt zurück“, die Basis für die Erkennungsmelodie von Radio Prag.

Matin Hůla | Foto: Tomáš Vodňanský,  Tschechischer Rundfunk

Nach dem Fall des kommunistischen Regimes – hierzulande als Samtene Revolution bezeichnet – kehrte Radio Prag zu seiner ursprünglichen Kennmelodie nach Motiven von Antonín Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ zurück. Das Radio kennt jedoch keinen Stillstand, Zeiten ändern sich, und unser Leben pulsiert immer schneller. Daher hat sich Rado Prag International nun auch für eine modernere Verpackung entschieden. Das Grundmotiv bleibt jedoch bestehen, wie der Musiker, Texter, Rapper und Sounddesigner Martin Hůla bestätigt:

„Dieser Ausschnitt aus Dvořáks 9. Sinfonie ist ein charakteristisches Element für die Kennmelodie von Radio Prag International. Gleichzeitig wollte ich ein System schaffen, in dem es einfacher wird, die Soundgrafik des Senders weiterzuentwickeln. Ich habe das Tempo leicht geändert und die Phrasen vereinfacht - melodisch wie harmonisch. Daraus leiten sich die dazugehörigen Klangelemente, Grunduntermalungen und Breaks ab, die so zusammen ein kompaktes Ganzes bilden. Das Wichtigste, was aus meiner Sicht bei der Arbeit an dem neuen Jingle entstanden ist, sind quellenkonsolidierte Daten. Sie ermöglichen und erleichtern die Erstellung beliebiger weiterer Variationen und Klangelemente.“

Ab Montag, dem 14. Februar 2022, beginnen wir daher jede halbe Stunde unserer Auslandssendungen in Englisch, Deutsch, Russisch, Spanisch und Französisch mit neuer Kennmelodie.

Autor: Lothar Martin
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