Neue Maßnahmen sollen Chaos auf Bahnstrecke von Tschechien nach Deutschland beenden
Eine neue Technikanlage soll weitere Beschädigungen der Oberleitung auf der Eisenbahnstrecke von Prag über Ústí nad Labem nach Deutschland verhindern.
Auf dem Gleisabschnitt bei Roudnice nad Labem wurde die Oberleitung seit März vergangenen Jahres wiederholt von den durchfahrenden Zügen beschädigt. In Folge dessen kam der Verkehr wiederholt zum Erliegen. Grund ist die Sanierung der dortigen Špindler-Brücke, die direkt über die Bahnstrecke führt. Aus Sicherheitsgründen müssen Lokführer vor der Brücke den Stromabnehmer einfahren. Diese Aufforderung wird jedoch von manchen nicht beachtet. In dem Falle besteht die Gefahr einer Verletzung der Bauarbeiter. Um dies zu verhindern, kommt automatisch eine Hakenvorrichtung zum Einsatz, die den Stromabnehmer einfängt. Dadurch wird allerdings die Oberleitung vorübergehend außer Betrieb gesetzt. Nach Aussage des Sprechers der Eisenbahnverwaltung (SŽ), Dušan Gavenda, wurde die Hakenkralle schon achtzehn Mal eingesetzt, zuletzt am Mittwoch vergangener Woche. Insgesamt seien seit Beginn der Reparaturarbeiten etwa 52.000 Züge durchgefahren, fügte Gavenda hinzu.
Die Eisenbahnverwaltung hat inzwischen besondere Vorkehrungen getroffen. So werden die Lokführer vor dem Befahren des Streckenabschnitts etwa telefonisch aufgefordert, den Stromabnehmer einzufahren. Da diese Maßnahmen nicht helfen, wurde nun entschieden, statt der Hakenvorrichtung spezielle Teflonstangen vor Ort zu installieren.
Dafür seien umfangreichere Anpassungen der Oberleitung nötig, so Gavenda: „Die Eisenbahnverwaltung ist technisch auf die Umsetzung vorbereitet, am Dienstag und Mittwoch sind Sperrungen für die Installation geplant.“ Nach Angaben von Tschechischen Bahnen (ČD) kann es bei Expresszügen zu kurzen Verspätungen kommen.
Der ursprüngliche Termin für die Fertigstellung der Brückenbauarbeiten, aufgrund derer Einschränkungen im Bahnverkehr gelten, war Ende letzten Jahres. Nach Angaben des Kreises Ústí nad Labem wurde der Termin nun auf den 31. März verschoben.







