NGO dreht Videoclip gegen Menschenrechtsverletzungen in Russland

Foto: Archiv „Člověk v tísni – Mensch in Not“

„Člověk v tísni – Mensch in Not“ ist die größte tschechische Hilfsorganisation. Sie kämpft aber weltweit auch für die Einhaltung der Menschenrechte. Nun hat die NGO eine Internetseite zu den olympischen Winterspielen im russischen Sotschi geschaltet. Dort ist ein Videoclip mit dem Namen „Die heimlichen Disziplinen“ zu sehen.

Foto: Archiv „Člověk v tísni – Mensch in Not“
Ein junger Mann läuft mit einer olympischen Fackel durch den Schnee. In Russland habe man eine Menge sportlicher Disziplinen, sagt er. Dann werden Demonstranten verhaftet, ein homosexuelles Paar auseinandergerissen und schließlich ein Journalist zusammengeschlagen. Aber keine Sorge – diese Disziplinen werde der Zuschauer bei den olympischen Spielen eh nicht zu Gesicht bekommen. Mit diesen Worten bläst eine Person, Präsident Vladimir Putin sehr ähnlich, die olympische Fackel aus.

Jan Látal, foto: Tschechisches Fernsehen
„Wir haben versucht, die brennendsten Probleme im Zusammenhang mit den Menschenrechten zu zeigen, die es derzeit in Russland gibt.“

Sagt Jan Látal. Er ist der Regisseur des doch sehr plakativen Videospots. In Auftrag gegeben hat ihn die NGO „Člověk v tísni“ (auf Deutsch: Mensch in Not). Rostislav Valvoda ist bei der Organisation zuständig für Osteuropa:

„Das derzeitige Regime in Russland hat sich entschieden, die olympischen Spiele zur PR zu nutzen und das Land als demokratisch, frei und modern darzustellen. Das ist aber natürlich nicht wahr.“

Rostislav Valvoda (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Der Videoclip steht aber nicht alleine. Das Projekt besteht aus einer Webseite, auf der die „heimlichen Disziplinen“ jeweils einzeln ausführlich vorgestellt werden. Unter dem Namen „Jagd auf die NGOs“ findet sich zum Beispiel eine Zusammenfassung der Situation für Nichtregierungsorganisationen in Russland. Dabei wird auf die Berichte von renommierten Organisationen wie „Human Rights Watch“ oder „Memorial“ hingewiesen. Aber nicht nur auf die allgemeine Situation in Russland wollte man aufmerksam machen. Ein Thema ist auch die konkrete Lage der Menschen im Austragungsort der Spiele, sagt Valvoda:

„Wir zeigen auch, wie man die olympischen Anlagen in Sotschi gebaut hat, wie etwa 2000 Familien umgesiedelt wurden und ihnen bis jetzt keine ausreichenden Kompensationen bezahlt wurden, und unter welchen Bedingungen dort etwa 70.000 Arbeiter fast ohne Rechte gearbeitet haben.“

Foto: Tschechisches Fernsehen
Die Seite ist seit Montag abrufbar, sie ist sowohl auf Tschechisch als auch auf Englisch erstellt worden. Begleitet wird der Start des Projekts „Die heimlichen Disziplinen“ auch durch die Vorführung des Films „Putin´s Olympic Dream“ am Donnerstag und Freitag in Prag.