60. Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands
Jahrelang wurde der slowakische Nationalaufstand, der hierzulande kurz als SNP für slovenske narodni povstani bezeichnet wird, als rein kommunistische Angelegenheit gefeiert. Nach der Samtenen Revolution änderte sich der Blickwinkel etwas. Am 29. August jährt sich der Beginn dieses Aufstands zum 60. Mal, Katrin Bock erinnert:
Als am 15. März 1939 Wehrmachtstruppen in Böhmen und Mähren einmarschierten, wurde in Bratislava die Slowakische Republik ausgerufen. Diese war ein reiner Vasallenstaat des Deutschen Reichs. Im Verlauf des Kriegs nahm die Unzufriedenheit der Slowaken mit dem eigenen klerofaschistischen Regime und der bedingungslosen Abhängigkeit von Berlin zu. 1944 begannen verschiedene Kreise in der Slowakei einen Aufstand gegen die eigene Regierung zu planen. Vaclav Vasko, der damals als Student am Nationalaufstand teilgenommen hat, unterteilt diese in drei Gruppen:
"Das waren vor allem Generäle der Slowakischen Armee, die noch in der Tschechoslowakei ausgebildet worden waren, dann der so genannte bürgerliche Block, der ebenfalls für die Wiederherstellung der Tschechoslowakei war und schließlich die Kommunisten. Es bestanden aber gewisse Konflikte zwischen den beteiligten Parteien, was einige Probleme mit sich brachte und den Aufstand von Anfang an schwächte."
Vor 1989 konnte man in den Geschichtsbüchern vor allem über die Heldentaten der kommunistischen Partisanen lesen. Der Publizist Vaclav Vasko sieht deren Rolle allerdings anders:"Grund für das Scheitern des Aufstands war die Voreiligkeit und Disziplinlosigkeit der Partisanen, die sich nicht an die Anweisungen der illegalen Armeeführung hielten. Deshalb brach der Aufstand vorzeitig los."
Der Slowakische Nationalaufstand wurde nach zwei Monaten von der besser ausgerüsteten Wehrmacht und SS-Einheiten blutig niedergeschlagen, über 10.000 Menschen kamen damals ums Leben. Dennoch, ein Ziel erreichte der Nationalaufstand, dazu Vaclav Vasko:
"Ich denke, der Aufstand war von großer Bedeutung - vor allem für die Slowakei, aber auch für die Tschechoslowakei. Denn so konnte die Exilregierung in London damit argumentieren, dass wir gegen die Nazis und auf Seite der Alliierten kämpfen. So gehörten wir nun zu den Siegermächten und zeigten allen, dass wir keine Faschisten sind und eine Erneuerung der Tschechoslowakei wünschen."







