Die Welt zeichnet Havel: Ausstellung von Karikaturen in Prag

Foto: ČTK

Václav Havel als Schiedsrichter beim Boxerkampf zwischen Wahrheit und Lüge oder als Beschützer der Friedenstaube. Diese und viele andere Bilder sind in einer Ausstellung von Karikaturen zu sehen. Unter dem Titel „Die Welt zeichnet Havel“ wurde sie diese Woche im Musik- und Theaterklub der Kneipe Malostranská beseda in Prag eröffnet.

Radovan Rakus  (Foto: Archiv des Tschechischen Verbands)
Die Organisatoren der Ausstellung haben über den Weltverband der Cartoon-Gesellschaften (FECO) Karikaturisten aus der ganzen Welt angesprochen. Die Reaktion hat sie erfreut. Ihre Werke schickten ihnen rund 130 Zeichner aus Europa, aber auch aus den USA, China, Indien oder Kolumbien. Die rund 60 besten Bilder werden nun in der Kneipe Malostranská beseda gezeigt. Es sei eine spontane Idee gewesen, erzählt der Vorsitzende des Tschechischen Verbands der Karikaturisten, Radovan Rakus.

„Ich finde die Idee gut und glaube, dass die Ausstellung gelungen ist. Das Grundlegende, was mich daran besonders beeindruckt, ist die Tatsache, dass Václav Havel durchaus positiv wahrgenommen wurde. Auch wenn es hier kritische Karikaturen gibt, handelt es sich nie um eine grobe Verspottung des Menschen, was bei den Karikaturen manchmal der Fall ist. Havel ist vermutlich der einzige Staatspräsident unserer Republik, der so keinen Spott erlebte.“

Es gebe da keine riesengroße rote Unterhose oder etwas in dieser Richtung, ergänzte Radovan Rakus in Anspielung an eine Affäre um den heutigen Präsidenten Miloš Zeman.

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Abgesehen von einer Karikatur des serbischen Zeichners Nenad Vitas, der Havel im Trikot eines Cheeleaders der USA darstellt, werden viel versöhnlichere Karikaturen des ehemaligen tschechischen Präsidenten gezeigt. Auf einer davon ist Havel als Hilfsarbeiter in einer Brauerei abgebildet. Er sitzt auf einem Bierfass, raucht Zigarette und liest ein Buch. Karikaturist Roman Jurkas dazu:

„Hinter dem Bierfass ist noch ein plattgewalzter Schatten von Hammer und Sichel zu sehen. Ich versuchte damit zum Ausdruck zu bringen, dass Havel auch in der Brauerei über die Zukunft unseres Landes nachgedacht hat und dass er sich vorstellte, wie man den Bolschewiken unterdrücken und das Land wieder hochbringen könnte.“

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Ein anderer Tscheche, Roman Kelbich, zeichnete den Präsidenten zusammen mit der Rockband Rolling Stones.

„Mir ist an ihm sympathisch, dass er ursprünglich kein Politiker, sondern Schriftsteller war. Ich besuche auch das Festival Trutnoff, bei dem Havel gehuldigt wird, er ist dort überall irgendwie anwesend. Ich weiß, dass er mit den Rolling Stones zusammentraf, als sie hier zu Besuch waren. Auch darum ist er mir so sympathisch, denn ich mag Rockmusik.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Die Welt zeichnet Havel“ ist im Musik- und Theaterklub von Malostranská beseda bis 30. September zu sehen.