Täglicher Nachrichtenüberblick

Intellektuelle kritisieren Präsident und Regierung für China-Politik

Im Vorfeld des Besuchs von Chinas Staatspräsident Xi Jinping haben tschechische Intellektuelle die politische Führung ihres Landes aufgerufen, nicht weiter mit der kommunistischen Führung in Peking zu kooperieren. Die Unterzeichner des Aufrufs werfen Staatspräsident Miloš Zeman und der Regierung vor, sie habe für diese Kooperation den Einsatz für die Menschenrechte geopfert. Die tschechische Politik legitimiere praktisch das kommunistische Regime in China, heißt es weiter in dem Text. Bis Samstagmittag hatten fast 1650 Menschen den Aufruf unterschrieben, darunter der Leiter der Nationalgalerie, Jiří Fajt, der ehemalige Umweltminister Martin Bursík (Partei LES) und der Vorsitzende des tschechischen PEN-Klub-Büros, Jiří Dědeček. Xi Jinping kommt am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Prag.

Unbekannte übermalen chinesische Flaggen zur Begrüßung von Xi Jinping

In der Nacht auf Samstag sind in Prag mehrere Dutzend Flaggen Chinas übermalt worden, mit der Beflaggung will der Prager Magistrat den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei seinem Tschechien-Besuch begrüßen. Man suche nach den Tätern, sagte ein Polizei-Sprecher. In der Nacht auf Freitag hatte die Polizei bereits einen Mann vorübergehend festgenommen, der zwei chinesische Flaggen abgeschnitten hatte.

Über die Beflaggung hat sich zudem die politische Führung von zwei Prager Stadtteilen beschwert. Laut dem Bürgermeister des sechsten Prager Stadtbezirks, Ondřej Kolář (Top 09), erinnere dies an kommunistische Zeiten. Kolář kritisierte am Freitag auch, dass die tschechische und die chinesische Flagge nebeneinander gehisst wurden. Ein Staatssymbol sei kein Reklamegegenstand, so der konservative Politiker. Xi Jinping kommt am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Prag. Der Prager Magistrat hat den Weg vom Václav-Havel-Flughafen in Richtung Zentrum mit den Flaggen säumen lassen.

Polizei verhaftet rechtsradikalen Politiker nach Hassrede bei Demonstration

Bei einer Anti-Islam-Demonstration in Prag hat die Polizei am Samstag den Vorsitzenden der rechtsradikalen Partei „Nationale Demokratie“, Adam B. Bartoš, vorläufig festgenommen. Hintergrund war die Rede Bartošs bei der Veranstaltung, bei dieser rief er dazu auf, tschechische Regierungsmitglieder für ihre Flüchtlingspolitik mit „Höchststrafe“ zu bestrafen. Der Islamgegner warf der Regierung vor, mit dem EU-Deal mit der Türkei Flüchtlinge nach Europa zu lassen. Bei der Festnahme von Bartoš kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstrationsteilnehmern und den Polizisten.

Schülerin verklagt Schule in Prag wegen Hidschab-Verbot

Weil ihr das Tragen eines Hidschabs verboten wurde, hat eine Schülerin eine Fachmittelschule für Gesundheitswesen in Prag verklagt. Dies teilte die Anwältin der Schülerin am Samstag mit. Im Jahr 2013 hatten bereits zwei muslimische Mädchen wegen des Kopftuch-Verbots dieselbe Schule verlassen. Ombudsfrau Anna Šabátová hatte damals die Fachschule im zehnten Prager Stadtbezirk kritisiert. Laut Šabátová sind die beiden Schülerinnen Opfer indirekter Diskriminierung seitens der Schule geworden, denn der Hidschab sei äußeres Bekenntnis zu ihrer Religion. Die Fachmittelschule hob danach das Kopftuch-Verbot zwar nicht auf, räumte aber ein, dass in besonderen Fällen auch Ausnahmen erteilt würden.

Tschechischer Schul-Ombudsmann konzentriert sich auf Problemgebiet Mobbing

Schul-Ombudsmann Eduard Zeman wird sich in diesem Jahr ausschließlich auf die Probleme mit Mobbing konzentrieren. Dies kündigte Bildungsministerin Kateřina Valachová (Sozialdemokraten) an. Der Ombudsmann solle dabei gute Beispiele zur Lösung des Problems analysieren und allgemeine Schlussfolgerungen ableiten. Dadurch solle das Vertrauen in die Institution Schule wiederhergestellt werden, so Valachová. Hintergrund ist der Fall einer Fachschule in Prag. Dort hatten drei Schüler über Monate hinweg eine Lehrerin schikaniert. Die 55-jährige Frau starb im Februar nach einem Schwächeanfall.

Das Amt des tschechischen Schul-Ombudsmannes wurde im September 2014 geschaffen. Dieser Bürgerbeauftragte soll Beschwerden bearbeiten, für das sich weder die Schulinspektion noch das Ministerium zuständig sehen.

Leben in Tschechien um 40 Prozent billiger als im EU-Durchschnitt

Das Leben in Tschechien ist um 40 Prozent billiger als im EU-Durchschnitt. Dies schreibt die Zeitschrift Statistika&My in ihrer aktuellen Ausgabe, wie die Presseagentur ČTk berichtete. Demnach erreicht das Preisniveau hierzulande nur 59,4 Prozent des europäischen Mittels. Das Preisniveau sei wegen der Deviseninterventionen der tschechischen Nationalbank in den vergangenen Jahren im Vergleich zum EU-Durchschnitt gefallen, erläuterte David Marek, Chefökonom beim Unternehmensberater Deloitte.

Das tschechische Preisniveau ist unter anderem niedriger als das in der benachbarten Slowakei oder in Kroatien. Noch billiger sind nur fünf EU-Länder: Litauen, Ungarn, Polen, Rumänien und Bulgarien. Die teuersten Länder der 28 EU-Staaten sind Dänemark und Schweden. Deutschland liegt fast am EU-Durchschnitt, Österreich um knapp zehn Prozent darüber.

TripAdvisor: Prag ist sechstbestes Reiseziel weltweit

Laut dem Reiseportal TripAdvisor ist Prag das sechstbeste Reiseziel weltweit. Die Nutzer des Portals wählten damit die tschechische Hauptstadt damit erneut unter die 25 attraktivsten Destinationen der Erde. Gegenüber dem vergangenen Jahr verschlechterte sich Prag allerdings um einen Platz. Auf den ersten Platz kam London, das 2015 noch Rang sechs eingenommen hatte, gefolgt von Istanbul und Marrakesch.

Fußball: Tschechische U21 gewinnt gegen Lettland

In der Qualifikation zur Fußball-EM der Spieler bis 21 Jahre hat das tschechische Team am Freitagabend mit 2:1 gegen Lettland gewonnen. Durch den Sieg liegt Tschechien mit vier Siegen und zwei Unentschieden nun an der Spitze der Qualifikationsgruppe, das zweitplatzierte Belgien hat jedoch ein Spiel weniger absolviert. Beide Tore der Begegnung in Uherské Hradiště / Ungarisch Hradisch erzielte Stürmer Patrik Schick vom Prager Erstligisten Bohemians 1905.

Das nächste Qualifikationsspiel bestreitet der tschechische Nachwuchs am Dienstag auf Malta.

Das Wetter am Sonntag, 27. März

Am Sonntag ist es in Tschechien meist heiter oder sonnig. Am Nachmittag nehmen im böhmischen Landesteil von Westen her die Wolken, später mit örtlichen Regenschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen in Böhmen bei 14 bis 18 Grad Celsius, in Mähren und Schlesien etwas kühler bei 11 bis 15 Grad. In Lagen um 1000 Meter bis 8 Grad Celsius.