Täglicher Nachrichtenüberblick

Fall Sawtschenko: Tschechien für Sanktionen gegen weitere russische Offizielle

Tschechien ist dafür, die Sanktionen der EU gegen russische Politiker und Offizielle auszuweiten. Der Grund sei die Inhaftierung der ukrainischen Pilotin Nadija Sawtschenko, sagte Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) am Montag vor dem Treffen mit seinen europäischen Amtskollegen. Der Fall sei „abstoßend und fabriziert“, so Zaorálek. Die EU und einzelne Staaten wie unter anderem Deutschland fordern von Moskau die Freilassung von Sawtschenko.

Nadija Sawtschenko sitzt seit Juli 2014 in Haft. Sie soll für den Tod russischer Journalisten im Donbass verantwortlich sein, was sie zurückweist. Sawtschenko ist in einen Hungerstreik getreten.

Causa „Storchennest“: Opposition setzt Sondersitzung der Abgeordneten durch

In der sogenannten Causa „Storchennest“ hat die Opposition eine Sondersitzung im Abgeordnetenhaus durchgesetzt. Am 23. März soll beraten werden über den Fall, in den Finanzminister Andrej Babiš verstrickt ist. So soll die Holding des Ano-Parteichefs getrickst haben, um EU-Subventionen für das Tagungszentrum „Storchennest“ in Südmähren zu erhalten. Das Projekt war mit umgerechnet 1,8 Millionen Euro gefördert worden. Babiš habe sich das Geld anderer Leute angeeignet und lüge noch dazu, kritisierte Ex-Finanzminister Miroslav Kalousek von den Bürgerdemokraten. Babiš bestreitet die Vorwürfe vehement.

Doku über syrische Flüchtlingsfamilie gewinnt Hauptpreis bei „Jeden svět“

Eine Doku über eine syrische Flüchtlingsfamilie hat beim Menschenrechtsfilmfestival „Jeden svět“ (Eine Welt) in Prag den Hauptpreis gewonnen. Der Streifen heißt „A Syrian Love Story“. Der britische Regisseur Sean McAllister dokumentiert darin das Schicksal eines Ehepaares, das mit seinen Kindern vor der Verfolgung durch das Regime Assads flieht. Der Filmpreis wird am Schlussabend des Festivals am Mittwoch übergeben.

Insgesamt waren bei „Jeden svět“ dieses Jahr 123 Dokumentarfilme in Prag zu sehen. Anschließend kommt das Festival noch in 32 weitere tschechische Städte sowie nach Brüssel.

Tschechischer Einzelhandel büßt leicht an Dynamik ein

Der tschechische Einzelhandel hat etwas an Dynamik eingebüßt. Im Januar stiegen die Umsätze um 4,6 Prozent. Im Dezember hatte noch ein Plus von 6,7 Prozent zu Buche gestanden. Dies gab das Statistikamt am Montag bekannt. Analytiker sehen trotz des leicht verlangsamten Tempos im Einzelhandel die Binnennachfrage als wichtigen Faktor für das tschechische Wirtschaftswachstum. Gegenüber den vorangegangenen Jahren würden die Verbraucher keine Ausgaben scheuen, sagte Analytiker Miroslav Novák vom Wirtschaftsberatungsunternehmen Akcenta.

Bau von Industrieanlagen boomt in Tschechien wie zuletzt vor der Krise

Baufirmen haben im vergangenen Jahr in Tschechien so viele Industrieanlagen fertiggestellt wie zuletzt vor der Krise. Insgesamt waren es über 560.000 Quadratmeter neue Industrie- und Lagerhallen. Im Jahresvergleich bedeutete dies eine Steigerung um 60 Prozent. Dies geht aus einer Studie der Immobilienberatungsfirma Jones Lang LaSalle hervor.

Ende vergangenen Jahres bestanden in Tschechien knapp 5,7 Millionen Quadratmeter Mietflächen für Industrie und Lager. Rund 40 Prozent davon entfielen auf Prag, auf dem zweiten Platz folgte der Kreis Plzeň / Pilsen mit 15,5 Prozent, an dritter Stelle rangierte Südmähren mit 15 Prozent Anteil.

Kriegsveteran Jan Velík mit 94 Jahren gestorben

Der tschechische Kriegsveteran Jan Velík ist tot. Er starb in der Nacht auf Sonntag im Alter von 94 Jahren. Dies teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Velík hatte im Zweiten Weltkrieg für die tschechoslowakischen Einheiten an der Ostfront und später mit den Partisanen in Südböhmen gekämpft. In der Nachkriegszeit blieb er in der Armee, nach der Machtübernahme durch die Kommunisten wurde er in die Reserve versetzt. 1968 gab er seine sowjetischen Kriegsauszeichnungen aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen zurück. 1991 wurde Velík rehabilitiert. Im Jahr 2011 war er mit der höchsten tschechischen Staatsauszeichnung, dem Orden des weißen Löwen geehrt worden.

Alle entkommenen Waldrappe zurück im Prager Zoo

Der Prager Zoo hat alle 18 Waldrappe zurück. Der letzte dieser Vögel, die am 1. März aus einer beschädigten Voliere entflogen waren, konnte am Sonntag eingefangen werden. Der Waldrapp wurde im Prager Stadtteil Řeporyje gefunden. Dies teilte Zoo-Direktor Miroslav Bobek am Sonntagabend mit. Damit ist der Schwarm wieder komplett. Einer der Vögel starb nach der Rückkehr an den Folgen eines Darmverschlusses. Es handelte sich um ein unerfahrenes Jungtier, das auf seiner Flucht unter anderem Glasscherben verschluckt hatte. Der Waldrapp gehört zu den stark bedrohten Vogelarten. Im Prager Zoo wird das etwa gänsegroße Tier seit 1985 gezüchtet.

Tschechischer Fechtsport erstmals seit 20 Jahren wieder bei Olympia

Erstmals nach 20 Jahren wird der tschechische Fechtsport wieder bei den Olympischen Spielen vertreten sein. Dies berichtet die Presseagentur ČTK am Montag. Der Florettfechter Alexander Choupenitch sicherte sich am Wochenende beim Grand Prix in Havanna die Teilnahme in Rio de Janeiro. Er sei ergriffen, sagte der tschechische Fechtverbandschef Oldřich Kubišta. Zuletzt hatte der Degenfechter Roman Ječmínek bei den Spielen in Atlanta 1996 für Tschechien gekämpft. Allerdings scheiterte er bereits in der ersten Runde. Alexander Choupenitch stammt aus Brno / Brünn und ist 21 Jahre alt.

Handball: Tschechinnen weiter im Rennen um EM-Teilnahme

Die tschechischen Handball-Frauen sind weiter im Rennen um die Teilnahme an der Europameisterschaft in Schweden. Am Sonntagabend erkämpften die Tschechinnen überraschend ein Unentschieden beim Favoriten der Qualifikationsgruppe, dem Team aus Serbien. Das Spiel in Kraljevo endete 28:28. Damit liegt Tschechien nach wie vor auf Platz zwei der Qualifikationsgruppe hinter Serbien und mit einem Punkt Vorsprung auf die Ukraine. Die ersten beiden Teams der Gruppen qualifizieren sich direkt für die EM im Dezember, plus das beste drittplatzierte Team.

Die Tschechinnen müssen im Juni noch zum Tabellenletzten aus Italien, danach empfangen sie die Ukrainerinnen.

Meteorologen warnen vor erneutem Wintereinbruch in Tschechien

Die tschechischen Meteorologen warnen vor einem erneuten Wintereinbruch, dieser soll in der Nacht auf Dienstag von Nordosten das Land erfassen. Die Schneefallgrenze sinkt laut der Vorhersage auf 400 Meter. Bis Dienstagvormittag erwarten die Meteorologen rund 20 Zentimeter Neuschnee. Ausgenommen von der Warnung sind Südmähren und Nordwestböhmen. Der Wintereinbruch soll jedoch nur von kurzer Dauer sein. Am Mittwoch würden die Temperaturen wieder steigen, hieß es.

Das Wetter am Dienstag, 15. März

Am Dienstag ist es in Tschechien zunächst bedeckt mit zeitweiligem Schneefall, unterhalb 400 Metern auch Regen. Ab dem Nachmittag dann wechselhaft mit Schnee- oder Regenschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 6 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter Maximalwerte bei -3 Grad Celsius.